Espenau prüft, wie Verkehr beruhigt werden kann

Rechts vor links keine Lösung an Rothwester Straße

Rothwester Straße in Espenau mit Anliegern Iris und Claus Eßmann
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Weil viele Autos schon vor dem Ortsschild beschleunigen, wünschen sich Anlieger der Rothwester Straße eine Verkehrsberuhigung. Baulich wäre möglicherweise eine Verschwenkung der Straße denkbar, so wie es sie schon an der Holzhäuser Straße in Espenau Richtung Holzhausen gibt.

Es ist vor allem die Geräuschkulisse und die Gefahr durch zu schnell fahrende Autos, die Anwohner an der Rothwester Straße beklagen. Jetzt sind die Gemeinde, die Verkehrsbehörde beim Landkreis und die Polizei weiter. Gezeigt hat die kürzliche Verkehrsschau aber auch: Es ist nicht einfach.

Espenau – Für die Rothwester Straße in Espenau kommt eine zunächst simpel erscheinende Idee nicht in Frage: Nämlich ein Rechts-vor-Links, erläutert Bürgermeister Carsten Strzoda. Wenn Fahrer bei jeder Einmündung nach rechts hätten schauen und bremsen müssen, hätte man auf diese Weise vielleicht den Verkehr beruhigen können, war die Idee.

Aber: „Die Rothwester Straße ist eine höherrangige Straße, man nimmt sie als Vorfahrtsstraße wahr“, sagt Strzoda. Mit einer Rechts-vor-links-Regelung verschlimmbessere man die Situation vielleicht sogar. „Die Befürchtung war, dass wir dadurch einen Unfallschwerpunkt schaffen“, berichtet Strzoda. Die Variante sei geprüft, von den Fachbehörden dann aber abgelehnt worden.

Auf diese Lösung hatten auch die Anwohner Iris und Claus Eßmann ihre Hoffnung gesetzt. Sie waren bei dem Termin dabei. Letztendlich sei es egal, welche Lösung es gebe, denn „alles ist besser als der Zustand jetzt“, sagt Iris Eßmann. Das Treffen verlief in ihren Augen fair, „wir haben uns gehört gefühlt“. Positiv sehen die Anwohner auch, dass die Gemeinde schnell reagiert habe und die Reaktionen offen waren. Es sei auch klar geworden, so Eßmann, dass die Lösung des Lärmproblems komplizierter sei, als zunächst vermutet.

Das sieht auch die Gemeinde so. „Gegen den Lärm können wir nur bedingt etwas machen“, räumt Strzoda ein. Man müsse sich auf die Verkehrsberuhigung konzentrieren. Mit dem Tempodisplay, der Verlegung des Ortsschildes und dem Tempo-70-Schild hinter der Kuppe sei das Maximale an Möglichkeiten ausgeschöpft.

So sieht eine Verschwenkung an der Holzhäuser Straße in Espenau aus.

Das Einzige, was der Gemeinde bleibe, seien bauliche Veränderungen. Eine Verschwenkung in der Straße wäre so ein Beispiel. Auch Hubbel und Barrieren auf dem Straßenbelag seien Thema bei der Verkehrsschau gewesen. Aber auch da wäre mit dem gleichen Problem zu rechnen: Sie erzeugen Lärm. „Der Fahrer bremst davor ab und beschleunigt dann wieder“, erklärt Bürgermeister Strzoda. „Wir wollen nichts verschlimmbessern.“ Auf die Gemeinde kämen dabei schnell fünfstellige Kostenbeiträge zu.

Auch an den landwirtschaftlichen Verkehr sei zu denken, erläutert Carsten Strzoda. Der brauche schließlich Platz, das sei zu beachten, wenn man an Verschwenkungen oder eine engere Fahrbahn als Lösung denke.

Ein dauerhafter Blitzer kommt laut Behörden an der Stelle nicht in Frage. Dazu müssten mehrere Bedingungen erfüllt sein, die hier nicht greifen. So gilt beispielsweise ein bestimmter Abstand zum Ortsschild, der nicht eingehalten werden könnte. (Valerie Schaub)

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