Sie haben alle Sorten probiert 

Paradies für Käsefans: Nordhessen-Duo bietet über 130 Käsespezialiäten an

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Bieten den Kunden immer etwas Besonderes an: Die Mitarbeiter der „Käse-Spezialitäten“ von Kalinke & König auf dem Wehlheider Markt, Aziza Salomon und Benedikt Schuba wissen, was ihre Kunden mögen.

Zwei Männer aus Espenau bieten ein ganzes Paradies für Käsefans an. Michael König und Ulrich Kalinke verkaufen über 130 Sorten und haben alle schon probiert. 

Früher, als Student, hat Michael König es gemacht wie hunderttausende andere Supermarkt-Besucher in Deutschland auch: Er ist ans Kühlregal gegangen und hat sich abgepackten Gouda gekauft. Fertig geschnitten. Heute lagert der 59-Jährige in einem Kühlraum in Espenau über 130 Käsesorten aus Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz, die er nicht nur gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Ulrich Kalinke verkauft, sondern auch alle probiert hat und benennen kann. „Mittlerweile kenne ich alle Käse“, sagt König.

Von der Mittelmäßigkeit des Käse-Geschmacks hat er sich eher durch Zufall in den Käse-Olymp hinauf probiert. Die Idee, Käse zu verkaufen, entstand aus einer Laune heraus, erzählt König. Vor 15 Jahren fing alles an. Damals sei ein befreundeter Metzger auf sie zugekommen und habe ihnen erzählt, dass jemand in Baunatal seinen Wagen samt Stellplätzen auf Märkten abgeben wolle. 

Kalinke vermarktete damals schon Käse für eine Firma. Der Markt-Verkauf sollte ein Hobby sein, „ein kleiner Nebenjob“, wie König sagt. Daraus ist ein Vollzeitjob und eine Erfolgsgeschichte geworden. Denn wer in Nordhessen außergewöhnliche Käse-Spezialitäten kaufen möchte, endet mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Kalinke & König. „Außer in der Markthalle und bei Waltrauds Käsestube am Bebelplatz gibt es nicht viele Möglichkeiten“, sagt König.

Michael König, Inhaber des Käseladens 

Ihre gelben Wagen mit den „Käse-Spezialitäten“ sind schon von Weitem auf den Wochenmärkten der Region zu erkennen. Donnerstags stehen sie in Melsungen, freitags bringen die insgesamt sieben Mitarbeiter des Unternehmens Kalinke & König die Käse-Spezialitäten auf den Kasseler Wochenmärkten in Wehlheiden und Harleshausen unter die Marktbesucher, samstags stehen sie auf dem Baunataler Marktplatz. Sogar in Niedersachsen verkaufen Kalinke & König ihren Käse.

Am Anfang hätten sie noch selber hinter der Theke gestanden, erzählt König. „Das war sehr aufregend. Es haben sich ewige Schlangen gebildet, wir waren einfach zu langsam.“ Weil er keine Ahnung von Käse gehabt hätte, habe er sich jede Woche einen neuen Käse ausgesucht, den er seinen Kunden empfohlen habe. „So habe ich dann Schritt für Schritt die Sorten kennengelernt.“

Käse als Nischenprodukt in Nordhessen 

In Nordhessen mit seiner vorwiegend „fleischfressenden Bevölkerung“, wie König es mit einem Augenzwinkern ausdrückt, sei Käse eher ein Nischenprodukt. Hackfleisch kostet beim Metzger bis zu zehn Euro. Die Käse im Sortiment von Kalinke & König kosten pro Kilo locker das Doppelte bis Dreifache. „Wir bieten zum Beispiel Sorten von kleinen Bauernhöfen in Frankreich an, da haben wir ein Alleinstellungsmerkmal“, erklärt König. Ihr Sortiment unterscheide sich vom Angebot eines Supermarkts, es sei qualitativ hochwertig und daher auch hochpreisig. „Wir besetzen eine Nische.“ 80 Prozent der Käufer an ihren Ständen seien Stammkunden. „Welcher Käse gut ist, entscheidet am Ende der Kunde“, sagt König.

Ulrich Kalinke, Inhaber des Käseladens 

Kalinke & König stehen nur in Ausnahmefällen hinter der Theke, wenn jemand ausfällt. Ansonsten kümmern sie sich um das Organisatorische, die Bestellungen, fahren die Wagen auf die Märkte und zurück ins Hauptquartier nach Espenau. In seinem privaten Kühlschrank hat Michael König weiterhin nur eine Sorte Käse liegen – immer etwas Besonderes. „Für mich ist Käse kein Hungerstiller, sondern ein Genussmittel“, sagt König. Aus dem Gouda-Esser wurde ein Genießer. 

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