Bürgerinitiative kämpft für Lärmschutz 

A44: Land will dauerhaftes Tempolimit an Bergshäuser Brücke prüfen

Anwohner fühlen sich durch den Lärm der Bergshäuser Brücke belästigt. Die Stahlbrücke soll nur noch genutzt werden, bis ein Neubau fertig ist. Sein Standort wird derzeit noch geprüft.
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Anwohner fühlen sich durch den Lärm der Bergshäuser Brücke belästigt. Die Stahlbrücke soll nur noch genutzt werden, bis ein Neubau fertig ist. Sein Standort wird derzeit noch geprüft.

Im Kampf um den Lärmschutz an der Bergshäuser Brücke hat die Bürgerinitiative erste Antworten vom Verkehrsministerium bekommen.

  • Im Kampf um mehr Lärmschutz auf der Bergshäuser Brücke gibt es erste Antworten von Hessen und dem Verkehrsministerium. 
  • Rechtliche Voraussetzungen für ein Tempolimit auf der Brücke werden geprüft.
  • Für einen festen Blitzer gab es eine Absage vom Ministerium.

Der Kampf für mehr Lärmschutz im Bereich um die Bergshäuser Brücke geht für die Bürgerinitiative (BI) in die nächste Runde. Nun gibt es erste Antworten von Hessen und dem Verkehrsministerium zu den Forderungen.

Um Klarheit über die Situation und Möglichkeiten zum Lärmschutz an der Bergshäuser Brücke zu bekommen, hatte die Bürgerinitiative und Bürgermeister Dieter Lengemann Briefe an das Verkehrsministerium geschickt. 

Die Baunataler Landtagsabgeordnete Manuela Strube (SPD) stellte eine Kleine Anfrage an die Landesregierung. Nun gibt es Antworten, eine Stellungnahme von Volker Bouffier soll noch folgen. 

WieBI-Initiator Joachim Gries mitteilt, hat die Bürgerinitiative Post aus dem Ministerium erhalten. Manche Punkte darin lassen die Initiative weiter hoffen, andere nicht. Ein Überblick:

A44-Brücke: Tempolimit für Lkw wird geprüft

Im Schreiben der Staatskanzlei und der Antwort von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir heißt es, dass die rechtlichen Voraussetzungen für ein durchgängiges Tempolimit von 60 km/h für Lkw aus Gründen des Lärmschutzes derzeit geprüft würden. Dazu müssten die Richtwerte für Lärm überschritten werden.

Diese besagen, dass in Wohngebieten eine Lautstärke von 70 Dezibel am Tag und 60 Dezibel in der Nacht nicht überschritten werden darf. Nachts gelte das Tempolimit für Lkw aus Lärmschutzgründen bereits, heißt es weiter.

A44-Brücke: Blitzer - bisher nur mobil

Bisher messe das Polizeipräsidium Nordhessen mit mobilen Blitzern die Geschwindigkeit. Was die Forderung nach dauerhaften Blitzern anbelangt, gibt es eine Absage. Der Erlass des Ministeriums regelt, dass Geschwindigkeitsüberwachungen vorrangig darauf ausgerichtet sind, Unfälle zu verhindern und Gefahren entgegenzuwirken, so die Begründung. 

Bei den mobilen Blitzern an der Brücke seien nur geringe Verstöße gemessen worden. Daraus schließe man, dass die Unfalllage „unauffällig“ sei. Deshalb gebe es keinen Grund, einen dauerhaften Blitzer einzurichten.

A44-Brücke: Lärmmessungen

Lärmmessungen sind laut Staatskanzlei „nicht erforderlich“ und „nicht aussagekräftig“. Die Erklärung: Straßenverkehrslärm, so heißt es, wird in Deutschland nicht gemessen, sondern aufgrund statistischer Daten mit sogenannten Schallausbreitungsprogrammen berechnet. 

Messungen seien im Vergleich dazu immer nur eine Momentaufnahme, die nicht repräsentativ für das ganze Jahr sei. Diese Berechnungen würden allerdings, so heißt es weiter, Lärm zugunsten der Betroffenen höher einschätzen.

A44-Brücke: Staubmessungen werden gefordert

Die Bürgerinitiative hatte in ihrem Schreiben auch gefordert, Staub-Emissionen an der Brücke zu messen. Hierzu heißt es, dass diese Messungen und Schutzvorkehrungen bei der Planung zum sechsstreifigen Ausbau berücksichtigt werden.

Eisplatten auf der Promenade unter der Brücke: Die könnten laut Bürgerinitiative von Lkw-Dächern gefallen sein. Das Foto wurde in der ersten Januarwoche gemacht.

A44-Brücke: Eisplatten sind eine Gefahr

Zum Thema Gefahr von herabfallenden Eisplatten weist das Ministerium darauf hin, was auch schon Hessen Mobil geäußert hatte: Die Lastwagenfahrer sind in der Pflicht, für ein freies Dach ihrer Wagen zu sorgen, die Polizei kann nur aufklären und sensibilisieren. Zudem seien 1,20 Meter hohe Schutzwände an der Brücke angebracht und der gesperrte Fahrstreifen Richtung Dortmund biete einen Puffer.

Gries sagt dazu: „Die Praxis sieht anders aus“, und zeigt Fotos,die Eissplitter auf der Uferpromenade zeigen. „Ich kann nur weiter fordern, dass eine Videoanlage installiert wird, um den Verursachern mit empfindlichen Geldstrafen entgegenzuwirken.“

Im Februar will sich die Bürgerinitiative erneut mit Vertretern von Hessen Mobil treffen, um über dieVerbesserungen, die die Behörde seit September hat vornehmen lassen, zu sprechen.

Strafen bei Eis auf Lkw-Dächern

Am Autohof in Lohfelden können Fahrer über ein Gerüst ihre Lkw von Eis befreien. Diese Strafen drohen laut Polizei, wenn sie das nicht tun: 

  • 25 Euro für das Führen eines nicht vorschriftsmäßigen Kraftfahrzeugs
  • 80 Euro und 1 Punkt für Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit 
  • 120 Euro und 1 Punkt bei einem Verkehrsunfall 
  • Strafanzeigen wegen fahrlässiger Körperverletzung oder Tötung nach schweren Verkehrsunfällen mit Geld- oder Freiheitsstrafen

Kassel: Nächtliches Tempolimit auf Autobahnen A44 und A49 vorerst abgelehnt

Auf den Autobahnen A44 und A49 wird es vorerst kein nächtliches Tempolimit geben. Das Hessische Verkehrsministerium hat einen Antrag aus dem Stadtparlament abgelehnt.

Um die Probleme mit Verkehrslärm einzudämmen, stellt das Regierungspräsidium Kassel (RP) regelmäßig Lärmaktionspläne auf. Nun wurde dieser Plan um weitere Maßnahmen aktualisiert.

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