Industrieschlot abgerissen

Problem-Quartier an Espenauer Bahnhofstraße: Gemeinde will mitgestalten

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Kurz vor dem Abriss: Der baufällige Industrieschlot auf dem Gelände in der Bahnhofstraße 39-41.

In das Thema Bahnhofstraße 39-41 in Espenau kommt Bewegung. Der seit Jahren baufällige Industrieschlot, der sich auf dem Gelände befand, wurde gestern abgerissen.

Der etwa 18 Meter hohe Schornstein wurde mit einem Bagger mit einem 21 Meter langen Kranausleger von oben nach unten abgetragen. Der Besitzer des Areals, Ali Basak, hatte den Abriss beantragt und eine Fachfirma aus Baunatal mit dem ordnungsgemäßen Abriss beauftragt, wie Bürgermeister Carsten Strzoda erklärt.

Aber das ist nicht die einzige Entwicklung in Sachen Bahnhofstraße 39-41. Die Gemeindevertreter haben einstimmig beschlossen, einen Bebauungsplan für das Areal aufzustellen. Denn derzeit unterliegt die etwa 8800 Quadratmeter große ehemalige Industriefläche keinem B-Plan. „Wir sind jetzt beauftragt worden, Ideen zu entwickeln, wie das Ganze aussehen kann, auch mit ergänzender Bebauung“, erklärt Strzoda.

Damit will die Gemeinde Einfluss auf die zukünftige Entwicklung auf dem Areal nehmen. „Wenn da zum Beispiel gebaut werden soll, können wir bestimmte Vorgaben machen“, sagt der Bürgermeister. Also zum Beispiel, wie hoch maximal gebaut werden darf, ob Gewerbe angesiedelt werden kann, die Festlegung des Verhältnisses von bebauter zu unbebauter Fläche oder ob es ein reiner Wohnraum werden soll. Auf all solche Fragen kann dann die Verwaltung Einfluss nehmen. An den bestehenden Gebäuden wird sich nichts ändern.

Um zu verhindern, dass der Eigentümer in der Zwischenzeit – also bis der B-Plan aufgestellt ist – Veränderungen an dem Areal vornimmt, hat das Parlament auch eine Veränderungssperre beschlossen. Das heißt, der Eigentümer darf nun nicht mehr ohne Einwilligung der Gemeinde Veränderungen am Gelände vornehmen. „Wenn er nicht bauen will, dann ist das so. Aber wenn gebaut wird, dann wollen wir das alles geordnet in einer Planung haben“, sagt Strzoda.

Die Wohnblöcke an der Bahnhofstraße im Espenauer Ortsteil Mönchehof sorgen seit Jahren für Unmut. Lärmbelästigung und überquellende Mülltonnen sind den Nachbarn schon lange ein Dorn im Auge. Zuletzt war das Gebäude wegen Kakerlakenbefalls in die Schlagzeilen geraten. Der Eigentümer hatte nun – so steht es in der Beschlussvorlage, die dem Parlament vorgelegt wurde – „Absichten kundgetan, eine ergänzende Nahverdichtung des Areals durch Neubauten zu erwägen“. Solch eine Überlegung würde in den Augen der Verwaltung „die bestehenden städtebaulichen Konflikte noch verschärfen, wenn sie planerisch ungeordnet umgesetzt werden“, heißt es im Beschluss.

Das will die Gemeinde unbedingt verhindern. So soll nun auch geprüft werden, ob auf Freiflächen Grünanlagen angelegt werden können. „Es gibt auf dem Gelände keine Gärten“, sagt Strzoda. Es gehe der Gemeindeverwaltung darum, die Lebensqualität für alle zu steigern. „Am Ende sollen alle davon profitieren“, sagt Strzoda. Sowohl die Bewohner des Areals als auch die Nachbarschaft. Die Gemeinde wolle eine sozial verträgliche Nahverdichtung sicherstellen. Der erste Schritt dazu wurde nun gemacht.

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