Blick ins Innere des Eulennests

Auf Espenauer Hof brüten Schleiereulen in kameraüberwachtem Nistkasten

 Mona Thesling zeigt den vierten Nistkasten, der demnächst angebracht wird. Oben an der Scheunenwand sieht man das Einstiegsloch zu einem der beiden ersten Kästen.
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Viel Platz: Mona Thesling zeigt den vierten Nistkasten, der demnächst angebracht wird. Oben an der Scheunenwand sieht man das Einstiegsloch zu einem der beiden ersten Kästen.

Es sind ganz besondere Bilder, die Mona Thesling derzeit auf ihrem Handy anschauen kann. Sie kommen direkt aus dem Innern eines großen Brutkastens, der hoch oben an der Wand ihres Heubodens angebracht ist. Zwei Schleiereulen sind auf den Bildern zu sehen, die den Kasten bezogen haben. Und auch vier Eier liegen bereits im Nest, die vom Weibchen ausgebrütet werden.

Espenau – „Das ist wahnsinnig spannend zu sehen, wie sie brüten und später ihre Jungen füttern“, sagt Thesling, die bereits im vergangenen Jahr ein Schleiereulenpärchen beobachten konnte. Möglich macht das eine Kamera, die im Innern des Brutkastens angebracht ist. „Wir machen die Kästen natürlich nie auf und kommen auch nur auf den Heuboden, wenn es unbedingt nötig ist. Wir wollen die Eulen nicht stören“, betont sie.

Als sie 2014 auf den Hof am Rande von Hohenkirchen zog, da waren die Eulen schon da. „Auf dem Heuboden lagen überall Gewölle“, erinnert sich Thesling. Also beschloss die Familie, Brutkästen zu kaufen. 2015 brachten sie die ersten zwei Kästen im Innern der Scheune an, mit einem Einstiegsloch an der Außenwand.

Doch die Kästen blieben scheinbar leer. „Im Oktober haben wir dann ein verlassenes Nest darin gefunden mit Eiern drin. Warum die nicht ausgebrütet worden sind, wissen wir nicht“, sagt Thesling. In den folgenden Jahren waren die Kästen dann besetzt, allerdings nicht von Eulen, sondern von Falken. „Darüber haben wir uns auch gefreut. Die haben immer erfolgreich gebrütet.“

Blick in den Nistkasten: Durch eine Kamera kann Mona Thesling das Paar beobachten.

Im vergangenen Jahr war es dann soweit: Das erste Eulenpaar zog in einen der beiden Kästen ein, in direkter Nachbarschaft zu einem Falkenpärchen, das den zweiten Kasten bezog. „Die Eulen hatten fünf Küken, die alle flügge geworden sind“, erinnert sich Thesling.

Nachdem die Eulen den Kasten im Hochsommer verlassen hatten, kamen aber schon bald neue Bewohner in Form von zwei Dohlen. „Die haben tagelang alles sauber gemacht“, erzählt Mona Theslings Mutter Brigitte Thesling, die ebenfalls auf dem Hof lebt. In diesem Frühjahr waren die Dohlen auch noch da, doch den Wettstreit um den Nistplatz haben sie gegen die Eulen verloren. „Ein bisschen leidgetan haben sie uns schon“, sagt Mona Thesling.

Ob das Eulenmännchen dasselbe ist wie im vergangenen Jahr, das wissen die beiden nicht. Das Weibchen ist auf jeden Fall ein anderes. „Dieses ist beringt. Das Weibchen aus dem letzten Jahr hatte keinen Ring“, erklärt Mona Thesling. Sie möchte Kontakt zu einer Vogelwarte aufnehmen, denn vielleicht besteht ja Interesse daran, die jungen Eulen zu beringen.

Weil die Kästen so gut angenommen werden, stehen schon zwei weitere parat. Zudem gibt es auf dem Hofgelände auch andere Nisthilfen, etwa für Spatzen und Schwalben.

Auf einem kleinen See schwimmen Enten. Und für die Insektenwelt hat die Familie blühende Wiesen angelegt. „Wir sind sehr naturverbunden. Die Tiere beobachten zu können ist eine große Bereicherung“, sagt Mona Thesling.

Von Meike Schilling

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