Corona-Lockerungen

Freibäder im Landkreis Kassel öffnen ab Samstag

Das Waldschwimmbad in Fuldatal-Ihringshausen öffnet am Samstag seine Türen. Schwimmmeister Oliver Schmidt (links) und Torsten Gerdes, Fachangestellter für Bäderbetriebe, machen das Bad fit für die Eröffnung. Das Land Hessen gibt vor, dass man derzeit nur mit Anmeldung ins Freibad gehen kann.
+
Das Waldschwimmbad in Fuldatal-Ihringshausen öffnet am Samstag seine Türen. Schwimmmeister Oliver Schmidt (links) und Torsten Gerdes, Fachangestellter für Bäderbetriebe, machen das Bad fit für die Eröffnung. Das Land Hessen gibt vor, dass man derzeit nur mit Anmeldung ins Freibad gehen kann.

Schwimmen im Freibad, Essen in der Gaststätte und Einkaufen ohne Termin – ab heute ist das wieder möglich.

Kreis Kassel – Im Landkreis gilt Stufe 2 der Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung des Landes Hessen. Damit kehren auch alle Schüler wieder in den Präsenzunterricht zurück und Veranstaltungen können mit 100 Personen im Innenbereich stattfinden. Wir haben uns bei den Bäder- und Kinobetreibern, Gastronomen und Kaufleuten dazu umgehört, wie sie mit den Lockerungen umgehen.

Vorbereitet sind die Bäder im Landkreis – trotzdem wird morgen noch keine Schwimmstätte öffnen. Eine neue Vorschrift scheint die Kommunen überrascht zu haben. Die Stufe 2 des Landes Hessen gibt nämlich vor, dass man nur mit einer Anmeldung ins Freibad kommt.

Corona-Lockerungen im Kreis Kassel

Im vergangenen Jahr haben viele Bäder noch mit einem Ampelsystem gearbeitet. Das gibt es vorerst nicht mehr. Stattdessen muss man sich nun zum Beispiel in Fuldatal für einen Besuch im Waldschwimmbad Ihringshausen oder im Lohfeldener Freibad auf der Webseite der Gemeinde vor jedem Besuch anmelden. Die beiden Gemeinden haben sich abgestimmt und suchen derzeit nach einem geeigneten Anbieter. Beide Bäder sollen am Samstag mit dem neuen System öffnen. In Fuldatal sollen ab Freitagnachmittag Tickets auf der Webseite buchbar sein, erklärt Martin Knopp von der Gemeinde. Man legt einen Zeitraum für den Besuch fest und bekommt ein E-Ticket, das dann am Eingang des Bads gescannt wird. Geplant ist, dass man Tickets pro Stunde buchen kann, also zum Beispiel für nur eine Stunde oder eben über die gesamte Öffnungszeit.

Durch das Anmeldesystem wird gesteuert, wie viele Besucher ins Bad kommen und wer zu welchem Zeitpunkt da war, um mögliche Infektionsketten nachverfolgen zu können. Im Waldschwimmbad können sich laut des Hygienekonzepts maximal 735 Besucher auf dem circa 10.000 Quadratmeter großen Gelände aufhalten. In Lohfelden dürfen 800 Badegäste gleichzeitig auf das Gelände.

Das Team des Waldschwimmbads Wattenbach sucht noch nach einer Lösung für die Anmeldung. Man wolle heute in einer Vorstandssitzung darüber beraten, sagt Gisela Grunert. Geplant sei die Eröffnung am 12. Juni.

Deutlich schneller dürfte es in Niestetal gehen. „Wir rechnen mit einer Öffnung zum 3. Juni“, sagt Pressesprecher Alexandros Souris. Allerdings berate aktuell noch der Gemeindevorstand zur Öffnung. Für die Anmeldung im Naturerlebnisbad soll das bereits in der Wintersaison 2020 erprobte digitale Verfahren genutzt werden.

Das Freibad Obervellmar hatte ohnehin erst Mitte Juni die Eröffnung geplant. Dort soll der Betrieb nach aktuellem Stand am Sonntag, 13. Juni beginnen. Man arbeite noch an dem Einlass- und Hygienekonzept, heißt es aus dem Rathaus.

In Baunatal bleibt es dabei, dass das Sportbad als Freibad erst Mitte Juni öffnet. Laut Stadtsprecherin Susanne Bräutigam benötige man noch etwas Vorlaufzeit, da die ausfahrbare Dachkonstruktion noch einer technischen Abnahme bedürfe. Maximal dürften 175 Badegäste gleichzeitig das Freibad besuchen. Wie im vergangenen Sommer müssen Termine zuvor über ein Onlineportal gebucht werden. In einer zweiten Stufe könnte dann das Hallenbad öffnen, laut Bräutigam könnte dies frühestens Ende Juli der Fall sein.

