Griechenland: „Dort ist Weltuntergangsstimmung“

Geert Platner aus Ahnatal sammelt Spenden für griechische Insel Euböa

Geert Platner aus Ahnatal sammelt wieder Spenden für Griechenland. Diesmal sollen sie nach den Bränden den Opfern auf Euböa zugutekommen. Die Spenden auf dem
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Geert Platner aus Ahnatal sammelt wieder Spenden für Griechenland. Diesmal sollen sie nach den Bränden den Opfern auf Euböa zugutekommen. Die Spenden auf dem

Vor der Hecke an Geert Platners Haus türmen sich Gehhilfen: Krücken, ein Rollstuhl, ein Rollator. Außerdem ein Radio und ein Sterilisator, sogar ein griechisches Spiel.

Ahnatal – Es sind Spenden, die der 75-jährige Ahnataler an einem Wochenende über Bekannte zusammengetragen hat. „Ich war das ganze Wochenende auf Achse.“

Eigentlich sollten sie an das griechische Krankenhaus auf der Halbinsel Pilion gehen, das Platner mit privat gesammelten Spenden schon seit sechs Jahren unterstützt. Aber die Bilder der Flammen auf der griechischen Insel Euböa haben ihn umgestimmt. Er will dort helfen und ruft Menschen im Landkreis und in Kassel zu weiteren Sachspenden auf.

Geert Platner aus Ahnatal sammelt Spenden für Griechenland

Es ist unglaublich für Platner, dass ein Bürgermeister in Europa Sätze sagt wie: „Wir sind allein“ und „Unser Ende ist nahe“. So wurde Giannis Kotzias, Bürgermeister der kleinen Hafenstadt Istiaia, in den Nachrichten zitiert. Seit Tagen verfolgt Platner die Berichte über die Brände in Griechenland. Euböa sei schon früher zu kurz gekommen, jetzt erst recht. „Dort ist Weltuntergangsstimmung“, sagt er.

Von der Halbinsel Pilion waren auch gestern die Rauchwolken auf Euböa zu sehen, wo es seit Tagen brennt.

Vor gut einer Woche, so berichtet der Ahnataler, sei wieder ein von ihm organisierter Transport in dem Krankenhaus auf Pilion angekommen. Hauptsächlich hatte er medizinische Hilfsgüter zusammengetragen, darunter ein Ultraschallgerät von einer aufgelösten Praxis (wir berichteten). Der Transport sei gerade noch rechtzeitig gekommen, kurz danach wurde die Autobahn zwischen Athen und Thessaloniki gesperrt. Platner sagt, die Feuerwehr habe gehofft, eine Schneise bilden zu können, um das Feuer zu stoppen.

Ahnataler sammelt Spenden für griechische Insel

Der zweite Transport, den Platner mit den übrig gebliebenen und neuen Spenden plant, komme nun gerade recht. Am Telefon hört Platner, dass die Rauchwolken vom Krankenhaus aus am Horizont zu sehen sind. Und, dass das Krankenhaus derzeit nichts benötigt. „So können wir ohne schlechtes Gewissen den Transport umwidmen.“

Es hilft, dass die Fahrt ohnehin geplant war, denn der Transport benötige viel Vorlaufzeit. Mithilfe der Deutsch-Griechischen Gesellschaft in Kassel versucht er nun, Kontakte auf der Insel herzustellen. Seit sechs Jahren organisiert Platner Spenden für Griechenland – ohne Verein oder Organisation. Er arbeitet mit der Weinhandlung Schluckspecht zusammen. Deren Spedition, die in Griechenland Wein abholt, fahre mit leeren Lkw in den Süden. Wenn Platner Spenden organisiert, nimmt der Lkw sie mit und kehrt mit Wein zurück. Platners Engagement wurde durch den Internetbericht eines Hoteliers über die Krankenstation ausgelöst. Heute ist dieser Hotelier sein Kontakt vor Ort in die Kleinstadt Argalasti.

Sachspenden

Für den Transport nach Griechenland sucht Geert Platner noch Sachspenden, die bei ihm im Hangarsteinweg 24 in Ahnatal abgegeben werden können. Bei Bedarf holt er sie auch ab. Besonders Kindersachen werden noch benötigt. Neben Bekleidung seien auch Spielsachen sinnvoll. Auch Geldspenden nimmt Platner an, denn der Transport ab Athen müsse noch finanziert werden. vsa

Kontakt: Tel. 01 51/59 87 39 15 und platner@gmx.de

Geert Platner aus Ahnatal sammelt Spenden

Schon sechs Mal war der pensionierte Lehrer und Witwer selbst in Griechenland, um Spenden zu übergeben. Er würde auch jetzt gern hinfahren, aber „mein Arzt hat dringend abgeraten“. Es drohe eine zweite Hitzewelle.

Im Urlaub war Platner noch nie in Griechenland. Aber er weiß von Spendern, die etwas zurückgeben wollen, weil sie so schöne Urlaube dort verbracht haben. Und er hofft, dass noch einige das Gleiche tun.

Von Valerie Schaub

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