Sicher zum Impfen und zurück

Ehrenamtliche fährt Senioren aus dem Landkreis Kassel mit dem Shuttle zu ihrem Impftermin

Patricia Hoppe und Gerhard Klein stehen vor dem Impf-Shuttle.
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Das Impf-Shuttle bringt ältere Menschen zu ihrem Impftermin und wieder zurück. Patricia Hoppe macht die Fahrten ehrenamtlich und begleitet Gerhard Klein aus Grebenstein zum Impfzentrum.

Patrica Hoppe organisiert Impftermine für Senioren aus dem Landkreis Kassel und fährt sie dann mit dem Impf-Shuttle ins Impfzentrum.

Kreis Kassel – Kurz vor zehn Uhr steht Patrica Hoppe mit dem Impf-Shuttle vor der Tür von Gerhard Klein. Sie fährt den 90-Jährigen aus Grebenstein ins Impfzentrum nach Calden. Im Haus füllt sie mit ihm noch schnell die restlichen Unterlagen aus, dann kann es losgehen.

Ohne die Hilfe des Impf-Shuttles wäre Klein selbst gar nicht zum Impfzentrum gekommen, denn Auto fahren kann er nicht mehr. „Haben Sie die Papiere mitgenommen?“, fragt er, nachdem Hoppe ihm in das Auto geholfen hat. „Ja, die habe ich“, antwortet die 57-Jährige.

Hoppe organisiert die Impftermine für Senioren über 80 Jahre sowie Seh- und Gehbeeinträchtigte ehrenamtlich. Die Menschen werden von zuhause abgeholt, durchs Impfzentrum begleitet und dann wieder nach Hause gebracht. „Meine Mutter ist selbst auch 90 und hat keinen Computer, so fing das an“, erklärt sie ihre Idee. Initiiert wird das Projekt von dem Sicherheitsdienst Protex und Sempers (Senioren mit Perspektive), in dem Verein sie selbst ehrenamtlich tätig ist. Seit Mitte Januar fährt sie das Impfzentrum in Kassel und seit dem 9. Februar auch das Impfzentrum in Calden an. Bis zum 19. Mai seien insgesamt 320 Fahrten geplant. Dabei holt Hoppe hauptsächlich Personen aus dem Landkreis Kassel ab. Während der Fahrt kommen immer wieder viele nette Gespräche mit den Senioren auf. „Es wird auch gelacht und herumgealbert“, sagt Hoppe.

Die 57-Jährige wohnt in Kassel und nutzt ihre Freizeit gerne, um ältere Menschen bei ihrem Impftermin zu helfen. „Es macht unheimlich viel Spaß“, sagt sie. Die Aufgabe erfülle sie sehr. „Die einzige Möglichkeit, aus dem Dilemma herauszukommen, ist, dass alle geimpft werden“, erklärt Hoppe. Das möchte sie in jedem Fall unterstützen.

Mit den Unterlagen gewappnet schiebt Patricia Hoppe Gerhard Klein ins Impfzentrum.

Neben Hoppe gibt es weitere acht ehrenamtliche Fahrer, die die Senioren zu ihrem Impftermin begleiten. Auf dem Parkplatz des Impfzentrums angekommen, parkt wenig später bereits das zweite Impf-Shuttle neben ihr. Manfred Kellner steigt aus und begleitet eine ältere Frau zum Impfzentrum.

Hoppe holt schnell einen Rollstuhl für den 90-Jährigen und begleitet ihn durch das Impfzentrum. Drinnen geht alles ganz schnell: Klein muss kaum warten, bis er den Impfstoff von Biontech verabreicht bekommt.

Alles sei unkompliziert verlaufen und die Organisation im Impfzentrum sei sehr gut gewesen. „Es war alles in Ordnung, ohne Komplikationen“, sagt Klein.

Auf dem Rückweg verrät der 90-Jährige noch einen Schleichweg. „Das ist der kürzeste Weg“, erklärt er Hoppe. Gegen 11.15 Uhr ist Klein wieder sicher zuhause angekommen. Seine Frau empfängt ihn bereits an der Tür und bedankt sich bei Hoppe für die tolle Unterstützung. Die 57-Jährige bringt Klein ins Haus und fährt direkt weiter zum nächsten Termin, zu einer Seniorin, die ebenfalls in Grebenstein wohnt.

Sieben Impf-Shuttles sind momentan im Einsatz. Verschiedene Autohäuser haben sich an der Aktion beteiligt und Fahrzeuge zur Verfügung gestellt, inklusive Versicherung. Mit dabei sind das Autohaus am Wesertor, Autohaus Bibbig, Autohaus Dürkop, Autohaus Ostmann und Autohaus Glinicke. Das Benzin bezahlen sie momentan von einer Spende der Kasseler Bank in Höhe von 1000 Euro. (Samira Müller)

Kontakt: Tel. 05 61/82 07 95 80.

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