Vermieter ignoriert Schaben

Erneuter Kakerlaken-Befall in der Grundschule Espenau: Ursache steht jetzt fest

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Verwahrlost: Auf dem Gelände an der Bahnhofstraße 39 bis 41 quillen die Müllcontainer über. In insgesamt 35 Wohnungen leben überwiegend Familien aus der Türkei und Rumänien. 

Espenau. In der Grundschule Espenau müssen zum dritten Mal Schädlinge bekämpft werden. Wie jetzt bekannt wurde, kommen die Kakerlaken aus Wohnhäusern an der Bahnhofstraße. 

Müll, Lärm, Gestank: Der Wohnkomplex an der Bahnhofstraße in Mönchehof sorgt seit Jahren regelmäßig für großen Unmut in der Bevölkerung. Der Kakerlakenbefall ist allerdings eine neue Dimension – und Hauseigentümer Ali Basac macht es den Behörden nicht besonders leicht. 

Am Mittwoch hatte sein Anwalt den von der Gemeinde bestellten Schädlingsbekämpfern den Zutritt zu den Wohnungen untersagt. Laut Kreissprecher Harald Kühlborn will sich der Eigentümer ein günstigeres Angebot einholen. 

Den Kakerlaken geht es also frühestens in der kommenden Woche an den Kragen. Die Kommunikation zwischen Eigentümer und Gemeinde gestaltet sich seit vielen Jahren schwierig.

Firma Rentokil schon dreimal beauftragt

„Der Eigentümer ist von uns aufgefordert worden, bis zum 21. September das Gebäude von den Schädlingen zu befreien“, erklärt Kühlborn. Die Behörden haben die Firma Rentokil bereits zum dritten Mal mit der Schädlingsbekämpfung in der Grundschule Espenau beauftragen müssen. Doch solange die Ursache nicht beseitigt wird, ist das Vorhaben ein Kampf gegen Windmühlen. 

Der Wohnkomplex an der Bahnhofstraße sei zwar kein Messihaus, die Rahmenbedingungen seien aber schabenfreundlich, sodass sich das Ungeziefer dort ungestört vermehren könne, erklärt Kühlborn. Die Schädlingsbekämpfung sei sehr aufwendig. „Das wird nicht mit einem Mal getan sein.“

Kontaminiert: Die Kakerlaken in der Grundschule Espenau wurden von Außen hereingetragen. Bereits zweimal wurde das Gebäude mit Schädlingsgift behandelt. In den Herbstferien soll dort noch einmal mit einem Insektizid behandelt und anschließend gereinigt werden. 

Die Frist der Gemeinde hat Basac mittlerweile verstreichen lassen, sodass die Gemeinde jetzt eine Ersatzvornahme angekündigt hat. Das bestätigt Albrecht Bertelmann, Büroleiter der Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde beabsichtigt, selbst einen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen und Basac die Kosten in Rechnung zu stellen. Doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig. „Auf dem Grundstück befinden sich 35 Wohnungen. Die können wir nicht einfach stürmen“, sagt Bertelmann. Zunächst müsse ermittelt werden, wo sich der Herd des Befalls befindet. 

Dazu müsse den Schädlingsbekämpfern Zutritt zu den Wohnungen gewährt werden. „Es gibt Gespräche mit dem Rechtsanwalt und der Hausverwaltung des Eigentümers“, erklärt Bertelsmann und ergänzt: „Wir tun alles, um das Problem so schnell wie möglich zu lösen.“ Sollte keine Einigung erwirkt werden, behalte sich die Gemeinde weitere rechtliche Schritte vor.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Für ausreichende Hygiene an der Bahnhofstraße hat er in den vergangenen Jahren nicht gesorgt. Im August 2015 räumte Ali Basac bei einer Anwohnerversammlung Probleme mit der Hygiene ein und versprach, etwas zu unternehmen. In dem Wohnquartier wohnen vorwiegend türkisch- und bulgarischstämmige Familien. Zu dem Ungezieferbefall äußert sich Basac nicht. Eine Mitarbeiterin ließ ausrichten, dass Basac bis Ende nächster Woche nicht zu sprechen sei.    

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