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Er liefert Türen, Kotflügel und Motoren: Andreas Koldewey hat unzählige Ersatzteile für den VW-Käfer

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Von: Sven Kühling

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Etwas eingestaubt, aber mit Kult-Status: Dieses Käfer-Modell stammt aus dem Jahr 1971. Der 1302 ist auf 95 PS getunt und wurde von Andreas Koldeweys Vorgänger Axel Stauber beim Herkules Bergpreis 1995 gefahren.
Etwas eingestaubt, aber mit Kult-Status: Dieses Käfer-Modell stammt aus dem Jahr 1971. Der 1302 ist auf 95 PS getunt und wurde von Andreas Koldeweys Vorgänger Axel Stauber beim Herkules Bergpreis 1995 gefahren. © Sven Kühling

Andreas Koldewey aus Helsa ist Käfer-Liebhaber und sehr gefragt, wenn Ersatzteile aller Art für das Kultauto gebraucht werden.

Kassel/Baunatal/Helsa – Wenn Andreas Koldewey in die oberen Etagen seiner Lagerhalle an der Forstfeldstraße in Kassel vordringt, dann kommt er an Tausenden Ersatzteilen für den VW-Käfer vorbei. Türen, Kotflügel, Motoren und ganze Karossen bewahrt er da auf. Der 59-Jährige aus Helsa gehört zu Deutschlands gefragtesten Ersatzteilhändlern für das Kultauto aus der der Wirtschaftswunderzeit. Heute vor genau 45 Jahren lief der letzte europäische Käfer im VW-Werk Emden vom Band. Über 21,5 Millionen Exemplare wurden seit 1938 weltweit gefertigt – in Mexiko sogar bis ins Jahr 2003.

„Ich bin den Käfer selber gefahren“, sagt Koldewey. Sein erstes Auto sei allerdings der VW Bus T 2a gewesen. „Ab 1983 hatte ich dann einen Käfer 1302 Mit 50 PS.“

Für Andreas Koldewey ist der Volkswagen mit dem luftgekühlten Heckmotor bis heute etwas ganz Besonderes. „Es bedeutet: Reinsetzen und wohlfühlen“, sagt er. „Es ist einfache Technik. Das heißt, Schlüssel rum, und er läuft.“ Dieser Satz passt auch zum damaligen Werbeslogan für den Käfer: „Er läuft und läuft und läuft.“

Nachschub kommt aus Kalifornien

Jede Menge Kotflügel: Die großen Rücklichter wurden „Elefantenfuß“ genannt, die kleineren „Bügeleisen“.
Jede Menge Kotflügel: Die großen Rücklichter wurden „Elefantenfuß“ genannt, die kleineren „Bügeleisen“. © Privat

Andreas Koldewey baut die Fahrzeuge nicht wieder perfekt auf. Er sieht sich eher als Lieferant für Ersatzteile. Nachschub besorge er sich beispielsweise aus Kalifornien, berichtet der Helsaer. Da gebe es noch viel mehr gut erhaltene Käfer-Modelle. Auch der legendäre VW Bus T1 sei zu 80 Prozent exportiert worden, von Deutschland in die USA. Koldeweys Kontakte sind so gut, dass er in einem kalifornischen VW-Club zum Ehrenmitglied ernannt worden sei, erzählt er weiter. „Man hat mir irgendwann die Clubjacke umgehängt mit dem Satz „You are member for life.“ „Du bist jetzt lebenslanges Mitglied.“

Man hat mir irgendwann die Clubjacke umgehängt mit dem Satz: Du bist jetzt lebenslanges Mitglied.

Andreas Koldewey Käfer-Liebhaber

Der Helsaer setzt mit seinem Lager die Tradition von dem verstorbenen Kasseler VW-Experten Axel Stauber fort. Von dessen Familie habe er viele Ersatzteile, die in einem Lager bei Staufenberg untergebracht waren, im Jahr 2015 angekauft.

Obwohl teilweise Staub und Dreck auf den Fahrzeugen hängt, merkt man Andreas Koldewey die Begeisterung für die Autos an. Auf einem Käfer-Cabrio von 1961, sagt er, „da ist noch der Sand vom kalifornischen Strand drauf“.

Tür an Tür: Im Lager von Andreas Koldewey gibt es über hundert Türen für verschiedene Käfer-Modelle.
Tür an Tür: Im Lager von Andreas Koldewey gibt es über hundert Türen für verschiedene Käfer-Modelle. © Privat

In Deutschland hat der VW Käfer keinesfalls nur Kult-Status bei älteren Menschen. „Nein, es kommen gerade wieder viele junge Leute und interessieren sich dafür“, sagt der 59-Jährige. „Der Käfer fasziniert viele Leute.“

Mehr Infos per E-Mail an Koldewey-Lagersysteme@t-online.de (Sven Kühling)

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