Zeit und Arbeitskraft sparen 

Feuerwehren im Kasseler Osten sollen zusammenwachsen

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Kümmert sich um die Wäsche: Tim Noll hat sein Hobby zum Beruf gemacht und wird jetzt hauptamtlicher Feuerwehrmann in Helsa. 

Die Feuerwehren im Kasseler Osten sollen stärker zusammenarbeiten - das soll Zeit sparen und entlasten. Nicht alle sind von dem Vorschlag begeistert. 

Helsa wäscht die Schutzkleidung, Lohfelden pflegt die Schläuche, Kaufungen wartet die Atemschutzgeräte und fast alle Feuerwehren im Kasseler Osten profitieren. Zumindest ist das die Idee, die hinter der Anfang 2018 beschlossenen Interkommunalen Zusammenarbeit der Wehren steckt. Über die ausgestaltete Vereinbarung müssen jetzt die Gemeindevertreter abstimmen. Das ist in Söhrewald bereits passiert, doch regte sich dort auch Gegenwehr.

Dabei hat die Kooperation viele Vorteile, sagt Timo Schröder, Gemeindebrandinspektor in Helsa und Sprecher der Lenkungsgruppe der Wehren. „Wir wollen so unsere Ehrenamtlichen entlasten“, sagt Schröder. Denn Aufgaben, die mit klassischen Feuerwehrtätigkeiten wenig zutun haben, würden immer mehr Zeit der Freiwilligen beanspruchen. Dazu zählen zum Beispiel die Dokumentation des Gebrauchs und der Wartung von Geräten. Eine der Kernideen ist daher, dass jede Kommune einen Hauptamtlichen für solche Aufgaben einstellt.

Nicht alle finden das sinnvoll  

In Helsa wird das Tim Noll sein. Er hat bereits eine halbe Stelle als Gerätewart, die aufgestockt wird. Dann wird er für das Reinigen der Schutzkleidung der etwa 450 Feuerwehrleute der IKZ verantwortlich sein. Die Vorschriften für die Kleidung seien streng. „Wir müssen zum Beispiel jedes Mal den Waschgrund dokumentieren.“ Außerdem müsse bei der Reinigung und Imprägnierung der empfindlichen Kleidung einiges beachtet werden. Momentan wird die Wäscherei in Eschenstruth eingerichtet. Im Herbst soll es dann losgehen. „Dann müssen wir auch nicht mehr so weit fahren und der zeitliche Aufwand ist geringer“, sagt Schröder. Bisher bringt die Feuerwehr Helsa ihre Kleidung zur Reinigung nach Calden. Trotzdem soll es nicht teurer werden, als es bisher ist. Eine Reinigung der Komplettgarnitur soll die Partner dann 29 Euro kosten.

Ob tatsächlich Zeit gespart wird und Ehrenamtliche entlastet werden, bezweifelt Bernd Eberwein. Der Söhrewälder Gemeindevertreter und Feuerwehrmann stimmte bei der Parlamentssitzung am Mittwoch gegen die Kooperation. Momentan werde vieles unbürokratisch selber erledigt oder in guter Zusammenarbeit mit dem Brandschutzservice Beer, der einem Söhrewälder gehöre. „Wir haben momentan eine optimale Versorgung. Warum sollten wir das ändern?“

Freiwillige sind schwer zu finden 

Indirekt antwortet darauf Helsas Bürgermeister Tilo Küthe: „Ein Vorteil, den viele vergessen, ist, dass sich die Einsatzbereitschaft der Wehr tagsüber durch die Hauptamtlichen verbessert.“ Auch wenn es dort momentan noch keine Probleme gebe, werde es immer schwieriger, genug Freiwillige mit genug Zeit zu finden. „Mittelfristig wollen wir daher immer noch ein gemeinsames Dienstleistungszentrum der Feuerwehren schaffen“, sagt Schröder.

Das sagt der Fuldabrücker Bürgermeister 

Fuldabrück beteiligt sich nicht an der Zusammenarbeit der Wehren. „Wir sehen da keine Notwendigkeit“, sagt Bürgermeister Dieter Lengemann. Nach Absprache mit der Wehr habe man sich daher schon früh gegen die Kooperation entschieden. „Es läuft gut bei uns“, sagt Lengemann. Momentan arbeite man zum Beispiel mit einem Dienstleister, der die Wäsche hole und bringe, durch die Kooperation hätte man dann längere Wege in Kauf nehmen müssen.

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