Künftiger Autobahnverkehr landet auf zweispuriger Straße

Es wird eng bei Helsa: A  44-Teilstück macht B 7 zum Nadelöhr

Ausfahrt Helsa-Ost auf die B7
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So sieht die noch unfertige Ausfahrt Helsa-Ost aus: Darüber gelangen Autofahrer in Richtung Kassel auf die erst zweispurige, dann dreispurige B 7.

Nächstes Jahr wird sich verkehrstechnisch im Kasseler Osten vieles ändern. Autofahrer müssen sich auf mehr Verkehr auf der B 7 zwischen Helsa und Kassel einstellen.

Kreis Kassel – Denn im Herbst 2022 wird voraussichtlich, wie bereits berichtet, der A 44-Abschnitt zwischen Helsa-Ost und Hessisch Lichtenau-West inklusive des Tunnels Hirschhagen für den Verkehr freigegeben. Die B 7 überbrückt die rund elf Kilometer lange Autobahnlücke bis zum Autobahndreieck Kassel-Ost. Zumindest so lange, bis der nächste Verkehrsabschnitt, die sogenannte Verkehrskosteneinheit 11 (VKE 11), gebaut ist. Erst dann wird man direkt von der A 44 auf die A 7 fahren können. Voraussichtlich wird das ab 2035 möglich sein.

Bis dahin aber lenkt die Ausfahrt Helsa-Ost den Autobahnverkehr aus dem Osten auf die B 7. Dort könnte es in den nächsten Jahren eng werden. Das lassen auch Zahlen einer Prognose der Autobahn GmbH vermuten. In den Planungen für den Abschnitt Helsa-Kassel wurde errechnet, dass 2030 auf der B 7 zwischen Helsa-Ost und Kaufungen täglich durchschnittlich 29 000 Autos fahren würden, vorausgesetzt die A 44 steht nicht als Alternative bereit. Von Kaufungen bis zur Anschlussstelle Kassel-Ost wären es sogar 39 000 Autos.

Vergleichbar sind die Zahlen nur mit der letzten Erhebung aus dem Jahr 2015. Die Werte aus der diesjährigen Zählung werden gerade erst ausgewertet. 2015 waren auf der B 7 im Abschnitt von Helsa nach Kaufungen durchschnittlich etwa 15 300 Fahrzeuge am Tag – also nur gut halb so viele – unterwegs. Bis die A 44 fertig ist, müsste die B 7 also die doppelte Verkehrslast aushalten.

Möglicherweise aber sogar noch mehr: Denn unklar ist, inwiefern auch Baustellenfahrzeuge die Strecke für den Bau des Tunnels Helsa nutzen werden.

B7: Baustellenverkehr kommt womöglich hinzu

Ab der neuen Ausfahrt Helsa-Ost bis Kassel-Ost ist die B 7 größtenteils immerhin dreispurig. Die wechselnden Überholspuren müssten aber laut Bernhard Klöpfel von der Autobahn GmbH auch für den Baustellenverkehr herhalten. Man werde prüfen, welche Wege den Verkehr am wenigsten behinderten. Auch neue Baustraßen seien nicht ausgeschlossen. „Wir haben kein Interesse, ein Verkehrschaos zu veranstalten“, sagt Klöpfel.

Problematisch werden könnte es aber dennoch an einer Stelle: Kurz nach der Ausfahrt Helsa-Ost ist die B 7 Richtung Kassel auf etwa 300 Metern Länge nur zweispurig. Laut Klöpfel wurde die Bundesstraße hier schon in Teilen zurückgebaut, um den Lärmschutzwall für die Autobahn anhäufen zu können. Auf der einen Seite der Straße ist der Wall, auf der anderen Seite die steile Böschung hinunter zur Losse.

Hätte diese Engstelle in den Planungen nicht auffallen müssen? Dazu sagt Klöpfel: „Die Bauabschnitte sind zeitlich immer weiter auseinandergegangen. Der Tunnel Helsa sollte eigentlich parallel gebaut werden.“ Diese Stelle sei nie als Autobahnende gedacht gewesen. Nun muss sie bis zur Fertigstellung der A 44 den Autobahnverkehr bis nach Kassel aufnehmen.

Kein weiterer Rückbau geplant

Außer dieser kurzen Stelle, so versichert Klöpfel, werde auf der B 7 bis zur Fertigstellung der Autobahn keine Fahrbahn zurückgebaut. Im Gegenteil – hier und da würden Risse ausgebessert, damit der Straßenabschnitt nach Freigabe der Autobahn einwandfrei an Hessen Mobil übergeben werden könne.

Erst wenn auch der letzte Autobahnabschnitt bis Kassel-Ost fertig und freigegeben ist, werde die B 7 in diesem Streckenabschnitt zurückgestuft, erklärt Klöpfel. Wenn sich der Verkehr auf die neue Autobahn verlagert, soll die B 7 nur noch zweispurig sein, die Überholspuren werden als Teil der Ökobilanz zurückgebaut und damit entsiegelt.

Da es für den Autobahnabschnitt zwischen Helsa und Kassel noch kein Baurecht gibt, weil das Planfeststellungsverfahren noch läuft, will sich die Autobahn GmbH zu Details noch nicht äußern. Für den Abschnitt Helsa-Hessisch Lichtenau gilt laut Hessen Mobil, dass die B 7 zwischen der Anschlussstelle Helsa-Ost und Eschenstruth zur Landesstraße und im weiteren Verlauf bis Fürstenhagen zur Kreisstraße umgewidmet wird.

Von Valerie Schaub

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