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Ehemaliges Gartencenter Hornbach in Lohfelden wird Notunterkunft

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Von: Michaela Pflug

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Stehen im Ess- und Aufenthaltsbereich: Landrat Andreas Siebert, Erste Beigeordnete Silke Engler und Landkreis-Mitarbeiter Marc Schölzel. Im Hintergrund links sind Schlafkabinen zu sehen, rechts die Rezeption.
Stehen im Ess- und Aufenthaltsbereich: Landrat Andreas Siebert, Erste Beigeordnete Silke Engler und Landkreis-Mitarbeiter Marc Schölzel. Im Hintergrund links sind Schlafkabinen zu sehen, rechts die Rezeption. © Michaela Pflug

Im ehemaligen Gartencenter Hornbach im Lohfeldener Gewerbegebiet ist eine Notunterkunft für ukrainische Geflüchtete aufgebaut worden. Dort sollen bis zu 530 Menschen untergebracht werden.

Lohfelden – Der Duft von Holz liegt in dem ehemaligen Gartencenter in Lohfelden in der Luft. Innerhalb von 24 Stunden wurde hier von vielen Ehrenamtlichen und etlichen Landkreis-Mitarbeitern eine Unterkunft für bis zu 530 Flüchtlinge aufgebaut. „15 Kilometer Latten und 8000 Quadratmeter OSB-Platten haben wir verwendet“, sagt der Projektverantwortliche Marc Schölzel.

Noch sind die 136 Wohnkabinen im ehemaligen Hornbach an der Otto-Hahn-Straße verweist. Das dürfte sich aber schon bald ändern. Jeden Mittwoch kommen Menschen aus der Erstaufnahme in Gießen an, erklärt Landrat Andreas Siebert. „Wir nähern uns auf dem Sensenstein der maximalen Belegung.“ Auch in Fuldabrück sei die bereits so gut wie erreicht. „2080 Ukrainer sind Stand heute Morgen bei uns registriert“, ergänzt die erste Kreisbeigeordnete Silke Engler am Mittwoch beim Ortstermin. Hinzukommen etwa 4800 Flüchtlinge und Asylsuchende aus anderen Ländern.

Die Unterkunft sei räumlich bereit. Mit einem Betreiber für die Unterkunft sei man in den letzten Zügen der Verhandlung, sagt Siebert. 11,5 Quadratmeter ist die Standardkabine, die barrierefreien Kabinen sind etwas größer. Meist sind sie mit vier Betten und alle mit Stromanschlüssen ausgestattet. „Das ist wichtig, damit die Menschen ihr Handy laden und Kontakt nach Hause halten können“, sagt Engler. „Aus Fuldabrück wissen wir, wie intensiv die Frauen das Handy nutzen.“ Aus diesem Grund sei das Gebäude auch ans Glasfaser-Netz angeschlossen worden und biete schnelles Wlan.

Eine Standard-Schlafkabine in der Notunterkunft in Lohfelden.
Eine Standard-Schlafkabine sieht so aus. © Michaela Pflug

Die Hauptgebäude böten auch einen Aufenthalts- und Essensraum, Platz für den Caterer und seine Essensausgabe, zwei Betreuungsräume für Kindergruppen, Lagerräume und eine Rezeption. Dort können die Menschen sowohl vom Kreis als auch von der Gemeinde registriert werden. Außerdem soll es dort 24 Stunden am Tag Ansprechpartner für die Flüchtlinge geben. Im überdachten Außenbereich befinden sich die Toiletten, neben dem Gebäude stehen 56 beheizte Duschkabinen. „Auch an einen Bereich zum Wäschewaschen haben wir gedacht“, sagt Schölzel.

„Die Hälfte bis Zweidrittel der hier Untergebrachten werden Kinder sein, deswegen sind die beiden Klassenräume besonders wichtig. So können wir den Kindern Angebote machen und den Müttern Freiräume verschaffen“, sagt Engler. Die Angebote sollen auch Freiwillige unterbreiten. „Wir haben den ehemaligen Helferkreis wieder aktivieren können“, sagt Lohfeldens Bürgermeister Uwe Jäger. 70 bis 80 Ehrenamtlichen ständen in den Startlöchern. Denn schon einmal – von Oktober 2015 bis Mai 2016 – war hier eine Flüchtlingsunterkunft. Wie lange sie diesmal genutzt wird, hänge von der Entwicklung in der Ukraine ab, sagt Engler. „Der aktuelle Mietvertrag läuft mit Option auf Verlängerung bis zum Ende des Jahres“, sagt Engler. Ziel sei es, die Flüchtlinge aus der großen möglichst zügig in kleinere Unterkünfte und in private Wohnungen zu vermitteln.

Von Michaela Pflug

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