Kreis bereitet sich auf steigende Zahl vor

Es kommen wieder mehr Flüchtlinge in den Landkreis Kassel

Die Pommernanlage, eine  Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge des Landkreises.
+
In der Pommernanlage werden seit 2012 geflüchtete Menschen untergebracht. Aktuell befinden sich auf dem ehemaligen Kasernengelände acht Gemeinschaftsunterkünfte des Landkreises.

Die Situation an der Grenze zwischen Polen und Belarus ist dramatisch. Doch nicht nur aus Osteuropa wollen Menschen Tag für Tag nach Deutschland fliehen.

Kreis Kassel – Auch über das Mittelmeer und andere beschwerliche Routen versuchen es immer noch Tausende Menschen – täglich. Dass die Zahl der Geflüchteten seit einiger Zeit wieder steigt, ist auch im Landkreis Kassel spürbar. „Die Zahl der Menschen, die uns vom Land Hessen zugewiesen werden, wird wieder steigen und wir bereiten uns darauf vor“, sagt Vizelandrätin Silke Engler (SPD). Aktuell kämen etwa 15 bis 20 Menschen pro Woche im Landkreis an. Schon jetzt sei bekannt, dass es künftig 24 Menschen wöchentlich werden. „Bis Ende des Jahres werden 310 Geflüchtete neu zu uns kommen“, sagt Engler.

In diesem Jahr wurden laut Engler bereits 234 Menschen aufgenommen (Stand September). Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr waren es laut der Vizelandrätin nur 242. Bis zum Ende dieses Jahres sollen es schon über 500 Menschen sein, die untergebracht und betreut werden müssen. „Damit nähern wir uns den Zuweisungen von 2014 an.“ Im Jahr 2015 kamen 2000 Menschen im Landkreis an, ein Jahr später waren es 1700. Von diesen Dimensionen sei man zwar noch weit entfernt, aber „wir müssen uns vorbereiten, um die Menschen auch gut betreuen zu können“. Der Landkreis werde die Betreuung der Geflüchteten weiterhin selbst übernehmen und diese Aufgabe nicht an die Kommunen abschieben.

Aktuell betreibt der Landkreis 17 Gemeinschaftsunterkünfte, acht davon in der Pommernanlage in Wolfhagen-Gasterfeld. Momentan leben 810 Geflüchtete in den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises. Engler: „Auf dem Papier haben wir zurzeit rund 100 freie Plätze – in der Realität ist das aber nicht so“. Grund dafür sei, dass in Räumen, in denen Familien untergebracht sind, keine Einzelreisende untergebracht werden könnten. Zudem könnten in zwei Gemeinschaftsunterkünften nicht alle Zimmer belegt werden, weil dort notwendige Sanierungen erfolgen. „Wir haben daher ein längere Zeit nicht genutztes Haus in der Pommernanlage als 18. Gemeinschaftsunterkunft wieder eröffnet“, berichtet die Vizelandrätin. Der Landkreis Kassel prüfe überdies, ob ehemalige Gemeinschaftsunterkünfte reaktiviert werden können und und halte zeitgleich Ausschau nach neuen Objekten. (Alia Shuhaiber)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.