Bestattung in der Natur

Arbeiten abgeschlossen: Waldruhe Schäferberg hat sich vergrößert

Anna Korell und Sabrina Hampe vor einem Schild an der Waldruhe Schäferberg.
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Vermitteln die Plätze in der Waldruhe Schäferberg: Gemeinde-Mitarbeiterin Anna Korell (von links) und Sabrina Hampe.

In der Waldruhe Schäferberg werden gestorbene Menschen mitten in der Natur begraben. Die Waldbestattung liegt im Trend. Jetzt sind die Erweiterungsarbeiten in der Waldruhe abgeschlossen.

Espenau - Auf den ersten Blick wirkt das Gelände der Waldruhe Schäferberg wie ein gewöhnlicher Wald: Buchen und Eichen stehen eng beieinander, dichte Baumkronen halten die Sonnenstrahlen zurück. Grüne Sträucher säumen die Wege, die Vögel zwitschern – doch der Ort, der so gewöhnlich wirkt, ist es nicht. Er ist ein ganz Besonderer.

In der Waldruhe Schäferberg finden gestorbene Menschen ihren Frieden. So viele, dass die Waldruhe zuletzt erweitert werden musste. Die Arbeiten sind nun abgeschlossen.

„Die Waldbestattung liegt im Trend, deshalb haben wir die Ruhestätte seit einigen Jahren kontinuierlich erweitert“, sagt Anna Korell von der Gemeinde Espenau. An den Wurzeln der Bestattungsbäume ist Platz für bis zu acht Urnengräber, 273 Bäume hätten bei der Eröffnung 2005 zur Verfügung gestanden. „Mittlerweile haben wir auf über 700 Bäume erweitert“, sagt Korell.

Waldruhe Schäferberg: Arbeiten haben sich lange Zeit hinausgezögert

Die erste Grabstätte für den Erweiterungsbereich habe sie bereits 2016 vermitteln können, erzählt die Gemeinde-Mitarbeiterin. „Wir mussten uns beim Landkreis die Genehmigung holen, dass wir bestatten dürfen, wir mussten Bäume auswählen, ein Vermessungsbüro war da, Hinweisschilder wurden angebracht. Das hat sich hingezogen.“

Die Waldruhe Schäferberg steht jedem offen, unabhängig von Wohnort oder Konfession. „Wir sind kein klassischer Friedhof, Grabstätten können bereits zu Lebzeiten erworben werden“, sagt Korell. Doch warum wollen manche Menschen ausgerechnet unter einem Baum im Wald beerdigt werden?

Waldruhe Schäferberg: Grabsteine, Einfassungen, und Grabbepflanzungen gibt es nicht

Sabrina Hampe, ebenfalls für die Vermittlung der Plätze verantwortlich, erklärt: „Die meisten Menschen, die hier liegen, wollten ihren Angehörigen nie zur Last fallen.“ Grabsteine, Einfassungen, und Grabbepflanzungen gibt es nicht. Lediglich ein kleines Schild am Baum erinnert an den Toten. Für die Hinterbliebenen gibt es so kaum Pflegeaufwand.

Die gesamte Waldruhe ist naturbelassen, selbst die Urnen sind aus biologisch abbaubarer Maisstärke gefertigt. Das Niederlegen von Grabschmuck ist – bis auf eine einzelne Blume ohne Draht oder Kunststoff – nicht zulässig. „Manchmal drücke ich auch ein Auge zu, aber besonders das Niederlegen von Kerzen ist im Wald absolut verboten“, sagt Hampe. Die meisten Besucher beachten die Vorschriften. „Viele Leute, die hier liegen, liebten die Natur. Deshalb soll uns der Wald noch lange erhalten bleiben“, erzählt Hampe.

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