Parlament: Erdkabel und Bündelung außerhalb Lohfeldens

Einig gegen Stromtrasse

Mitten durch Lohfelden: Die Überlandleitung mit 380 000 Volt trennt Lohfelden und Vollmarshausen und überspannt direkt etlich Wohnhäuser. Gemeinde und Anwohner möchten, dass die Leitung abgebaut wird. Foto: Schindler

Lohfelden. Die Gemeindevertretung Lohfelden hat einstimmig ihre Position zur geplanten 380-kV-Leitung Wahle-Mecklar verabschiedet. In der Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren wird die West-Trasse, die durch den Landkreis Kassel führen und Lohfelden an der östlichen Ortsgrenze berühren würde, als „keinesfalls akzeptabel“ bezeichnet.

Sollte die West-Variante dennoch realisiert werden, müssten die beiden vorhandenen Hochspannungsleitungen, die den Ort durchschneiden, ausgelagert und in einer gemeinsamen neuen Trasse am Ortsrand gebündelt werden. Als Argument wird insbesondere auch das Alter der vorhandenen Leitungen angeführt.

Gutachten gefordert

„Zum vorbeugenden Gesundheitsschutz“ müssten im gesamten Gemarkungsbereich der Gemeinde die Überlandleitungen in der Erde verlegt werden, fordern alle Fraktionen gemeinsam. Außerdem müsse die gesundheitliche Unbedenklichkeit durch das Gutachten eines unabhängigen Instituts nachgewiesen werden.

Viele Anwohner verfolgten die Diskussion im Parlament. Die Menschen seien von dem Thema „berechtigterweise sehr betroffen“, sagte Bürgermeister Michael Reuter. „Die Verunsicherung in der Bevölkerung über die gesundheitlichen Auswirkungen“ müsse man ernst nehmen.

„Lieber heute als morgen“ müssten die bestehenden Hochspannungsleitungen im Ort verschwinden, sagte SPD-Gemeindevertreter Norbert Kniprath. Dem Kostenargument der Netzbetreiber hielt er eine Rechnung des früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff entgegen. Danach würde die Erdverlegung bei angenommenen vierfachen Kosten gegenüber der Freitrasse nur 0,004 Cent pro Kilowattstunde ausmachen. Dies sei „zu vernachlässigen“.

Betroffene Anwohner machten ihre Ablehnung der beiden bestehenden Hochspannungsleitungen sowie der neuen Stromtrasse im Vorfeld der Sitzung deutlich. 70 Lohfeldener Bürger unterschrieben die Stellungnahme, die auch als Petition beim Hessischen Landtag eingereicht werden soll.

Die Anwohnerinitiative bittet alle Betroffenen, die unter einer Stromleitung leben und unter gesundheitlichen Einschränkungen leiden oder schwer erkrankt sind, sich bei Kirsten Woda zu melden: Tel. 0561/5109996.

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