MEIN GARTENTRAUM Selbstversorger mit naturnahem Idyll

Ein Paradies auf 3000 Quadratmetern in Espenau

Verwunschenes Paradies: Auf 3000 Quadratmetern baut Theo Grimm in seinem Garten alles an, was man zum Leben braucht.
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Verwunschenes Paradies: Auf 3000 Quadratmetern baut Theo Grimm in seinem Garten alles an, was man zum Leben braucht.

Blühende Landschaft mit Gräsern, Blumen, Bäumen: Hobbygärtner zeigen, was hinter oder vor den Häusern oder auf Balkonen im Landkreis Kassel alles möglich ist – und wie ihr persönlicher Gartentraum aussieht.

Espenau – Theo Grimm hat nicht nur seine zwei Enkel und deren Freunde regelmäßig in seinem Garten zu Gast, sondern auch viele Vögel, unter anderem Grünspechte, Buntspechte und auch mal eine Waldohreule. Die Spechte fühlen sich auch deshalb in Grimms Garten so wohl, weil sie hier genügend Ameisen zum Fressen finden. Denn bei Grimm gibt es keinen englischen Rasen, sondern er lässt das Gras gerne hochstehen. Und wenn er mäht, dann hauptsächlich so, wie es früher gemacht wurde: mit der Sense. Denn würde er den Rasenmäher nutzen, würden die Nester der Ameisen zerstört, die hier im hohen Gras versteckt liegen. Und ohne Ameisen keine Spechte.

Darin liegt schon das ganze Geheimnis dieses verwunschenen Ortes, der im Herzen von Espenau liegt und ein Paradies für Mensch, Tier und allerlei Insekten ist. Grimms Garten bietet Heimat für alle, und wenn er sagen müsste, was für ein Gartenkonzept er verfolgt, dann das: „In der Natur ist alles ein Miteinander, und für mich ist es wichtig, dass sie vielfältig ist.“

Espenau: Paradies auf 3000 Quadratmetern

Wie in alten Zeiten: Theo Grimm kürzt seinen Rasen fast ausschließlich mit einer Sense, damit er die Nester der Ameisen nicht zerstört.

Deshalb finden sich auf der 3000 Quadratmeter großen Fläche Waldbäume ebenso wie etliche Obstbäume in Jung und Alt, ein Gemüsegarten, Kräuter, Blumen, fünf Bienenvölker, zehn Hühner und zwei Hähne. „Ich versuche, vieles abzudecken“, sagt Grimm, der vor 30 Jahren aus dem südlichen Mittelfranken nach Espenau kam. Im Gepäck nicht nur Hühner, sondern auch viel Wissen über ökologische Landwirtschaft.

Seine Eltern hatten in der fränkischen Seenlandschaft einen landwirtschaftlichen Betrieb, den Grimm auch heute noch teilweise bewirtschaftet. „Ich komme aus dem Nutzpflanzenanbau“, sagt der 72-Jährige. Auch heute sind er und seine Frau Sibylle Brinkmann durch den Garten weitestgehend Selbstversorger.

Selbstversorger mit naturnahem Idyll mitten in Espenau

Bei Grimm steht nichts in Reih und Glied, und was für manchen Freund des englischen Gartens nach Chaos aussehen mag, hat alles einen Sinn. So steht hier und da ein kleiner Apfelbaum mitten im Beet, zum Beispiel eingerahmt von Chicorée, einer Sonnenblume, Johannisbeeren und einem Strauch Basilikum. „Ich habe den Baumkindergarten mitten im Beet zwischen den Blumen, damit sie geschützt sind“, erklärt Grimm. Sobald das Bäumchen dann etwas älter und stärker ist, wird es an eine andere Stelle des Gartens versetzt.

Bienenwachsschmelze: Theo Grimm hat seit 30 Jahren Bienenvölker. In diesem Behältnis schmilzt er den Bienenwachs und macht daraus zum Beispiel Kerzen.

Als er hier vor 30 Jahren ankam, da fand er einen pflegeleichten Rasen und ein paar Bäume vor. Er pflanzte dann etliche Bäume. Vor dem Haus Waldbäume, um einen Sicht- und Lärmschutz zur Straße zu schaffen, hinter dem Haus Obstbäume. Auch tote Bäume finden sich hier, die Grimm nicht fällt, damit sich hier zum Beispiel Wespen und Hornissen die Baumaterialien für ihre Nester besorgen können. Es ist ein natürlicher Kreislauf. Grimms Prinzip: immer mit der Natur arbeiten. Das alles sieht nach viel Arbeit aus, ist es aber laut Grimm nicht. Vielleicht, weil er hier so völlig in seinem Element ist. „Ich kann hier auch einfach nur sitzen und finde Ruhe und Frieden.“

Von Amira El Ahl

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