Nachruf

Er starb mit 91 Jahren: Ernst Platner hinterlässt ein großes Erbe

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Ernst Platner bei der Verleihung der Alfred-Dregger-Medaille im Jahr 2016. 

Ernst Platner ist tot. Der verdiente CDU-Politiker ist am 11. Juli im Kreiskrankenhaus Hofgeismar im Alter von 91 Jahren gestorben.

Für sein außergewöhnliches politisches Engagement erhielt der Espenauer etliche Auszeichnungen.

Er war CDU-Kreisvorsitzender, Mitglied des Kreisausschusses, Kreistagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender – die Liste der ehrenamtlichen Posten von Ernst Platner ist lang. Auch wirkte der Jurist lange Zeit als Delegierter bei Bundesparteitagen der Christdemokraten mit und gehörte 17 Jahre dem Staatsgerichtshof an.

Bedingt durch die Folgen eines Schlaganfalls lebte Platner die letzten Jahre zurückgezogen mit seiner zweiten Ehefrau Lieselotte in seinem Wohnhaus in Espenau. Als die Pflege zu Hause nicht mehr möglich war, zog er im vergangenen Sommer in eine Seniorenwohngemeinschaft im Espenauer Pflegeheim „Neue Mitte“.

Platner war viele Jahrzehnte aktives Mitglied in der CDU. Zu seinem 90. Geburtstag im Januar 2018 wurde er vom CDU-Landesverband für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Drei Jahre zuvor erhielt er von Ministerpräsident Volker Bouffier die höchste Auszeichnung der hessischen CDU: die Alfred-Dregger-Medaille in Gold. 

Er wurde auch mit dem Hessische Verdienstorden, dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie dem Ehrenschild in Gold des Landkreises Kassel für sein vielfältiges Engagement geehrt. „Ohne ihn würde es die CDU im Kreis so nicht geben. Er war eine wichtige Persönlichkeit und hat ein reiches Erbe hinterlassen, wofür wir sehr dankbar sind“, sagt der CDU-Kreisvorsitzende Michael Aufenanger.

Platner ist in Kassel geboren und aufgewachsen, lebte aber seit 1965 in Espenau. Nach dem Abitur am Wilhelmsgymnasium diente er im Zweiten Weltkrieg und geriet infolgedessen in Kriegsgefangenschaft. Aus Frankreich zurück, lebte er mit seiner Familie in Witzenhausen. 1947 trat er in die CDU ein und gründete zunächst die Junge Union (JU) Witzenhausen und kurz darauf die JU Bad Sooden-Allendorf. Nach seiner Rückkehr in den Landkreis Kassel übernahm er 1966 den CDU-Kreisvorsitz und führte von 1968 bis 1983 die CDU-Fraktion im Kreistag. Die Gründung von elf CDU-Ortsverbänden im Landkreis Kassel geht auf seine Initiative zurück. Sein politisches Engagement übte er über viele Jahre neben seinem Beruf als Anwalt aus.

„Rechtsanwalt und Notar war sein Traumberuf“ sagt Thomas Platner. Nicht nur die Interessen der Mandanten habe sein Vater im Blick gehabt, sondern auch die Anwaltschaft. So habe er sich als langjähriger Präsident der Rechtsanwaltskammer und Notarkammer Kassel dafür eingesetzt, dass in Hessen der Beruf des Anwaltsnotars erhalten bleibt und auch an der Gründung des Versorgungswerks der Rechtsanwälte in Hessen erheblichen Anteil gehabt. „Mit dieser Begeisterung hat er auch mich angesteckt“, sagt Platner. Er und seine Schwester Ulrike Platner-Mühlenbein sind ebenfalls als Juristen tätig. „Sein Traumberuf lebt also in uns beiden Kindern fort.“   

Der Trauergottesdienst mit Urnenbeisetzung findet am 2. August um 14 Uhr in der Friedhofskapelle Espenau-Hohenkirchen statt.

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