Die Briefwahl ist der Renner

Für die Bundestagswahl machen viele von zu Hause ihr Kreuz

Die Briefwahl für die Bundestagswahl hat begonnen: Das Bild zeigt Kisten mit Briefwahlunterlagen im Brief- und Paketzustellstützpunkt an der Stettiner Straße in Baunatal.
+
Die Briefwahl für die Bundestagswahl hat begonnen: Das Bild zeigt Kisten mit Briefwahlunterlagen im Brief- und Paketzustellstützpunkt an der Stettiner Straße in Baunatal.

Die Briefwahl für die Bundestagswahl hat begonnen und immer mehr Menschen machen von dem Angebot Gebrauch. Die Pandemie hat den Trend zur Briefwahl sogar noch verstärkt.

Kreis Kassel – In den Briefwahlbüros der Kommunen im Altkreis Kassel werden seit vergangener Woche Montag täglich Hunderte Briefumschläge geschlossen und auf die Reise geschickt. Denn immer mehr Menschen wollen bei Wahlen ihr Kreuz zu Hause machen und per Post abgeben, statt am Wahltag ins Wahlbüro zu gehen. Die Pandemie hat den Trend noch verstärkt.

In Fuldabrück wurden bis Dienstagmorgen, 10 Uhr, bereits 1331 Briefwahlunterlagen ausgestellt, insgesamt sind 7132 Fuldabrücker wahlberechtigt. Bei der Kommunalwahl im März hatten 3383 Wähler ihre Stimme per Post abgegeben. „In diesen Dimensionen werden wir wieder landen, das vielleicht noch toppen“, sagt Wahlleiter Chistoph Jäger. Bereits am Montag vergangener Woche hätten die ersten Menschen im Wahlbüro gestanden, um ihre Stimme abzugeben.

Die Kommune hat auf das veränderte Wahlverhalten reagiert. Während es früher immer nur ein Briefwahllokal pro Ort gab, sind es nun jeweils zwei. Insgesamt gibt es in Fuldabrück sechs Briefwahllokale.

Auch in Fuldatal hatten schon 14 Prozent der 9763 Wahlberechtigten für die Bundestagswahl am Montagabend ihre Stimme abgegeben. „Die Leute rennen uns die Bude ein“, sagt Wahlleiterin Heike Möller. Bei der Kommunalwahl hatte die Gemeinde eine Briefwahlbeteiligung von rund 31 Prozent. Bei damals 10 017 Wahlberechtigten gab es laut Möller insgesamt eine Wahlbeteiligung von 49,03 Prozent. „Wir rechnen mit einer ähnlich hohen Briefwahlbeteiligung“, sagt Möller. Bei der Kommunalwahl hatte die Gemeinde erstmals die Anzahl der Briefwahlvorstände von drei auf vier erhöht. „Das war eine richtige Entscheidung“, sagt Möller.

Auch in Baunatal macht sich das veränderte Wählerverhalten bemerkbar. Grundsätzlich zeige die Erfahrung, dass es bei Bundestagswahlen immer mehr Briefwähler gebe, erklärt Susanne Bräutigam, Pressesprecherin der Stadt Baunatal. Hinzu komme, dass Corona immer noch Einfluss auf das Briefwahlverhalten habe. Deshalb rechnet die Stadt auch zur Bundestagswahl wieder mit einer großen Zahl an Briefwählern. „Bei der Bundestagswahl 2017 hatten wir bereits circa 5000 Briefwähler“, sagt Bräutigam. Bei der Kommunalwahl im März seien es 6307 Briefwähler gewesen, und die aktuellen Briefwahlanträge für die Wahl am 26. September belaufen sich jetzt schon auf 2770. Insgesamt gibt es 21 647 Wahlberechtigte in Baunatal.

Der Trend zur Briefwahl macht sich auch bei der Deutschen Post bemerkbar. Seit Anfang der Woche läuft die Zustellung der Briefwahlunterlagen und die zuständigen Briefzentren für Nord- und Osthessen arbeiten bereits auf Hochtouren, wie es in einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt.

Auch im Brief- und Paketzustellstützpunkt (ZSP) in der Stettiner Straße in Baunatal wird auf Hochtouren gearbeitet. Dort werden die Wahlbenachrichtigungen vorsortiert und dann von den Postboten am selben Tag zugestellt. Postniederlassungsleiter Dirk Merz erwartet nach den Erfahrungen der letzten Wahlen wieder eine hohe Zahl an Briefwahlunterlagen – vor allem auch wegen der Pandemie.

Bei der letzten Bundestagswahl 2017 habe der Anteil der Briefwähler bei 28,4 Prozent gelegen, 1994 lediglich bei 13,4 Prozent.(Von Amira El Ahl)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.