1. Startseite
  2. Lokales
  3. Kreis Kassel
  4. Espenau

Gegenstände auf Gräbern stören Mäharbeiten in Espenau

Erstellt:

Von: Amir Selim

Kommentare

Anna Korell von der Friedhofsverwaltung der Gemeinde Espenau neben einigen pflegeleichten Gräbern (Friedparkgräber). Auf und um sie dürfen eigentlich keine Gegenstände liegen, um die Mäharbeiten nicht zu behindern.
Anna Korell von der Friedhofsverwaltung der Gemeinde Espenau neben einigen pflegeleichten Gräbern (Friedparkgräber). Auf und um sie dürfen eigentlich keine Gegenstände liegen, um die Mäharbeiten nicht zu behindern. © Amir Selim

Eigentlich sind pflegeleichte Gräber (Friedparkgräber) beliebt, weil sie keine aufwendige Betreuung brauchen. Doch am Friedhof Hohenkirchen in Espenau sorgen sie für Probleme.

Espenau – Denn auf vielen Gräbern finden sich Gegenstände, obwohl das nicht erlaubt ist.

„Die Gräber sind eigentlich pflegelos“, sagt Anna Korell von der Friedhofsverwaltung der Gemeinde Espenau. Die Gräber bestehen aus Grabplatten ohne Erhebungen und sind um einen Baum gelegt. Im Regelfall haben Angehörige keine Pflegeaufgaben. Die Rasenfläche wird von Mitarbeitern des Bauhofs des Zweckverbandes Immenhausen-Espenau betreut und gemäht. Doch durch die vorhandenen Gegenstände werden die Arbeiten behindert.

Die Mitarbeiter würden mit einem Aufsitzmäher über die Fläche fahren. Gegenstände wie Figuren oder Ähnliches könnten das Gerät beschädigen, erklärt Korell. Und auch ein Umkurven der Sachen ist aufgrund der Größe der Mäher schwierig. Erlaubt ist das Niederlegen einzelner Blumen ohne Kunststoff oder draht. Solche Pflanzen stellen kein Hindernis für die Mitarbeiter dar. Zudem können Angehörige Gegenstände in den Wintermonaten aufstellen. Das Problem bestehe nur in den Monaten, in denen der Rasen wächst. Das passiere ab 10 bis 12 Grad, sagt Korell. Dann beginnen die Mäharbeiten.

Ein eine emotionale Angelegenheit für die Angehörigen

Sie verstehe, dass es ein emotionales Thema ist. „Deshalb treten wir mit Vorsicht an die Angehörigen heran“, sagt Korell. Das einfache Wegräumen habe nämlich schon für Ärger mit Leuten geführt. Außerdem bedeute es für die Mitarbeiter einen höheren Zeitaufwand und verursache deshalb Kosten.

Das Problem gebe es schon seit über zehn Jahren. Seit dem es die pflegeleichten Gräber gibt, sagt Korell.

Für solche Gräber entscheiden sich oftmals Witwen und Witwer. „Wie soll ich mich in meinem Alter drum kümmern“, hieße es oft, sagt Korell. Selbiges gilt für Kinder der Verstorbenen, die nicht mehr in der Region wohnen.

In Vellmar wird durchgegriffen

Auch in Vellmar habe die gleiche Problematik wieder zugenommen, berichtet Astrid Kneuer. Sie ist Pressesprecherin der Stadt. „Es werden wieder vermehrt Sachen abgestellt“, sagt sie. Wenn dies vorkomme, werden die Angehörigen freundlich angeschrieben, die Gegenstände zu entfernen. Ansonsten werden diese von der Friedhofverwaltung weggeräumt. „An den Stellplätzen der jeweiligen Friedhöfe, zum Beispiel an der Kapelle, können die Sachen dann abgeholt werden“, so Kneuer. Auch in Vellmar verstehe man, dass es ein emotionales Thema ist. Gerade an Todes- oder Geburtstagen komme es vor, dass Gegenstände platziert werden. Aber „die Mitarbeiter können beim Mähen keinen Slalom fahren.“ (Amir Selim)

Auch interessant

Kommentare