Vogelzucht mitten in Nieste – Eier gehen in die ganze Welt

Familie Hühner und ihre Nandus

Ansturm aufs Toastbrot: Die Nandus von Heidi Hühner (Bild) und ihrem Lebensgefährten Thomas Hilgenberg sind das ganze Jahr auf der Wiese in Nieste. Hier bekommen sie gerade ihren Nachtisch.
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Ansturm aufs Toastbrot: Die Nandus von Heidi Hühner (Bild) und ihrem Lebensgefährten Thomas Hilgenberg sind das ganze Jahr auf der Wiese in Nieste. Hier bekommen sie gerade ihren Nachtisch.

Walli will ganz genau wissen, wen sie vor sich hat. Die Nandu-Henne pickt an jedem Reißverschluss und allem, was sich vor ihr bewegt.

Nieste – „Walli, lass das sein“, sagt Heidi Hühner und schiebt den resoluten Laufvogel sanft zur Seite. Wenn die 62-Jährige von ihren fünf Nandus umringt ist, kann sie abschalten. „Das ist wie Urlaub für mich.“ Auch, wenn die Tiere meist ihren eigenen Kopf haben. Wäre Walli nicht so aufdringlich, würde sich die Niesterin regelmäßig einen Liegestuhl auf die Wiese hinter ihrem Haus stellen. So kommt sie stattdessen nur zum Füttern.

Heute steht Kraftfutter mit tierischem Eiweiß auf dem Speiseplan. Als besonderen Nachtisch gibt es Toastbrot. Das ist scheinbar ein Festmahl für Walli, Waltraud und die beiden jüngeren Hennen, die Heidi Hühner nur „die zwei Spatzen“ nennt. Denn die Laufvögel lassen Hühner kaum Zeit, das Brot aus der Tüte zu holen, versuchen mit ihren Schnäbeln, direkt danach zu angeln. Nur Dodo, der stolze Nandu-Hahn, hält sich zurück.

Der Hahn Dodo.

Nandus in Nieste

Auf die exotischen Vögel gekommen sind die 62-Jährige und ihr Lebensgefährte Thomas Hilgenberg 2015. Die beiden halten Hühner und wollten ihnen mit den Nandus vor allem Schutz vor Greifvögeln wie Habichten bieten. Das gelingt allerdings nicht immer, sagt die Halterin. Bis zu drei Hennen werden jedes Jahr gerissen, trotz der imposanten Erscheinung der bis zu 1,40 Meter großen Laufvögel.

Rein pragmatisch sieht Hühner die Tiere nicht. Nein, sie gehören zur Familie – und sind obendrein noch pflegeleicht. Sie benötigen keinen Unterschlupf und kommen mit niedrigen und hohen Temperaturen gut klar. „Sie brauchen nur Futter und Wasser“, sagt Hühner.

Die Nandu-Eier im Vergleich: Die cremefarbenen Eier werden etwa 13 cm groß. Frische Eier haben eine gelbe Farbe (rechtes Ei).

Gleichzeitig legen die Nandus regelmäßig Eier, die etwa so viel Inhalt liefern, wie 12 bis 15 Hühnereier und gut 700 Gramm schwer sind. „169 waren es im vergangenen Jahr“, sagt Hühner.

Die Eier sind offenbar begehrt: In Internetverkaufsbörsen werden pro Stück zwischen 8 und 15 Euro verlangt. Selbst ausgeblasene Eier sind begehrt, auch die der Niester Halter. „Wir haben schon einige verschickt, sogar bis nach Toronto.“

Nieste: Paar hält Nandus auf Wiese

Wenn Heidi Hühner ihre Nandus auch nicht missen will, die Tiere werden bis zu dreißig Jahre alt. „Da wäre ich fast 90“, sagt die Niesterin. Ob sie und ihr Lebensgefährte so lange Nandus halten wollen, ist fraglich. Bis dahin kann Hühner aber noch oft auf der Wiese abschalten.

Von Moritz Gorny

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