Besondere Menschen im Porträt

Die Niestetalerin Annalena Schubotz leistet Freiwilligen Arbeit in Ghana

Annalena Schubotz arbeitet als Freiwillige in einer Schule in Ghana. Um die Zustände dort zu verbessern, hat sie ein Spendenkonto eröffnet.
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Annalena Schubotz arbeitet als Freiwillige in einer Schule in Ghana. Um die Zustände dort zu verbessern, hat sie ein Spendenkonto eröffnet.

Ein spannender Beruf, ein besonderes Hobby oder eine bewegende Lebensgeschichte - es gibt zahlreiche interessante Menschen im Landkreis Kassel. Heute Annalena Schubotz aus Niestetal. Sie leistet Freiwilligen Arbeit an einer Schule in Ghana.

Niestetal/Accra – „Die einfachsten Dinge wie Stifte, Radiergummis oder Bücher sind eigentlich nie ausreichend vorhanden“, erzählt Annalena Schubotz. Seit September arbeitet die 18-Jährige aus Niestetal in einer Schule in Ghana. „Zu meinen Aufgaben gehört es, vor allem die Lehrer im Unterricht zu unterstützen“, sagt Schubotz. 230 Kinder gehen auf die Schule, nahe der Hauptstadt Accra, im Süden des Landes.

„Die Zustände hier an der „Christ Kingdom Academy“ sind für uns Europäer unvorstellbar“, sagt Schubotz. „Es mangelt fast an allem. Oft teilen sich die Kinder ein Buch, weil die Eltern einfach nicht genügend Geld haben. Teilweise sind zwischen den Klassenzimmern keine Wände. Die Räume sind nur mit den Tafeln abgetrennt.“

2000 Euro sind über das Spendenkonto bereits zusammengekommen

Dadurch fällt es den Kindern schwer, sich zu konzentrieren. Um die Zustände in der Schule zu verbessern, haben Annalena Schubotz und eine weitere Freiwillige, Christina, ein Spendenkonto eingerichtet. Über 2000 Euro sind bereits zusammen gekommen. Mit dem Geld sollen vor allem neue Schulmaterialien für die Kinder angeschafft werden.

„Wir hoffen, dass wir mit den Spenden auch Stipendien für die Kinder finanzieren können“, sagt Schubotz. Die „Christ Kingdom Academy“ ist eine staatliche Schule, trotzdem müssen die Eltern ein Schuldgeld bezahlen. Bücher, das Mittagessen und auch die Prüfungen kosten extra. „Umgerechnet etwas weniger als einen Euro pro Tag“, sagt Schubotz. Wenig Geld für uns in Deutschland, doch oft können sich die Eltern die Gebühren kaum leisten.

„Es kommt immer wieder vor, dass Kinder nicht mehr in die Schule kommen, weil die Eltern sich das nicht mehr leisten können. Seitdem ich hier bin, mussten schon ein oder zwei Kinder die Schule ganz abbrechen“, erzählt Schubotz.

Die Kinder sind schon für die kleinsten Dinge total dankbar.

Annalena Schubotz

Annalena Schubotz und 17 weitere Freiwillige aus Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten an der Schule

Die Unterschiede zwischen den ärmeren und etwas wohlhabenderen Familien sehen die Freiwilligen vor allem an den Schuluniformen der Kinder. Einige hätten noch etwas neuere Kleidung. „Viele tragen aber auch zerschlissene T-Shirts und Hosen, die schon keine Reißverschlüsse mehr haben. Das war am Anfang schon heftig zu sehen.“

Annalena Schubotz und 17 weitere Freiwillige aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstützen die Lehrer während des Unterrichts. „In der Klasse, wo ich bin, sind Kinder zwischen fünf und acht Jahren“, sagt Schubotz. „Oft korrigiere ich die Aufgaben der Kinder.“

Der Lernstand der Schüler sei sehr unterschiedlich. „Einige von ihnen sind erst vom Land in die Stadt gezogen und haben zuvor gar keine oder nur selten die Schule besucht“, erzählt Schubotz. „Mit ihnen setzte ich mich dann hin und versuche den Lernstoff nachzuholen.“

Ghana und die Hauptstadt Accra im Süden des Landes

„Da bekommt man echt eine Gänsehaut“, sagt Annalena Schubotz über die Dankbarkeit der Schüler

Von den ersten Spenden haben Annalena Schubotz und die weiteren Freiwilligen bereits Schreibmaterialien gekauft und diese an die Kinder verteilt. In den nächsten Wochen soll das Schulgebäude renoviert werden“, sagt Schubotz. Dafür wurde schon ein Kostenvoranschlag gemacht und Materialien bestellt.

„Die Kinder sind schon für die kleinsten Dinge total dankbar und sind vor Freude über die Stifte und die anderen Dinge herumgesprungen“, so Schubotz. Einige Kinder seien im Nachhinein noch auf die Freiwilligen zugekommen, um sich zu bedanken. „Sie haben uns in den Arm genommen, uns in die Augen geschaut und ,God bless you’ gesagt“, erzählt Schubotz. „Da bekommt man echt Gänsehaut.“

In Ghana ist Annalena Schubotz am meisten von der Kultur fasziniert. „Die Musik, der Tanz und die Farben – all das ist einfach ganz anders als bei uns in Deutschland“, sagt sie begeistert. Noch bis Februar bleibt Schubotz in Ghana. Bis dahin soll auch das Spendenkonto weiter laufen. (Eva Krämer)

Spenden für die „Christ Kingdom Academy“ in Ghana: betterplace.me/christ-kingdom-academy/

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