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Mit 20.000 Lichtern im Garten trotzt Paar aus Espenau Krisen

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Von: Valerie Schaub

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Da strahlen sie: Karl-Heinz Alvarez-Prieto (links) und Christian Frost haben ihren Garten mit Tausenden Lichtern geschmückt. An diesem Wochenende ist ihr Garten offen für Besucher. In diesem Jahr werden die Lichter nicht so oft angestellt wegen der Energiekrise.
Da strahlen sie: Karl-Heinz Alvarez-Prieto (links) und Christian Frost haben ihren Garten mit Tausenden Lichtern geschmückt. An diesem Wochenende ist ihr Garten offen für Besucher. In diesem Jahr werden die Lichter nicht so oft angestellt wegen der Energiekrise. © Valerie Schaub

Weihnachtlich leuchtet es in einem Espenauer Garten. Dabei wäre der Lichterzauber mit Tausenden LED-Lämpchen um ein Haar in diesem Jahr ausgeblieben. Das Paar will trotz Krisen für Freude sorgen.

Espenau – Für Christian Frost und seinen Partner gab es in diesem Jahr wenig gute Nachrichten. Im Frühjahr hatte sein Verlobter einen Herzinfarkt, dann einen Schlaganfall. Da war für den 38-Jährigen klar: In diesem Jahr wird er auf das weihnachtliche Blinken und Leuchten im Garten in Espenau verzichten.

Frost ist darin nämlich Spitzenreiter. Seit fünf Jahren schmückt der Norddeutsche immer in der Weihnachtszeit Haus und Garten. Mit 200 Lichtern fing alles in einer Einraumwohnung in Rostock an. In Espenau hat sich daraus ein Großprojekt mit 20.000 Lämpchen entwickelt.

Unter dem Titel „Lichterzauber“ ist das voll erleuchtete Haus im Schlehenweg 10 über Espenau hinaus bekannt. Frosts Verlobter, Karl-Heinz Alvarez-Prieto, hat die Rolle des Weihnachtsmannes entdeckt und gibt jedes Jahr in rotem Kostüm und Rauschebart eine Sprechstunde im Garten.

Und obwohl das in diesem Jahr alles nicht sein sollte, sind die beiden doch wieder am Schmücken – detailgenau und anspruchsvoll. Schließlich soll nicht jedes Jahr alles gleich aussehen. „Ich wusste, ich halte das nicht aus, wenn nichts leuchtet“, sagt der 38-Jährige und lacht.

Als der Nachbarsjunge mit großen Augen fragte: „Macht ihr wieder diese Weihnachtslichterparty?“, fiel es ihm schwer, Nein zu sagen. Ein Schalter habe sich bei ihm umgelegt, als der Junge fragte, ob sie wegen des Kriegs ausfalle. „Ein Kind sollte sich nicht mit diesem Krieg beschäftigen müssen.“

Die Entscheidung stand fest: Es gibt die Lichterparty, nur eben reduziert – nicht nur wegen der angeschlagenen Gesundheit des hauseigenen Weihnachtsmanns. Sondern auch wegen der Energiekrise. „Wir wollen trotzdem Freude verbreiten.“

Für ihre Entscheidung hat das Paar auf Facebook Kritik bekommen. Ob so etwas nötig sei in der Energiekrise. Alvarez-Prieto hat darauf mit einem Gedicht geantwortet. Praktisch sieht die Antwort so aus: Die Lichter sind LED-Leuchten, die Hälfte davon auf Batteriebetrieb umgestellt. „Da ist keine einzige Glühbirne dabei“, erklärt Frosts Verlobter. Er rechnet damit, dass die Beleuchtung insgesamt drei Kilowattstunden verbraucht.

An allen Wochenenden leuchten die Lichter abends rund zwei Stunden. Teilweise hängen sie an selbstkonstruierten Gebilden, auf dem Weg zum Haus leuchtet ein Eiskristall aus Kleiderbügeln. Das Paar schenkt für Besucher abends Glühwein aus. Für Kinder hat der Weihnachtsmann kleine Tüten gepackt. Einen Sponsor gibt es noch nicht. „Wir sparen uns das alles ab“, sagt Alvarez-Prieto. Sollte sich einer melden, würden die beiden an eine Kinderhilfe spenden.

Wenn sie am Wochenende in leuchtende Kinderaugen schauen, wissen sie, es war die richtige Entscheidung.

Termin: Lichterzauber und Weihnachtsmannsprechstunde am Samstag, 10. Dezember, im Schlehenweg 10, Espenau, ab 17.30 Uhr.

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