Normalität in weiter Ferne

Weniger Gäste in Espenauer Fitnessstudio bereiten Betreiber Sorgen

Warten auf Kunden im Fitnessstudio Multipoint: Mitarbeiterin Dana Weking und Inhaber Markus Leimbach. Er betreibt noch zwei Cafeterias in Immenhausen und Hofgeismar und hat durch Corona starke Einbußen.
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Warten auf Kunden im Fitnessstudio Multipoint: Mitarbeiterin Dana Weking und Inhaber Markus Leimbach. Er betreibt noch zwei Cafeterias in Immenhausen und Hofgeismar und hat durch Corona starke Einbußen.

Normalerweise ist es für einen Geschäftsmann von Vorteil, wenn er mehr als ein Standbein hat. Läuft es mal in einem Betrieb weniger gut, kann das zweite Standbein Verluste auffangen. Markus Leimbach aus Fuldatal hat gleich vier Geschäfte und steht so gewerblich auf festen Beinen. Bis die Corona-Pandemie und der Lockdown kamen, der ihn mit seinen vier Geschäften umso härter traf, da er von einem auf den anderen Tag alles schließen musste.

Espenau – Seit 20 Jahren betreibt Leimbach in Espenau das Fitnessstudio Multipoint. Dort bietet er auch Reha-Sportkurse an, die von den Krankenkassen bezahlt werden. Zudem betreibt er in der Lungenfachklinik Immenhausen einen Kiosk und die Cafeteria in der Landkreisklinik Hofgeismar.

Acht Wochen lang lief in seinen Geschäften gar nichts. Das Fitnessstudio konnte er nach zwei Monaten unter Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen zwar wieder öffnen. Jetzt dürfen auf die 1200 Quadratmeter große Fläche allerdings nur noch 40 statt wie bisher 60 Gäste. Auf einer Studio-App kann man einsehen, wie viele Gäste sich bereits im Espenauer Studio aufhalten und ob man noch hinein darf.

„Außerdem muss man sich mit der App in die Kurse einwählen“, erklärt Leimbach. Denn in die drei Kursräume dürfen nun, je nach Raumgröße, teilweise nur weniger als halb so viele Teilnehmer wie üblich. Auch beim Reha-Sport hat Markus Leimbach größere Einbußen. „Einige Kurse sind nur halb so voll wie zuvor.“

Die finanziellen Einbußen bekommt der Geschäftsmann jetzt erst zu spüren. Während des Lockdowns wurden die Beiträge weiter abgebucht, aber die Mitglieder bekommen die Wochen gut geschrieben. Zudem konnte Leimbach zwei Monate lang keine neuen Verträge abschließen, und auch jetzt noch seien Neukunden aufgrund der Situation zögerlich.

Viel prekärer aber ist die Lage in Immenhausen und Hofgeismar. Der Kiosk in der Lungenfachklinik ist seit Mitte März geschlossen, da dort seit Monaten kaum Besucher erlaubt sind und auch die Patienten laut Leimbach nur zögerlich ihre Stationen verlassen. In der Kreisklinik in Hofgeismar hat er die Cafeteria nur in einem Notbetrieb geöffnet.

Die Soforthilfe des Regierungspräsidiums und das Kurzarbeitergeld haben dem Geschäftsmann zwar geholfen, aber alleine in Hofgeismar hat er etwa 40 000 Euro Verlust gemacht. Bis zum Jahresende halte er noch irgendwie durch, sagt Leimbach. „Ich versuche, Kosten zu sparen und Dinge zu schieben.“ Aber lange sei die Situation nicht mehr haltbar. Wenn sich nicht schnell etwas ändert, muss er sich von seinem Kiosk und der Cafeteria trennen. Dann steht er nur noch auf zwei wackeligen, statt wie bisher auf vier festen Standbeinen. (Von Amira Sayed El Ahl)

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