VW stellt Konzept für neue E-Auto-Generation vor

Erst Käfer, dann Golf und nun ID.3

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Produkte aus dem Werk Kassel: Der Motor und die Plattform (MEB) für die ID.-Modelle kommen zu großen Teilen aus Nordhessen. 

Volkswagen startet mit dem neuen Elektroauto ID. - nach der Käfer-Epoche und der Generation Golf -  in das dritte Kapitel in der Geschichte des Autokonzerns.

Deshalb soll das neue Modell auch den Namen „ID.3“ tragen. Das reine Elektroauto, so ist zu vermuten, soll den Golf, der für eine ganze Generation steht, früher oder später als Massen-Modell ablösen. Das Konzept für den ID. wurde gestern in Berlin der Presse präsentiert. Gleichzeitig begann – erstmalig für ein VW-Modell überhaupt – eine Vorab-Registrierung für den Kauf eines der ersten ID.3. Wesentliche Teile für das Auto werden im VW-Werk Kassel in Baunatal produziert, etwa der E-Antrieb (bis zu 800 000 Einheiten pro Jahr) und hochfeste Komponenten für den Rahmen.

Der ID. soll dann offiziell bei der Internationalen Automobilausstellung (IAA) im Herbst in Frankfurt präsentiert werden. Ab 2020 soll der „ID.3“ zu haben sein. Die Produktion der Motoren sowie der Rahmenteile im Baunataler Werk beginnt Ende 2019. Derzeit werden in der Halle 1 des nordhessischen Standortes mit Hochdruck die Fertigungsstraßen aufgebaut und getestet.

Die Bauteile aus Nordhessen gehören zum sogenannten Modularen Elektro Baukasten (MEB). Dieser bildet die Plattform auch für alle weiteren Modelle der ID.-Familie. Damit wolle die Marke VW „bis 2025 die globale Nummer eins mit mehr als 20 rein elektrisch angetriebenen Modellen und jährlich mehr als einer Million verkauften Fahrzeugen werden, die emissionsfrei und vernetzt fahren“, betonte Volkswagen gestern.

VW ermögliche mit der ID.-Familie E-Mobilität für die breite Masse, sagt Baunatals Werksprecher Heiko Hillwig. „Dafür spielt der E-Antrieb aus dem Komponenten-Standort Kassel eine wichtige Rolle. Zusammen mit Teilen aus den Komponentenwerken Salzgitter, Poznan und Hannover werden am Standort Kassel alle Teile zu dem E-Antrieb zusammengefügt“, so Hillwig. Die Produktion für die Vorserie habe vor Kurzem begonnen. „In Zukunft werden arbeitstäglich circa 2000 Einheiten gefertigt.“ Rund 1000 Mitarbeiter seien nach dem Hochlauf in der Fertigung in Baunatal im Einsatz.

Diese Aufgabe bedeute für das Werk „die Absicherung von vorhandenen Industrie-Arbeitsplätzen“, sagt Betriebsratschef Carsten Bätzold auf Anfrage. Jetzt gehe es darum, zu den Teilen künftig auch die Anschlussprodukte am Standort zu fertigen. Auch der Karosseriebau in Baunatal ist ordentlich an der Produktion beteiligt. Neben den Antrieben werden laut Werksprecher Hillwig in Kassel tragende Bauteile für den ID. gefertigt. „In der Warmumformung werden Plattformteile für den MEB gepresst, die im eigenen Karosseriebau zu fertigen Karosserieteilen verarbeitet werden.“

Hintergrund

Ab sofort können Interessenten ein Sondermodell des ID.3 vorbestellen. Markenvertriebschef Jürgen Stackmann erläuterte in Berlin, dass das Modell ein Symbol einer neuen Bewegung sei. „Ein Symbol der Zukunft“. Die 3 stehe auch für die Kompaktklasse. „Das ist das Zuhause von Volkswagen.“ Das Fahrzeug sei von außen so groß wie ein Golf und innen so geräumig wie ein Mittelklassewagen, so Stackmann. Das zunächst bestellbare Sondermodell solle unter 40 000 Euro kosten, das folgende Einsteigermodell soll nicht teurer als 30 000 Euro sein. Die verschiedenen Varianten sollen Reichweiten von 330 bis 550 Kilometern ermöglichen. Das Aufladen sei „bei einer Kaffeepause möglich“, wirbt der Hersteller.

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