Langsam wird es eng in der Schule

Für Nachmittagsbetreuung fehlen Personal und Platz – Neuer Pavillon in Espenau geplant

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In der Grundschule Espenau werden außerhalb der Schulstunden 109 Kinder betreut, das sind 90 Prozent alle Schulkinder. 

Derzeit fehlt es an der Grundschule in Espenau in der Nachmittagsbetreuung an Platz und Personal. Ab dem Sommer soll die Situation entschärft werden. Dann gibt es einen besseren Betreuungsschlüssel und auch ein Neubau ist geplant. 

Am Montag sah es für ein paar Stunden so aus, als wenn bei einigen Eltern in Espenau ein mittleres bis schweres Betreuungschaos ausbrechen würde. Der Landkreis hatte am frühen Vormittag mitgeteilt, dass ab Dienstag und bis mindestens Freitag die Betreuung außerhalb der Schulstunden wegen Krankheit ausfallen würde.

Am Nachmittag kam dann aber die Entwarnung. Nur am Montag ab 13.40 Uhr war kurzfristig keine der fünf Betreuerinnen einsatzfähig, ab Dienstag waren die 109 Kinder in der Nachmittagsbetreuung aber wieder versorgt.

Trotzdem sind einige Eltern mit der Gesamtsituation der Nachmittagsbetreuung unzufrieden. „Seit Monaten haben wir ein Problem“, erzählt eine betroffene Mutter. Die Kinder würden in viel zu kleinen Räumen betreut. Die drei Betreuungsräume würden bei Weitem nicht für die 109 Kinder ausreichen. Zudem gebe es zu wenige Betreuer, die seit Wochen immer wieder wegen Krankheit ausfallen würden. „Selbst der 1 zu 31 Schlüssel kann seit Wochen nicht erbracht werden“, sagt die Mutter. Darunter würden nicht nur die Kinder, sondern auch die Betreuerinnen leiden.

Der Landkreis Kassel weiß um das Problem und versucht es zu beheben, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn. Von den fünf Betreuerinnen sei eine langfristig erkrankt. „Das führt dazu, dass die Arbeitsbelastung für alle sehr hoch ist.“ Die drei Räume seien tatsächlich auf Dauer zu klein für 109 Kinder, da seien sich Landkreis und Schule einig, sagt Kühlborn. „Deshalb wollen wir einen Pavillon aufstellen, der mit zwei zusätzlichen Räumen bestückt wird.“ Der Landkreis sei im engen Austausch mit der Schule und derzeit in der Planungsphase. „Wir hoffen, dass wir schon zum neuen Schuljahr die zusätzlichen Kapazitäten schaffen können“, sagt Kühlborn.

Der Bedarf an Nachmittagsbetreuung sei überall enorm hoch, sagt der Kreissprecher. In Espenau würden über 90 Prozent der Kinder in die Nachmittagsbetreuung gehen. Die wird an der Grundschule von zwei Seiten gestemmt, von der Gemeinde und dem Landkreis Kassel. Der Landkreis bietet – wie an allen Grundschulen – ein Standardmodul zur Mittagsbetreuung von 11.40 bis 13.40 Uhr an. Die Gemeinde bietet zusätzlich eine Betreuung von 7 bis 8 Uhr und von 13.40 bis 17 Uhr an.

Die Grundschule in Espenau nimmt jedoch nicht am „Pakt für den Nachmittag“ teil. Es gibt also bisher keinen Rechtsanspruch auf eine Nachmittagsbetreuung in der Grundschule. „Diese Lücke wollten wir mit der erweiterten Schulbetreuung schließen“, sagt Espenaus Bürgermeister Carsten Strzoda.

Wer will, kann während der Nachmittagsbetreuung auch ein warmes Essen bekommen. Insgesamt 58 Kinder sind für das Mittagessen derzeit angemeldet. Die Essensausgabe findet von 12.30 bis 13.15 Uhr statt. Gegessen wird in der Aula.

Ab dem nächsten Schuljahr, also schon im Sommer, soll alles besser werden, das verspricht Kreissprecher Harald Kühlborn. Denn dann wird auch der Betreuungsschlüssel angepasst. Das hat der Kreistag gerade erst beschlossen. Dann wird ab einer Gruppenstärke von über 25 Kindern eine weitere Betreuungskraft in den bestehenden Gruppen eingesetzt.

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