Bereiten sich auf den Kinostart am 1. Juli vor: Cineplex-Betreiber Wolfgang Schäfer und Mitarbeiterin Melek Gürkan mit einem Aufsteller für den neuen Bond, der im September startet. Die Terrasse am Cineplex in Baunatal hat der Betreiber während des Lockdowns noch erweitert.

Kino

„Wir brauchen sechs Wochen“, sagt Kinobetreiber Wolfgang Schäfer. Mit den Betreibern, den Verleihern und dem Ministerium sei bundesweit abgestimmt, dass die Kinos wegen des langen Vorlaufs bis zu einem echten Filmstart erst zum 1. Juli wieder öffneten, so der Chef der Cineplex-Kinos in Kassel und Baunatal. Das Vorführen älterer Filme sei zwar jetzt schon möglich, aber das wolle man nicht, sagt Schäfer. Lieber wolle das Kino mit echten Neuheiten loslegen.

Im Baunataler Cineplex gebe es möglicherweise einige Filme bereits eine Woche früher, erläutert Schäfer. Dann starte man mit einem Softopening ab dem 24. Juni. Unter anderem müsse der Betreiber wegen der ständig wechselnden Verordnungen seine Software in den Kinos anpassen. Dabei gehe es beispielsweise darum, auch Geimpfte und Genesene bei der Sitzplatzvergabe einzuarbeiten. Nach aktuellem Stand gelte für seine Kinos: 100 Besucher pro Saal. Für alle, die nicht geimpft oder genesen sind, gilt eine Testpflicht. Eine Testmöglichkeit soll es direkt vor Ort geben. Wolfgang Schäfer macht jedenfalls neugierig auf den Neustart: „Es kommen sehr viele attraktive Filme.“

Einzelhandel

„Die Geschäfte dürfen wieder öffnen“, sagt Dennis Spangenberg, Center-Manager im Ratio-Land in Baunatal-Hertingshausen durchaus mit Vorfreude. Vorgeschrieben sei in den Läden zunächst ein Platzangebot von zehn Quadratmetern pro Kunde. Für die Sitzplätze der Gastronomie im Ratio muss der Gast laut Spangenberg weiterhin einen negativen Schnelltest vorlegen. Deshalb werde man das Testcenter vor Ort erstmal erhalten. Das Fazit des Center-Managers: Beim normalen Einkauf sei kein Test mehr notwendig. „Das wird vieles erleichtern.“

Gastronomie

Im Land-Gasthaus Kraft herrscht Aufbruchsstimmung: „Wir freuen uns, dass wir nach sieben Monaten endlich wieder etwas auf Tellern servieren und Gäste bewirten können“, sagt Tim Kraft. Der Geschäftsführer, der sich selbst als Gastgeber sieht, möchte schlichtweg „kein Essen mehr in Pappe verpacken“.

Auch die Menschen sehnen sich offenbar wieder nach Restaurantflair. „Schon in der vergangenen Woche war es voll“, sagt Kraft. Das Land-Gasthaus in Schauenburg-Breitenbach sei auch für diese Woche ausgebucht, inklusive Innenbereich. Zwanzig Tische stehen laut Kraft ab heute insgesamt zur Verfügung.

Auch im Rinklin-Weidengarten in Ahnatal-Weimar sei spürbar, wie dankbar die Menschen sind, wieder essen gehen zu können. „Man merkt ihnen an, dass sie sich freuen, mehr selbst entscheiden zu können“, sagt Chefin Susanne Rinklin. Die Nachfrage sei bereits ordentlich gewesen, „aber es war nicht übermäßig voll“. Genau richtig für das Personal, sagt Rinklin, schließlich müssten sich alle wieder an die Abläufe gewöhnen. Für diese Woche hätte sie schon einige Reservierungen. „Es sind sogar zwei kleine Hochzeitsfeiern dabei“, sagt die Gastronomin.

Wenn sie Gäste in Trachten kommen sieht, ist für Denise Seeger klar, dass es allerhöchste Zeit wurde, wieder aufzumachen. „Die Freude, endlich wieder rauszukönnen, steht den Gästen in den letzten Tagen ins Gesicht geschrieben“, sagt die Geschäftsführerin der Niester Königs-Alm.

Natürlich überschatte der plötzliche Tod ihres Vaters und Alm-Gründers Hartmut Apel am 31. März die aktuelle Freude. „Er hätte es gerne erlebt, dass wir wieder aufmachen können“, sagt die 40-Jährige. Aber es müsse weitergehen. Gäste prosteten mit Sekt und stießen auf Hartmut Apel an. Das seien schöne Gesten. (aea/sok/mgo/alh/dag)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.