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Fast 3000 Ukrainer sind derzeit im Landkreis Kassel

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Steht bald wieder Schulen zur Verfügung: Die ukrainischen Kriegsflüchtlinge werden von der Jugendburg Sensenstein in kleinere Einrichtungen verlegt. 
Steht bald wieder Schulen zur Verfügung: Die ukrainischen Kriegsflüchtlinge werden von der Jugendburg Sensenstein in kleinere Einrichtungen verlegt.  © Alia Shuhaiber

Auch wenn der Ukraine-Krieg andauert, hört man vermehrt von Ukrainern, die wieder in ihre Heimat gehen. Im Landkreis Kassel ist die Zahl der Geflüchteten, die hier ankommen, gesunken.

Kreis Kassel – In der vergangenen Woche wurden dem Landkreis Kassel nur sechs Ukrainer aus der zentralen Aufnahme in Gießen zugewiesen, in der Woche davor waren es noch 70 Menschen gewesen. „Das könnte aber auch nur eine Delle sein und mit den Abläufen in Gießen zusammenhängen“, sagt der Kreissprecher. Zudem hatten sich in der vergangenen Woche noch 22 Ukrainer beim Landkreis gemeldet, die privat angereist waren.

Stand Freitag sind derzeit 2914 Menschen beim Landkreis registriert, von denen 611 Menschen in den Notunterkünften auf dem Sensenstein, in Fuldabrück und in Lohfelden untergekommen sind. 561 von ihnen stammen aus der Ukraine, „in Fulda-brück sind noch andere Asylbewerber untergebracht“, erklärt Kühlborn.

Doch ab dieser Woche werden täglich Menschen die großen Notunterkünfte verlassen. Hauptsächlich vom Sensenstein in Nieste werden die Geflüchteten in kleinere Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis verlegt, sodass die Jugendburg Sensenstein ab dem 1. Juni wieder Schulen und Sporttreibenden zur Verfügung steht. „Wir haben eine ganze Reihe von kleineren Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis geschaffen, und es gibt auch Wohnungen, in denen Menschen unterkommen“, erklärt Kühlborn.

Über 2900 Plätze stehen in Wohnungen im Landkreis zur Verfügung, die ab Mai nach und nach belegt werden sollen. Derzeit werden die gemeldeten Wohnungen von Mitarbeitern des Landkreises begutachtet, um zu sehen, ob sie überhaupt für die Aufnahme von Geflüchteten geeignet sind. „Diese Woche machen wir einen Großeinsatz“, sagt Kühlborn.

Geschaut wird, wann eine Wohnung mit wie vielen Menschen belegt werden kann. „Wir haben ganz unterschiedliche Familiensituationen und vor allem viele Mütter mit Kindern“, sagt Kühlborn. Man müsse schauen, wer wo am besten hinpasse. Zudem müssten manche Wohnungen auch noch ausgestattet werden mit Herd, Waschmaschine, Kühlschrank und Bett. Die Kosten für die Grundausstattung übernimmt der Kreis.

Viele der Geflüchteten würden sich aber auch eigenständig organisieren und sich selbst Wohnungen suchen – nicht nur im Landkreis Kassel, sondern in ganz Deutschland. Pro Tag würden etwa fünf bis zehn Ukrainer den Landkreis wieder verlassen. „Wie viele davon wieder Richtung Heimat gehen, kann ich nicht sagen.“ Die allermeisten würden aber vermutlich privat bei Freunden oder Bekannten in anderen Regionen Deutschlands unterkommen, sagt der Kreissprecher. „Mit ihrem Touristenvisum können sie in den ersten 90 Tagen gehen, wohin sie möchten.“

Von Amira El Ahl

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