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Bergshäuser Brücke: Bürger warten weiter auf Schutz vor Eisschlag

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Es soll vor herabfallendem Eis warnen: Das Schild unter der Bergshäuser Brücke an der Uferstraße in Bergshausen.  

Die Bürgerinitiative Bergshäuser Brücke fordert weiter ein Tempolimit und Schutz vor Lärm und herabfallendem Eis.

Unterstützt werden die Forderungen nun auch von der Landtagsabgeordneten Manuela Strube. Laut Hessen Mobil könnte die Gefahr vor Eis nun weniger werden. „Vorsicht Eisschlag“, steht auf dem Schild unter der Bergshäuser Brücke in der Uferstraße, Bergshausen. Es sei ein verzweifelter Versuch, sagt Bürgermeister Dieter Lengemann. Die Schilder stehen dort auf Initiative von einem seiner Vorgänger. Eigentlich müssten Maßnahmen an der Brücke passieren, um vor herabfallendem Eis von Lkw-Planen zu schützen, so Lengemann.

Das Problem gibt es schon länger: Wenn Lkw-Fahrer ihre Planen im Winter nicht von Eis befreien, können herabfallende Platten eine Gefahr unter der Brücke darstellen. „Die letzten Jahre hatten wir Glück“, sagt Joachim Gries, Gründer der neuen Bürgerinitiative, „da ist nichts passiert.“ 

2016 hatten herabfallende Eisplatten ein Dach beschädigt

Wenn an der Brücke keine Maßnahmen ergriffen werden, bliebe den Bürgern nur, die Fälle zu dokumentieren. Und das gehe natürlich nur, solange das Eis nicht geschmolzen ist. Im November 2016 hatten herabfallende Eisplatten das Dach eines Hauses unter der Brücke beschädigt.

Hessen Mobil sieht laut Sprecher Marco Lingemann momentan weniger Gefahr. Weil der Verkehr Richtung Dortmund im Zuge der Sanierungsarbeiten nach links gerückt ist, ergibt sich durch die gesperrte Spur zum Brückenrand hin ein Schutzbereich, der an einer 1,10 Meter hohen Schutzwand endet. 

Hessen Mobil: Lkw-Fahrer müssen sicherstellen, dass kein Eis herabfallen kann

Falls Eis von Lkw-Planen falle, bleibe es wahrscheinlich auf der Brücke. Nichtsdestotrotz gehe das Problem nicht von der Brücke aus. Es ist Sache der Lkw-Fahrer, sicherzustellen, dass keine Gefahr von ihren Fahrzeugen ausgeht, so Lingemann. Anders wäre das, wenn Eiszapfen von der Brücke fallen, die sich dort gebildet haben. Auch bei der Begehung der Brücke mit Anwohnern im September sei das Thema gewesen. Damals habe aber keiner Fälle in den letzten Jahren bestätigen können.

Auch die Polizei bestätigt erneut, dass es in der Verantwortung der Fahrer liegt, dafür zu sorgen, dass ihr Fahrzeug keine Gefahr für andere darstellt. Dass das ein schwieriges Thema ist, räumt Polizeisprecher Matthias Mänz ein. Es könne weder jeder einzelne Lkw kontrolliert werden, noch gebe es genügend Möglichkeiten für Fahrer, wie das Eisfrei-Gerüst am SVG-Rasthof Lohfeldener Rüssel, die Eisplatten loszuwerden. 

Am Lohfeldener Rüssel gibt es ein Gerüst für Lkw-Fahrer

Die Polizei setze deshalb auf Aufklärungsarbeit im Internet und beispielsweise bei Kraftfahrerstammtischen. Das Gerüst am Rasthof Lohfeldener Rüssel gibt es seit nun fast zehn Jahren. Fahrer können mithilfe einer Leiter und Sicherung an das Dach ihres Lkw gelangen und es vom Eis befreien.

Doch zum Thema Bergshäuser Brücke sind noch andere Fragen offen. So beschäftigt die Anwohner immer noch der Lärm. Manuela Strube, Landtagsabgeordnete der SPD, hat nun eine Kleine Anfrage an die Hessische Landesregierung gestellt. Vom Verkehrsministerium habe sie erwartet, dass die vielen offenen Fragen der Betroffenen beantwortet werden, macht sie in einer Pressemitteilung deutlich. Sie fordert die Regierung auf, zum Lärmschutz und Tempo 60 Stellung zu nehmen.

Zum Thema herabfallendes Eis heißt es: „Ich bin mir sicher, dass die Landesregierung hier keine Gefährdung der Bevölkerung zulässt und hoffentlich die nötigen Schutzmaßnahmen trifft“.

Auch Bürgermeister Dieter Lengemann hatte Anfang September in einem Schreiben den hessischen Staatsminister Peter Beuth darum gebeten, etwas zu tun, um die Bevölkerung zu schützen. Eine Antwort hat er bisher nicht bekommen. 

Bürgerinitiative im Oktober 2019 gegründet

Gegründet wurde die Bürgerinitiative „Ruhe über Bergshausen“ im Oktober 2019. Die Forderungen sind: Eine dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 60, Radarkontrollen, die das überwachen und eine Langzeitmessung von Lärm- und Staub-Emissionen.

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