Prüfung läuft noch

Feuerwehrstiefel sind zu kurz: Schuhe müssen wahrscheinlich ausgetauscht werden

Die Feuerwehrstiefel sind ein paar Zentimeter zu kurz im Schaft. Das Paar links entspricht der benötigten Form D. Viele Feuerwehren besitzen noch die Form C (rechts).
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Die Feuerwehrstiefel sind ein paar Zentimeter zu kurz im Schaft. Das Paar links entspricht der benötigten Form D. Viele Feuerwehren besitzen noch die Form C (rechts).

Die Feuerwehrstiefel sind zu kurz im Schaft. Derzeit wird geprüft, wie viele Schuhe der Feuerwehren im Kreis Kassel davon betroffen sind.

Kreis Kassel – Die Stiefelschächte der Feuerwehren sind zu kurz. Das Problem ist kürzlich im benachbarten Werra-Meißner-Kreis bei einer Begutachtung des Technischen Prüfdienst Hessen aufgefallen. Für viele Kommunen im Landkreis Kassel könnte das jetzt teuer werden. Wie viele Schuhe aber tatsächlich betroffen sind, werde derzeit geprüft, teilt Kreisbrandinspektor Sebastian Mazasssek auf Anfrage mit.

Bei den Feuerwehrstiefeln gibt es unterschiedliche Schaftformen, wie Mazassek erklärt. Die Norm sei dabei abhängig von der Schuhgröße. Bei den Kosten für die Stiefel komme es zudem auf den Hersteller an. Allerdings müsse man mit etwa 200 bis 250 Euro für ein Paar rechnen, wie der Kreisbrandinspektor mitteilt.

Nur wenige Zentimeter entscheiden letztendlich darüber, ob die Stiefel ausgetauscht werden müssen oder nicht. „Die Stiefel sind vier Zentimeter zu kurz im Schaft“, erklärt Stefan Saftig, Gemeindebrandinspektor von Söhrewald. Allerdings werde über die genaue Länge gestritten. Entscheidend sei eine ausreichende Überlappung der Hose über die Stiefel. Auch beim Knien und Bücken muss die Hose noch über den Stiefeln sein. Ob dem so ist, werde nun geprüft. Die meisten Feuerwehren sind momentan mit Stiefeln der Form C ausgestattet, benötigt wird jedoch die Form D, wie Saftig erklärt. Die Norm wird dabei in einer Verordnung des Landes Hessen vorgegeben.

„Die Feuerwehren müssen eine ordnungsgerechte Ausrüstung haben“, sagt Michael Steisel, Bürgermeister von Söhrewald. Die Atemschutzgeräteträger – das sind die Personen, die bei einem Brand auch mit Atemschutzgerät in das brennende Haus gehen – müssten als erstes ausgestattet werden.

Auch Lohfeldens Bürgermeister, Uwe Jäger, sprach das Thema bereits bei der vergangenen Gemeindevertretersitzung an. In Lohfelden müssten etwa 65 aktive Feuerwehrleute ausgestattet werden. Davon sind mehr als 30 Atemschutzgeräteträger. Die Umstellung soll etwa 15 000 Euro kosten. Doch zunächst müsse in Lohfelden der Haushalt beschlossen werden, bevor die Angebote eingeholt werden können.

Außerdem sollen die neuen Stiefel mit einem Schnittschutz ausgestattet sein. Das hätten die jetzigen Stiefel nicht, wie Jäger schildert. Der Schnittschutz dient den Feuerwehrleuten, wenn sie beispielsweise mit einer Kettensäge arbeiten und dabei ausrutschen. Damit werden sie vor Verletzungen am Fuß geschützt.

„Wir sind auch betroffen“, sagt Richard Pfläging, Gemeindebrandinspektor von Espenau. Etwa 20 Kameraden haben wohl Stiefel, die nicht geeignet sind. Die genaue Zahl müsste noch ermittelt werden. Mit der Gefährdungsbeurteilung könnte die Problematik jedoch bei Nicht-Atemschutzgeräteträgern abgewendet werden. „Die Atemschutzgeräteträger benötigen definitiv Ersatz“, sagt Pfläging. Die sollen die neuen Stiefel zeitnah bekommen.

Auch die Stiefel der Schauenburger Feuerwehren sind in der Prüfung, wie Gemeindebrandinspektor Carsten Borowski erklärt. „Da sind sicherlich welche dabei, die zu kurz sind“, sagt er. Nach der Prüfung müsse dann mit dem Bürgermeister über die Neubeschaffung gesprochen werden. (Samira Müller)

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