Sie sehen ehrenamtliches Engagement gefährdet

Junges Paar sucht vergeblich Bauplatz in Espenau

Andrea Haupt und Johannes Menne suchen einen Bauplatz in Espenau. Wenn sie keinen finden und wegziehen, könnte das auch das Ende ihres Ehrenamts sein. Haupt ist Gemeindejugendwartin, Menne ihr Stellvertreter.
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Andrea Haupt und Johannes Menne suchen einen Bauplatz in Espenau. Wenn sie keinen finden und wegziehen, könnte das auch das Ende ihres Ehrenamts sein. Haupt ist Gemeindejugendwartin, Menne ihr Stellvertreter.

Seit ihrer Kindheit leben Andrea Haupt und Johannes Menne in Espenau. Seit ihrer Jugend sind sie in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Gerne würde sie bleiben. Doch bisher suchen sie vergeblich nach einem Bauplatz.

Espenau - „Wir wollen nicht hier weg, weil wir uns hier engagieren“, sagt die 28-Jährige. Schon oft haben sie unabhängig voneinander bei der Gemeinde nach Bauplätzen gefragt. Eine Chance malen sie sich mittlerweile nicht mehr aus.

Die Nachfrage nach Bauplätzen werde immer größer, und so schnell entstehen keine neuen. Baulücken oder leere Häuser im Ort gingen oft unter der Hand weg, sagt Menne. Und die Pläne zum Baugebiet am Bruchfeldweg mit rund 40 Plätzen liegen vorerst auf Eis – der Stand des Bürgerbegehrens ist Thema in der kommenden Parlamentssitzung.

Der Widerstand gegen das Baugebiet hat die beiden überrascht. „Es soll ja hier kein neuer Stadtteil entstehen“, sagt der 29-Jährige. Er sieht auch nicht, dass dadurch der dörfliche Charakter verloren gehe. Er sieht darin die Chance, auch jungen Espenauern, die sich im Ort engagieren, eine Zukunftsperspektive zu geben. „Wir würden uns freuen, wenn wir hier bauen könnten.“

Das Paar sieht es so: Wenn Espenauer, die sich für die Gemeinde engagieren, dort sesshaft werden, dann profitiert davon doch auch die Gemeinde. Wenn sie wegziehen, weil sie keinen Wohnraum finden, leide das Ehrenamt und letztlich auch der Ort.

Diese Ansicht haben sie im Rathaus mitgeteilt und erfahren, dass die Gemeinde bei der Vergabe von Bauplätzen bereits darauf achtet, dass Espenauer nicht leer ausgehen (siehe Hintergrund). Hoffnung haben sie trotzdem wenig.

Dabei ist die Feuerwehr in Espenau ihre Herzensangelegenheit. Manchmal sind Andrea Haupt und Johannes Menne viermal in der Woche im Gerätehaus am Kreisel. „Es ist schön, junge Kameraden zu sehen und zu wissen, die habe ich ausgebildet“, sagt Andrea Haupt. Als sie die Position als Gemeindejugendwartin übernommen hat, stand sonst kaum jemand zur Wahl. Menne ist ihr Stellvertreter. Das wollen beide nicht aufgeben. Natürlich könne man sich auch im Nachbarort engagieren, aber weder seien dort Bauplätze leicht zu haben, noch mache das wegen der Entfernung viel Sinn. Die Argumente der Bürgerinitiative kann das Paar nur teilweise nachvollziehen.

Die Grundstücke links des Bruchfeldweges seien doch schon gekauft, mit der Grünen Mitte und dem Glockenteich gebe es noch immer grüne Oasen. „Die Gemeinde tut auch viel für die Umwelt“, sagen beide und nennen das Engagement der Senioreninitiative.

Es geht dem jungen Paar nicht um dieses eine Baugebiet am Bruchfeldweg, betonen beide. Sie wollen einfach, dass Espenauer in Espenau bleiben können.

Von Valerie Schaub

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