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Kleintierzüchter Frank Lehmann klärt über Unterschiede bei Hasen und Kaninchen auf

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Von: Amir Selim

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Ein Hauskaninchen der Rasse Alaska auf der Wiese
Ein Hauskaninchen der Rasse Alaska aus dem Bestand von Frank Lehmann. © Amir Selim

Wer sich schon immer gefragt hat, ob der Osterhase in Wirklichkeit vielleicht ein Osterkaninchen ist, und was es mit den Ohren auf sich hat, der geht am besten zu Frank Lehmann.

Espenau – Frank Lehmann ist der Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins K 66 in Espenau. Seit 1975 züchtet er Kaninchen. Bereits sein Vater habe dieses Hobby gepflegt, sagt der Kaninchenzüchter.

Doch worin bestehen nun die Unterschiede zwischen den Tieren, die beide zur Familie der Hasen gehören? 

Zähmbarkeit

Bei den Hasen gibt es keine zähmbaren Arten. Würde der Versuch unternommen, sie in einem Gehege zu halten, würden sie keine Ruhe geben, sagt Lehmann. „Hasen würden versuchen rauszukommen und zum Beispiel ständig gegen die Zäune donnern.“

Anders sieht es bei den Kaninchen aus. Diese wurden vom Menschen schon vor Jahrhunderten gezähmt. Doch auch da gibt es wilde Artgenossen. Diese können nicht gehalten werden. Es wäre theoretisch möglich, dass die Jungen der Wildkaninchen sich noch zähmen lassen. Aber generell sei auch das schwierig, erklärt er.

Der Nachwuchs

Größere Unterschiede gibt es in den ersten Lebenstagen der Säugetiere. „Kaninchen werden blind und nackt geboren. Sie sind wehrlos“, sagt der Kaninchenzüchter. Erst nach neun bis zehn Tagen ändere sich das. Dann sei das Fell gewachsen. Bei Hasen ist das anders. Sie werden behaart und sehend geboren. „Hasen sind Nestflüchter. Sie knabbern direkt nach der Geburt an Grün.“ Auch die Menge an Nachwuchs unterscheidet sich. „Bei Hasen sind es oft nur zwei Jungen. Bei Kaninchen können es vier bis sechszehn sein“, sagt Lehmann.

Lebensweise

Kaninchen haben ihre Nester in Höhlen. Hasen dagegen entspannen in sogenannten Sassen, sagt Lehmann. Das sind flache Mulden, in denen sie sich tagsüber verstecken.

Ein Feldhase auf einer Wiese
So sehen Feldhasen aus, die nicht zähmbar sind und in der Wildnis leben. © Karen Miether/epd

Körperbau

Schon das Fleisch der Artgenossen unterscheidet sich: „Hasen haben rotes, Kaninchen weißes Fleisch“, sagt Lehmann. Beim Vergleich zwischen Feldhasen und den von Lehmann gehaltenen Hauskaninchen der Rasse Alaska fallen einem direkt Unterschiede auf. „Die Alaska-Kaninchen sind kurz und gedrungen“, sagt der Fachmann. Sie wiegen zwischen drei und vier Kilogramm und werden bis zu 30 Zentimeter groß, Hasen sind drahtiger gebaut und werden bis zu 68 Zentimeter groß und wiegen vier und fünf Kilogramm. Doch das gilt nicht für alle Kaninchenarten. So gibt es zum Beispiel die Hasenkaninchen. Eine Kaninchen-Art, die dem Hasen zum Verwechseln ähnlich sieht, samt langer Ohren. (Amir Selim)

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