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Weihnachtsbaum in Espenauer Kreisel sorgt für Spott

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Erntet viel Spott: Der diesjährige Weihnachtsbaum am Kreisel an der Feuerwehr.
Erntet viel Spott: Der diesjährige Weihnachtsbaum am Kreisel an der Feuerwehr. © Sebastian Schaffner

Eine Privatperson aus Espenau spendete eine Tanne aus dem eigenen Garten. Im Netz wird über die mangelnde Ästhetik des Gewächses gelacht.

Espenau – Auch Weihnachtsbäume können für Schlagzeilen sorgen. Das haben im vergangenen Jahr ein großer und ein kleiner Weihnachtsbaum in Kassel bewiesen. Heinrich stand auf dem Märchenweihnachtsmarkt und war sehr hässlich. Der andere stand am Wesertor und war zwar schön, aber dafür eingezäunt, worüber selbst überregionale Medien berichteten.

Jetzt sorgt wieder ein Weihnachtsbaum in der Region für Gesprächsstoff. Dieses Mal geht es um den Baum, den die Gemeinde Espenau am Kreisel an der Feuerwehr aufgestellt hat. Er ist zwar groß, aber auch etwas mager und sehr licht, was vielleicht gut in diese triste Zeit und zur Stimmung passt, aber eben auch ein bisschen traurig aussieht.

In der Facebook-Gruppe Schönes Espenau wird der Baum bereits rege kommentiert. Ein Nutzer hat zwei Fotos eingestellt, eines vom Baum in Espenau und daneben eines des Baums, der in Vellmar aufgestellt wurde. Der Vellmarer Baum ist wohl das, was man ein Prachtexemplar nennen würde: groß, gleichmäßig gewachsen, sehr voll und sehr grün.

Ein bisschen unfair sei der Vergleich, findet Bürgermeister Carsten Strzoda. „Auch nicht so schöne Bäume wollen mal Weihnachtsbaum sein.” Vor allem nachts, wenn die Lichter am Baum angingen, komme das ganze Potenzial des Baums zum Tragen, sagt Strzoda. „Dann sieht er wirklich gut aus, weil er eine gewissen Höhe hat und gerade gewachsen ist.“

Auch in der Facebook-Gruppe wird der Espenauer Baum mit Humor genommen. Eine Nutzerin schreibt: „Vellmar, bevor man feiern geht und Espenau, nachdem man feiern war.“ Ein anderer sieht es positiv: „Wir leben halt nachhaltiger. Der Baum wäre eh nächstes Jahr gestorben.“

Ein Prachtexemplar von Weihnachtsbaum stand 2017 auf dem Kreisel an der Goethestraße.
Ein Prachtexemplar von Weihnachtsbaum stand 2017 auf dem Kreisel an der Goethestraße. © Schaffner, Sebastian

Zumindest sei der Baum schöner als der in Dresden, kommentierte eine weitere Nutzerin. Dort steht eine sehr lichte Fichte auf dem Weihnachtsmarkt vor der Frauenkirche, die sehr viel Häme einstecken musste. Doch der kahle Baum hat einen ernsten Hintergrund. Die Veranstalter des Dresdner Weihnachtsmarkts haben sich laut dem Spiegel-Magazin ganz bewusst für einen regionalen Baum von Sachsenforst entschieden. Zum einen wegen der kürzeren Transportwege. Zum anderen zeige der Zustand der Bäume sehr gut, wie es in sächsischen Wäldern nach Trockenheit und Waldbränden derzeit aussehe.

So schlimm steht es um den Espenauer Baum nicht. Der stammt aus einem Privatgarten aus der Buchenstraße. Wie in jedem Jahr hatte die Gemeinde einen Aufruf für eine private Baumspende gestartet. Der Baum war für den Garten zu groß geworden und hätte eh gefällt werden müssen. So wurde er zum Weihnachtsbaum der Gemeinde erkoren. „So ist die Regionalität gewahrt, und das geht auch mal zulasten des Aussehens“, sagt Strzoda. Aber, darauf legt er wert: Nicht jeder Baum schaffe es durch das Auswahlverfahren. Über Geschmack lasse sich aber bekanntlich streiten. Auch der Baum, der vor drei Jahren am Kreisel stand, habe für Diskussionen gesorgt.

Er selbst scheint den Espenauer Weihnachtsbaum ins Herz geschlossen zu haben. Ebenso wie die Kinder der Kita Sonnenhang. Die haben Schmuck gebastelt und wollen den Baum damit ein bisschen schöner machen.

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