Wohnen soll teurer werden

Erhöhung der Grundsteuer in Espenau könnte Polster schaffen

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Wohnen könnte auch in Espenau-Hohenkirchen demnächst teurer werden: Die Gemeinde plant, die Grundst euer anzuheben. 

Espenau – In Espenau wird es eng. Zumindest, was das flüssige Geld im Finanzhaushalt angeht. Die Gemeindeverwaltung hat den Haushaltsentwurf für dieses Jahr vorgestellt, und große Sprünge wird die Kommune nicht machen können.

Im Gegenteil: Um überhaupt den nötigen Finanzpuffer aufzubauen, muss die Gemeinde die Steuern erhöhen. 

Bürgermeister Carsten Strzoda kündigte an, dass die Gemeinde die Grundsteuern A und B sowie die Gewerbesteuer von 380 auf je 430 Prozentpunkte anheben müsse. „Anders bekommen wir den Haushalt nicht gestemmt“, sagte Strzoda bei der Gemeindevertretersitzung am Montagabend, bei der er den Haushaltsentwurf vorstellte.

Wenn die Steuern nicht angehoben werden, würde der Finanzhaushalt einen Fehlbetrag von knapp 20 000 Euro aufweisen. Ein Grund dafür: die Neuregelungen in der Hessischen Gemeindeordnung durch die Hessenkasse. Die Gemeinde Espenau profitiert zwar vom Investitionsprogramm der Hessenkasse und bekommt knapp 1,1 Millionen Euro. Gleichzeitig muss sie aber dafür sorgen, dass sie ihre Kredite tilgt, ohne neue Schulden im Finanzhaushalt zu machen.

Der Haushalt sei so knapp aufgestellt, dass man nun bei dem „unliebsamen Thema Hebesätze angekommen sei“, um den Fehlbetrag auszugleichen, erklärte Strzoda. Mit 430 Prozentpunkten läge man immer noch unter dem Kreisdurchschnitt. Die letzte Anhebung in Espenau habe es 2015 gegeben. Die Belastung für die Bürger würden sich dabei im Rahmen halten. Er selber müsse nach der Anhebung 30 Euro mehr im Jahr zahlen, rechnete der Bürgermeister vor.

Mit der vorgeschlagenen Anhebung könnte die Verwaltung mit einem Überschuss von 129 500 Euro rechnen. „Das ist viel Geld, aber wir brauchen Fleisch auf den Rippen“, sagte Strzoda. Man brauche den Überschuss, um kompensieren zu können, wenn an anderer Stelle Einnahmen einbrechen würden. Als Beispiel nannte er den vom Land Hessen prognostizierten Anstieg der Einkommenssteuer von sechs Prozent für dieses Jahr. „Wenn dieser nur zu 50 Prozent eintritt, müssen wir den Fehlbetrag ausgleichen können.“

Der Haushalt sei am Bedarf orientiert. „Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, geht nichts mehr.“ Man könne das wahre Leben nicht ausblenden. In fast allen Bereichen rechnet die Verwaltung mit Mehrausgaben in diesem Jahr, unter anderem bei den Personalkosten für die Kinderbetreuung.

Steuererhöhungen seien immer eine schwere Entscheidung, sagte der Bürgermeister. Aber es dürfe nicht vergessen werden, dass die Gemeinde bereits die Straßenbeiträge abgeschafft und auch die Wasserbeiträge gesenkt hätte, um die Bürger zu entlasten.

Der Haupt- und Finanzausschuss wird nun über den Haushaltsentwurf beraten.

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