Hausnotruf

Defekte Telekomleitungen in Espenau: Enkel sorgt sich um Großmutter

Hausnotruf trotz kaputter Telefonleitung? Bei Elisabeth Exler in Espenau funktioniert die Telefonleitung nicht. Sie soll erst in vier Wochen wieder repariert sein. Solange kann sie nun auf ein Ersatzhandy der Telekom und ein Funkgerät des ASB zurückgreifen.
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Hausnotruf trotz kaputter Telefonleitung? Bei Elisabeth Exler in Espenau funktioniert die Telefonleitung nicht. Sie soll erst in vier Wochen wieder repariert sein. Solange kann sie nun auf ein Ersatzhandy der Telekom und ein Funkgerät des ASB zurückgreifen.

Seit einer Woche funktionieren mehrere Telefonanschlüsse in Espenau nicht. Das ist ein Problem, vor allem dort, wo womöglich Menschenleben davon abhängen. Wie bei Elisabeth Exler: Ihr Hausnotruf ist mit der Telefonleitung verknüpft.

Espenau – Es ist nur ein kleiner Knopf, der vor allem älteren Menschen im Notfall das Leben retten kann, wenn sie allein zu Hause sind. Wird er gedrückt, löst das einen Alarm aus: den Hausnotruf. Viele können mit dem Service von Rettungsdiensten noch lange in ihrem Haus allein und selbstständig leben – und sind nicht auf ein Heimplatz angewiesen.

Das setzt allerdings voraus, dass die Technik funktioniert – in diesem Fall vor allem die Telefonleitung. Denn darüber wird die Zentrale des Rettungsdienstes per Knopfdruck alarmiert. Dort verständigt entweder jemand die Angehörigen, oder alarmiert bei Bedarf den Rettungsdienst.

Auf diesen Notruf kann sich Fabian Exler aus Espenau gerade nicht verlassen. Seine 94-jährige Großmutter Elisabeth Exler nutzt den Hausnotruf. Aber bei ihr und vielen anderen in Espenau funktioniere der Telefonanschluss schon seit einer Woche nicht, sagt ihr Enkelsohn. Sollte seine Großmutter nun auf den Knopf drücken, passiert nichts. Er weiß von weiteren, meist älteren Menschen, die im Umfeld ebenfalls betroffen sind. „Wir sind nicht die einzigen.“

Der erste Anruf beim Telekom-Kundenservice macht die Lage nicht besser: Es heißt zunächst, der Anschluss könne voraussichtlich erst am 23. Juli wieder funktionsfähig sein. Vier Wochen ohne Hausnotruf sei eine lange Zeit. „Es ist nicht immer jemand bei meiner Großmutter“, sagt der Enkelsohn. Ausfälle der Telefonleitung habe es zwar schon mal gegeben, die seien aber meist nach ein paar Tagen behoben worden.

Die Vorschläge der Telekom-Servicestelle helfen den Exlers zunächst nicht weiter. „Wir brauchen ja keinen Internetanschluss, um Homeoffice zu machen.“ Auch eine Kostenerstattung bringt dem Espenauer nichts. Er will einfach nur, dass der Hausnotruf seiner Großmutter funktioniert.

Nach weiteren Telefonaten hat die Telekom ihm nun ein Notfallhandy zugesagt, das an seine Großmutter geschickt wird, sagt er. Es hat große Tasten und wird für ein halbes Jahr umsonst zur Verfügung gestellt. Damit, so hofft er, kann seine Großmutter die Familie kontaktieren, wenn es einen Notfall gibt.

Auch der ASB, der das Hausnotrufsystem von Elisabeth Exler anbietet, hat eine Lösung. Michael Görner vom ASB Nordhessen erklärt, dass der Arbeiter-Samariter-Bund in solchen Fällen ein Zusatzgerät anbietet, dass den Hausnotruf über Funk an die Zentrale sendet. „Das Gerät wird von uns innerhalb von Stunden beim Kunden ausgetauscht“, sagt Görner.

Bei einigen Kunden sei das schon vorgekommen, es passiere aber nicht häufig. Sollte die Telefonleitung gestört sein, werde das am Hausnotrufgerät auch als Störung angezeigt, sagt Michael Görner. So erkennen Kunden, ob es im Notfall funktioniert.

ASB-Geschäftsführer Michael Görner

Der Service eines Ersatzfunkgeräts koste zwölf Euro zusätzlich im Monat. Den Betrag könnte man bei der Telekom in Rechnung stellen. „In solchen Fällen einfach bei uns anrufen, wir helfen“, sagt Görner. ArchivFoto: Michaela Pflug

Das sagt die Telekom: „Wir bitten um Verständnis“

Tatsächlich sind von dem Kabelschaden derzeit viele analoge und digitale Anschlüsse in Espenau betroffen, bestätigt Telekomsprecher Peter Kespohl. „Wir haben mehrere Wasserschäden und manche davon schon beheben können.“ Die lange Reparaturdauer erklärt er so: „Wir müssen ein 50 Meter langes Kabel unter der Bahntrasse austauschen.“ Wenn alles gut laufe, könnten die Tiefbauarbeiten am 5. Juli beginnen und bis Mitte kommender Woche beendet sein. Das beschädigte Kabel werde dann durchgetrennt – das bedeute einen stundenweise Ausfall für alle – dann werden nach und nach die Leitungen freigeschaltet. Bis dahin versuche man, betroffene Leitungen provisorisch neu zu schalten. Die Arbeiten seien aufwendig. „Wir bitten um Verständnis.“

Von Valerie Schaub

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