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PV-Anlage soll bei Espenau-Mönchehof gebaut werden

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Von: Michaela Pflug

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So ähnlich könnte die Anlage in Espenau auch aussehen: Gesellschafter Christoph Lübcke im Solarpark Gasterfeld Wolfhagen. Archi
So ähnlich könnte die Anlage in Espenau auch aussehen: Gesellschafter Christoph Lübcke im Solarpark Gasterfeld Wolfhagen. © Norbert Müller

Die Gemeinde Espenau will erneuerbare Energien fördern. Jetzt hat sich das Parlament für ein entsprechendes Projekt entschieden.

Espenau – Einstimmig haben die Gemeindevertreter beschlossen, westlich von Hohenkirchen eine Anlage errichten zu lassen. Auf 18 Hektar will die Espenergy GbR eine frei stehende Fotovoltaik-Anlage bauen.

Die Gemeinde ist eingebunden, da ein Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan geändert werden muss. Bisher waren die Flächen Vorranggebiet Landwirtschaft und wurden als solche genutzt, sind aber von minderer Qualität, wie in der Verwaltungsvorlage zu lesen war. Künftig sollen sie ein Sondergebiet sein.

Die Espenergy-Gesellschafter haben bereits Zugriff auf die Flächen, erklärte Jan Goldau. Neben ihm sind auch Tim Uges und Christoph Lübcke, der Geschäftsführer des PV-Spezialisten BLG Project, Gesellschafter. Sie stellten ihr Projekt vor, Lübcke wurde von Christian Hess vertreten.

Die Anlage soll 19 Gigawattstunden pro Jahr produzieren, erklärte Goldau. „Damit könnte man ungefähr 5000 Haushalte versorgen.“ Uges erläuterte, dass der Strombedarf in Zukunft deutlich steigen würde, auch durch die wachsende Bedeutung von Wärmepumpen und Elektromobilität. Solarenergie sei nötig, um diese Lücke zu schließen, insbesondere an Orten wie Espenau, in denen aufgrund der Nähe zum Flughafen Windenergie keine Rolle spielen kann. Natürlich sollten auch private und gewerbliche Dachflächen für PV-Anlagen genutzt werden, erklärte Uges.

Doch das sei nicht genug. „Mit der geplanten PV-Anlage würde Espenaus Stromversorgung bilanziell zu 74 Prozent erneuerbar.“ Neben der Stromerzeugung betreibe man mit der Anlage auch Klima- und Landschaftsschutz. Der Magerrasen unter den Modulen diene zum Beispiel als Lebensraum für Tiere, die auch den Zaun um die Anlage überwinden könnten.

Auch die finanziellen Vorteile für die Gemeinde skizzierten die Gesellschafter. Bei einer Laufzeit von 25 Jahren und einer Einspeisevergütung zwischen 7 und 11 Cent würde sie zwischen etwa 1,4 Millionen und 3,6 Millionen Euro einnehmen. Diese setzen sich aus Gewerbesteuer, Grundsteuer und einer Umsatzbeteiligung von etwa 600 000 Euro zusammen.

Im Anschluss wurden Fragen gestellt. Wilfried Reh (FWG) wollte wissen, wie lange es dauere, bis die Anlage Gewinn mache und die Gewerbesteuer fließe, schließlich dauere das bei einer normalen PV-Anlage etwa zehn Jahre. Hess entgegnete, dass die anderen Beträge schon früher fließen und es auch nicht – bei einem Strompreis wie jetzt – zehn Jahre bis zur Gewinnzone dauere. Jörg Machill (GLE) fragte: „Können sich auch Bürger beteiligen, etwa über eine Energiegenossenschaft?“ Der Aufwand sei zu hoch, verneinte Uges. Aktuell werde geprüft, ob man Ladesäulen aufstellen könnte, die die Espenauer nutzen könnten. Thorsten Wiemers (CDU) hakte nach: „Das heißt, wir erzeugen den Strom hier, aber beziehen ihn nicht selber?“ Goldau erklärte: „Wir hatten auch die romantische Vorstellung, dass wir den Strom lokal erzeugen und verkaufen. Aber das dürfen wir nicht.“ Dann würde man als Energieversorger auftreten, der ganz andere Auflagen erfüllen müsse. Der Strom müsse zudem in das EU-weite Verbundnetz fließen. Volker Knebes (SPD) fragte, ob die Gemeinde, falls sie selbst eine PV-Anlage bauen würde, die Infrastruktur des Projektes nutzen könnte. Technisch wäre das möglich, dann müsse man dies aber im Vorfeld wissen, um die Voraussetzungen zu schaffen, sagten die Gesellschafter.

Jutta Viehmann (GLE) regte an, dass man sich frühzeitig Gedanken über verpflichtende Vorgaben für Biodiversität und Umweltschutz mache. Hess merkte an, dass man sich am Anfang eines mehrstufigen Genehmigungsverfahrens befinde, zu dem Offenlegungen, Behördenbeteiligungen und Gutachten gehören. Bürgermeister Carsten Strzoda schlug vor, dass der Vorentwurf in kommenden Gremiensitzungen diskutiert werden soll.

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