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Emstaler Verein sucht Paten für Kinder von psychisch kranken Eltern

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Von: Alia Diana Shuhaiber

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Zu Gast beim Sommerfest für Paten und Patenkinder: Lisa Schmidt (Teamleitung von links), Hania Lazaar (Patin) und Armin Schomberg (Geschäftsführer).
Zu Gast beim Sommerfest für Paten und Patenkinder: Lisa Schmidt (Teamleitung von links), Hania Lazaar (Patin) und Armin Schomberg (Geschäftsführer). © privat/nh

Der Emstaler Verein vermittelt ehrenamtliche Paten und Patinnen an Kinder psychisch kranker Eltern. Sie sind für die Kinder da und entlasten sie und ihre Eltern.

Kreis Kassel – Kinder brauchen erwachsene Ansprechpartner, die sie ermutigen, ein offenes Ohr für sie haben und manchmal einfach etwas Schönes mit ihnen unternehmen. Eltern mit einer psychischen Erkrankung können diese Aufgaben nicht immer alleine stemmen. Hier kommen die Paten ins Spiel.

„Die sind nicht etwa für die Betreuung der Eltern da, sondern unternehmen einmal in der Woche für drei Stunden etwas mit den Kindern“, erklärt Teamleiterin Lisa Schmidt. Das könnten sowohl Ausflüge, als auch gemeinsames Spielen, Backen oder Basteln sein. Das Ziel einer solchen Patenschaft sei eine verlässliche und kontinuierliche Beziehung aufzubauen, die den Kindern Stabilität gibt und sie in ihrer Entwicklung fördert. Außerdem böten feste Termine eine Struktur, die wichtig für die Kinder sei. Patenschaften bestünden oft über viele Jahre hinweg.

„Freude macht mir an der Patenschaft, dass ich in strahlende Kinderaugen schauen kann und dass es eine Win-Win-Situation ist.“, erzählt Hania Lazaar, die seit 2017 Patin im Emstaler Verein ist. „In erster Linie geht es natürlich um die Kinder, aber ich bekommen auch etwas wieder.“

Bei Krisen oder stationärem Klinikaufenthalt der Eltern könne, soweit die Patienten dazu bereit sind, die Hilfe vorübergehend intensiviert werden. So könnten sich einige Paten zum Beispiel vorstellen das Kind vorübergehend bei sich aufzunehmen – immer dann wenn alle Beteiligten im akuten Fall einverstanden sind.

„Die Patenschaften sind ein besonderer Bereich im Emstaler Verein“, erklärt Schmidt. „Die Kinder profitieren unglaublich von diesen Kontakten. Letztlich gewinnen aber auch die Paten und die Eltern – es ist für alle bereichernd.“

Manchmal sei die Begleitung der Kinder nicht einfach, „schließlich erleben die Paten auch die traurigen Momente mit, zum Beispiel wenn Kinder sich um ihre Eltern sorgen, weil es diesen nicht gut geht“. Dann gehe es darum, gute Worte zu finden. Deshalb würden die Paten vom Emstaler Verein begleitet. Erfahrene Fachkräfte stünden beratend zur Seite. Vier- bis fünfmal im Jahr gebe es Paten-Treffen, die Möglichkeiten zum Austausch und zur Weiterbildung bieten. alh

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