Sicherheitskonzept für Lehrgänge

Feuerwehren im Landkreis Kassel trotzen dem Ausbildungsstau

Hier üben Feuerwehr-Kandidaten aus Kaufungen und Zierenberg auf dem Stützpunkt Kaufungen, wie man einen Löschangriff auf ein brennendes Dach unternimmt.
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Mit Maske auf die Steckleiter: Hier üben Feuerwehr-Kandidaten aus Kaufungen und Zierenberg auf dem Stützpunkt Kaufungen, wie man einen Löschangriff auf ein brennendes Dach unternimmt.

Die Viruskrise zwingt auch die Feuerwehren im Landkreis zum Umdenken. Dabei geht es nicht nur um die Sicherstellung des Brandschutzes im Zeichen der ständigen Ansteckungsrisiken und das Einhalten von Hygieneregeln.

Kreis Kassel - Die Wehrleute müssen einen Ausbildungsstau in ihren Reihen verhindern. Nach längerer Vorbereitungszeit haben sie nach dem Corona-Lockdown wieder mit einem Grundausbildungslehrgang begonnen, mit einem Ausbildungskonzept, das den Einschränkungen der Viruskrise angepasst ist. Vier weitere sollen bis zum Herbst folgen. Mit dem Ausfall vieler Fachlehrgänge, etwa der Maschinisten, müssen die Wehren allerdings weiter leben.Die hohe Nachfrage nach Ausbildung ist bei der Feuerwehr im Landkreis Kassel schon länger ein Thema.

Deshalb habe man letztes Jahr beschlossen, die Kapazitäten hochzufahren und sieben statt der bisherigen fünf Grundlehrgänge anzubieten, sagt Timo Schröder (Helsa), verantwortlich für die Aus- und Weiterbildung der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Kassel. Er fügt hinzu: „Dann kam Corona“. Das Ausbildungsprogramm musste gestoppt werden. Man habe sich viel Zeit genommen, um ein coronakonformes Konzept und einen Lehrplan zu erstellen, das die Sicherheit aller Lehrgangsteilnehmer gewährleistet, sagt Schröder. Schließlich seien Brandschützer systemrelevant. Er ist froh, dass alle Wehren ohne Ausfall durch die Krise gekommen seien.

Seit dem 3. August arbeitet der erste Grundlehrgang mit dem neuen Konzept: Statt den sonst erlaubten 32 Teilnehmern dürfen höchsten 20 mitmachen.

Sie werden in vier Gruppen eingeteilt, die ihre praktische Ausbildung auf dem Feuerwehrstützpunkt Kaufungen, in Helsa, Espenau und Niestetal absolvieren. Statt eines Teams von Ausbildern gibt es nur einen „Klassenlehrer“ je Gruppe. Im Lehrgang sind nur Feuerwehr-Aspiranten aus Kaufungen und Zierenberg dabei. Es gibt keinen bunt gemischten Teilnehmerkreis wie sonst. Und die Teilnehmer dürfen während der Ausbildung auch nicht in ihren Heimatwehren aktiv sein.

„Wir haben auch die Lehr- und Lernmethoden angepasst. Corona war ein Anlass, uns selbst zu reflektieren“, sagt Schröder. Vieles bereiten die Schüler im Homeoffice vor. Wissensabfragen erfolgen teilweise online. Beim Internet basierten Unterricht hätten die Wehren ohnehin großen Nachholbedarf gehabt, erklärt der Kreisausbilder. Der Präsenzunterricht sei auf ein Minimum beschränkt, viel Theorie werde nun in die praktischen Übungen eingebaut.  (Peter Dilling)

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