Bürgermeisterwahl Espenau

Von der Trainerbank ins Espenauer Rathaus

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Genießen die Zeit zu dritt: Ehefrau Kerstin und Sohn Fabian unterstützen Espenaus Bürgermeister Carsten Strzoda im Wahlkampf.

Für Espenaus Bürgermeister Carsten Strzoda ist Zeit mit der Familie heilig. Er tritt am 1. März erneut zur Wahl an. Ehefrau Kerstin und Sohn Fabian unterstützen ihn dabei.

Im Handball ist es ähnlich wie in der Politik. Der Trainer muss das Ziel vorgeben, das Team motivieren und ein Gespür dafür haben, wer vielleicht gerade besondere Aufmerksamkeit benötigt, weil er in einem Formtief steckt.

Carsten Strzoda hat als Trainer der Handballerinnen des SV Espenau also vermutlich das beste Training absolviert, was man als Bürgermeister bekommen kann. „Auch in der Verwaltung und im Parlament geht es nur mit Teamwork“, sagt Strzoda. „Wir gewinnen und wir verlieren zusammen.“ Der Sport habe ihn da sehr geprägt, sagt der 47-Jährige, der selbst viele Jahre Handball gespielt hat, bevor das Knie nicht mehr mitmachte.

Dass er einmal Bürgermeister werden würde, dachte er selbst nicht. „Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht.“ Seine Freunde hätten aber immer gesagt: Du wirst irgendwann Bürgermeister. „Offenbar war das von außen klarer als für mich.“

Nach seiner Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten habe er einfach gedacht: Das kann es noch nicht sein. Er macht also an der Abendschule das Fachabitur mit Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung und hängt – neben seiner hauptberuflichen Arbeit bei der Stadt Kassel – noch ein nebenberufliches Studium zum Wirtschaftsdiplom an. Er wird Haupt- und Personalamtsleiter beim Magistrat der Stadt Grebenstein und fühlt sich dort angekommen. „Ich hatte ein super Team.“

Doch dann tritt sein Vorgänger im Amt, Michael Wielert, nicht erneut zur Wahl an und viele aus Espenau fragen Strzoda, ob er es nicht versuchen will. Er geht als Parteiloser ins Rennen und gewinnt. „Das Ergebnis war überragend, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt er rückblickend.

Seither ist Strzoda 24 Stunden im Einsatz. „Er ist immer für alle da“, sagt seine Frau, mit der er seit 2009 verheiratet ist. Am Anfang sei das natürlich eine Umstellung gewesen, den Mann und Vater mit 5000 anderen zu teilen. „Aber uns macht das auch Freude und wir unterstützen ihn dabei“, sagt Kerstin Strzoda, die in Vellmar bei der Kasseler Sparkasse arbeitet.

Auch Sohn Fabian findet es überwiegend „cool“, dass sein Papa Bürgermeister ist, „weil man als Bürgermeister Dinge mitentscheiden kann.“ Dass er oft auf seinen Papa verzichten muss, weil der offizielle Verpflichtungen hat, findet er gar nicht schlimm. „Wir holen das dann alles im Urlaub nach“, sagt der Zehnjährige, der am liebsten ans Meer fährt.

Wichtig ist Strzoda, dem Vater, Ehemann und Freund, dass er sich durch den Job nicht verändert. „Ich gebe alles, aber ich will mich nicht aufgeben“, sagt er. Natürlich habe der Job auch eine Strahlkraft in das Privatleben, das lasse sich nicht ändern. „Aber es kommt darauf an, wie man damit umgeht. Man muss sich selbst treu bleiben.“ Seine Frau beschreibt ihn als offen, umgänglich, ehrlich und humorvoll.

Beim Sport, sonntags mit der Familie oder beim Dartspielen mit Freunden kann er abschalten. „Die Zeit mit Familie und Freunden ist heilige Zeit“, sagt Strzoda, der betont, dass es ein großes Glück sei, dass seine Freunde noch immer die gleichen seien wie vor seiner Zeit als Bürgermeister. „Oder obwohl ich Bürgermeister bin“, sagt er und grinst.

Nur einen Nachteil habe es, dass ihr Mann Bürgermeister ist, sagt Kerstin Strzoda: Der Einkauf dauere jetzt länger als vorher, weil sie eigentlich immer irgendwelche Zettel für ihren Mann zugesteckt bekommt. „Aber das ist okay“, sagt sie und lacht. Nach sechs Jahren habe sie sich daran gewöhnt. Nur Sohn Florian verdreht die Augen, wenn es wieder länger dauert und geht dann lieber schon mal nach Hause – Fußball spielen.

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