Für vierte Welle gut gerüstet

Kreiskliniken haben sich auf steigende Corona-Zahlen vorbereitet

Über einen separaten Eingang empfängt die Klinik in Wolfhagen mögliche Covid-Patienten: Unser
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Über einen separaten Eingang empfängt die Klinik in Wolfhagen mögliche Covid-Patienten: Unser

Die Kliniken im Landkreis Kassel sehen sich gut vorbereitet für eine mögliche vierte Corona-Welle im Herbst.

Kreis Kassel – Zwar bewegen sich die Zahlen der stationär zu behandelnden Fälle in den Kreiskliniken in Hofgeismar und Wolfhagen aktuell im einstelligen Bereich, allerdings könnten die Kliniken sofort vom Normalbetrieb in den Corona-Modus umschalten, sollten sich die stationären Aufnahmen an Covid-Patienten plötzlich erhöhen. Das erklärte Kreissprecher Harald Kühlborn auf Anfrage unserer Zeitung.

Ob und in welchem Umfang Corona-Patienten in den beiden Kreiskliniken aufgenommen werden, koordiniert das Klinikum Kassel. „Die Kliniken in Hofgeismar und Wolfhagen können sofort Covid-Patienten auf die Allgemeinstation und die Intensivstation aufnehmen“, erläutert Kühlborn. Durch die erworbenen Erfahrungen aus den ersten drei Wellen könnten beide Krankenhäuser auf eine gewisse Routine zurückgreifen und das Personal habe reichliche Erfahrung mit unterschiedlichen Krankheitsverläufen.

Die Kliniken setzen dabei vor allem auf Früherkennung. Alle Fieberpatienten mit Covid-Verdacht kommen momentan über getrennte Zugänge in die Krankenhäuser. „Wir haben in beiden Häusern ausgewiesene Covid-Bereiche“, sagt der Kreissprecher. Alle Patienten werden demnach mit einem PCR-Test getestet (auch die ohne Symptome) und bis das Ergebnis vorliegt einzeln untergebracht.

Bei Notfällen werde ein Schnelltest gemacht und zusätzlich ein PCR-Test im Nachhinein. Für alle Mitarbeiter gebe es ein regelmäßiges Testangebot. „Alle Mitarbeiter sind zudem angewiesen, sich bei Covid-Symptomatik abstreichen zu lassen und bis zum Vorliegen eines negativen Ergebnisses in Quarantäne zu bleiben“, erläutert Kühlborn.

Die Mitarbeiter der Kreiskliniken seien nicht zur Auskunft verpflichtet, ob sie gegen Corona geimpft sind. „Wir gehen aber davon aus, dass über 80 Prozent der Beschäftigten in den Kliniken geimpft sind und wir haben auch schon mit den dritten Auffrischungsimpfungen begonnen.“

In Hofgeismar gibt es auf der Intensivstation derzeit vier Corona-Betten für schwer erkrankte Patienten. Auf der Covid-Station können maximal 14 Patienten behandelt werden. Pro Station können maximal 20 Patienten aufgenommen werden. In Wolfhagen gibt es keine Corona-Betten auf der Intensivstation. Auf der Normalstation können maximal zwölf Patienten betreut werden. Eine Zurückhaltung von Patienten, die nicht von Corona betroffen sind, sei derzeit nicht spürbar. „Wir nehmen aber in der chirurgischen Abteilung in Hofgeismar einen Rückgang der Fallzahlen wahr, was sicherlich mit der Corona-Situation zusammenhängt“, erklärt Kühlborn.

Die Behandlung in den Kreiskliniken erfolge nach den von der Task-Force festgelegten Standards. Dies gilt auch für die Verlegung schwerstkranker Patienten in Spezialkliniken. Die Kreiskliniken sind im Koordinierungsplan erst in zweiter oder dritter Linie Anlaufstelle für Covid-Patienten.

In der Praxis stimmen sich beide Krankenhäuser bei jedem Patienten mit Corona mit dem koordinierenden Klinikum Kassel ab, in welcher Klinik der Patient aufgenommen werden soll. „Falls der Patient bei uns bleibt, stimmen wir uns auch über die Behandlung und die Medikation mit dem Klinikum Kassel ab“, sagt Kühlborn.

Von Daniel Göbel

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