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Espenau darf zwischen Ortsteilen Mönchehof und Hohenkirchen kein Tempolimit anordnen

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Von: Valerie Schaub

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Weiterhin Tempo 100: Die Gemeinde Espenau wollte zwischen Hohenkirchen und Mönchehof wieder Tempo 70 anordnen. Das geht nun nicht, es fehlt die Rechtsgrundlage.
Weiterhin Tempo 100: Die Gemeinde Espenau wollte zwischen Hohenkirchen und Mönchehof wieder Tempo 70 anordnen. Das geht nun nicht, es fehlt die Rechtsgrundlage. © Gemeinde espenau

Zwischen Mönchehof und Hohenkirchen sollte das Tempo auf 70 Kilometer pro Stunde reduziert werden, nach mehreren Prüfungen gibt es nun endgültig eine Absage.

Espenau – Zwischen Mönchehof und Hohenkirchen gilt Tempo 100. Weil sie die Stelle für gefährlich halten, wollten das Parlament und Bürgermeister Carsten Strzoda das Tempo auf 70 Kilometer pro Stunde reduzieren. Nach mehreren Prüfungen der Polizei, der Oberen Straßenverkehrsbehörde des Landkreises und Hessen Mobil gibt es dafür nun endgültig eine Absage. Der Grund: Es fehle die Rechtsgrundlage. Selbst ein Lärmgutachten änderte nichts daran.

Die Strecke zwischen den Ortsteilen ist rund 700 Meter lang. Bis 2014 galt dort Tempo 70. Allerdings hatten der Landkreis, die Polizei und Hessen Mobil damals nach zwei Verkehrsschauen gefordert, die Beschränkung aufzuheben. Das tat die Gemeinde – widerwillig. Seitdem sind dort 100 km/h erlaubt.

Seitdem kommt es immer wieder zu Gefahrensituationen, erklärt Strzoda: Autos fahren zu schnell in den Ort und gefährden die Abbieger im Kreuzungsbereich in Mönchehof. Viele beschleunigen auf der geraden Strecke schon innerorts auf über 50 km/h, Radfahrer sind gefährdet. Bürger hätten sich beschwert. „Muss denn erst was passieren?“, fragten sie

Bei Verkehrsschau 2021 entschied man sich gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung

Vor zwei Jahren setzte das Parlament das Thema also wieder auf die Tagesordnung und forderte, ein Tempolimit erneut zu prüfen. Bei einer Verkehrsschau im Herbst 2021 sprachen sich Landkreis, Polizei und Hessen Mobil aber wieder gegen eine Geschwindigkeitsbeschränkung aus. Sie sahen die Sicherheit an dieser Stelle nicht gefährdet, es gebe keinen Unfallschwerpunkt. Auch ein Überholverbot mache keinen Sinn, denn es sei für den Autofahrer erkennbar, dass ein Überholen wegen der Kuppe zu gefährlich sei, fasst Strzoda das Ergebnis der Behörden zusammen.

Trotzdem ordnete der Rathauschef ein Tempolimit an, Schilder wurden aufgestellt. Bei Hessen Mobil kamen allerdings Bedenken auf, ob diese Anordnung rechtens sei. Die Behörde schaltete also den Landkreis als übergeordnete Stelle ein. Der Landrat wiederum bat die Gemeinde um eine Stellungnahme und ließ die bereits aufgestellten Schilder umdrehen.

Für die Gemeinde ist klar, dass ein Tempolimit nicht nur CO2-Emissionen, sondern auch den Lärm der Straße verringern würde, unter dem die Bewohner des Neubaugebiets „Südliches Hopfenfeld“ bald zu leiden hätten. Der Schallpegel wäre dort laut einem Gutachten bei Tempo 70 um drei Werte niedriger, bei Tempo 50 um fünf, erklärt Strzoda.

Das Gesundheitsamt hat sich bei der öffentlichen Auslegung für Tempo 50 ausgesprochen

Auch das Gesundheitsamt hatte sich bei der öffentlichen Auslegung der Baupläne für Tempo 50 ausgesprochen. Doch auch das änderte nichts an der Einstellung der Behörden: Für ein Tempolimit fehle die rechtliche Grundlage. Stattdessen empfiehlt das Regierungspräsidium für das Baugebiet eine Lärmschutzwand. Andernfalls könnte man festlegen, die Häuser an der Straße in Riegelform zu bauen, um dadurch Schall abzudämpfen. Das soll nun im Bebauungsplan verankert werden.

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