Gründer Harald Hess: „Anstrengende, aber schöne Jahre“

Die Fuldabrücker Landbrauerei in Dörnhagen besteht seit 25 Jahren

Brauer Ronald Jung aus Grebenau befüllt ein Siphon mit Bier
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Seit 20 Jahren dabei: Brauer Ronald Jung aus Grebenau gehört fest zum Team der Fuldabrücker Landbrauerei.

Die Fuldabrücker Landbrauerei besteht seit 25 Jahren und wird bereits von der nächsten Generation geführt. Viel hat sich seit Gründung des Betriebs verändert. Zum Beispiel ist die Fläche der Brauerei von 110 auf 650 Quadratmeter gewachsen.

Fuldabrück – Wenn sich Braumeister Harald Hess in seinem Betrieb umschaut, kann er manchmal selbst kaum glauben, wie viel sich in den vergangenen 25 Jahren verändert hat. „Wir sind 1995 hier als kleinste Brauerei in Hessen mit einer Fläche von 110 Quadratmetern gestartet“, erinnert sich der 59-Jährige. Heute ist der Betrieb in Fuldabrück-Dörnhagen auf 650 Quadratmeter angewachsen. „Die Brauerei hat sich zusammen mit der Kundschaft weiterentwickelt.“ Ein Vierteljahrhundert besteht die Fuldabrücker Landbrauerei dieses Jahr im Dezember. Eine Zeit, auf die Harald Hess gern zurückblickt. „Es waren anstrengende Jahre, aber auch sehr schöne.“ Das bestätigt auch seine Frau Angelika, die von Anfang an mit von der Partie war und die Gäste früher mit Fettenbrot, Ahler Worscht und Gulaschsuppe versorgt hat. Heute verfügt die Brauerei über eine vollwertige Küche und zwei angestellte Köche.

Nicht nur das Speisenangebot hat sich verändert. Seit 2004 werden in der eigenen Destillieranlage Obstbrände hergestellt, seit zwei Jahren gibt es selbstgebrannten Gin und ab nächstem Jahr einen Online-Versand mit nordhessischen Spezialitäten in Zusammenarbeit mit dem Gasthaus Hartung in Büchenwerra.

„Wir versuchen, immer auf die Wünsche der Kunden einzugehen und neue Ideen zu entwickeln“, sagt Hess. „Wenn wir das nicht tun und den Betrieb noch wie vor 25 Jahren führen würden, wären wir nicht mehr da.“ Es gebe kein Jahr, in dem nicht etwas umgebaut, angebaut oder ein Produkt neu entwickelt werde.

Da trifft es sich gut, dass nun bereits die nächste Generation mit im Geschäft ist. Sohn Daniel Hess mischt seit elf Jahren im Betrieb mit und ist seit fünf Jahren Inhaber der Brauerei. Als er anfing, in der Brauerei mitzuarbeiten, war er 22 Jahre alt.

„Am Anfang war es etwas schwierig, die Akzeptanz der Gäste zu bekommen“, sagt der heute 33-Jährige. „Zum einen war ich sehr jung, zum anderen kannten mich natürlich alle als Sohn meines Vaters.“ Doch nach etwa zwei Jahren habe sich das gelegt.

„Für mich war es auch deshalb ein sehr wichtiger Moment, als ich meinen Meisterbrief bekam und ihn hier in der Brauerei aufhängen konnte. Damit habe ich die Qualifikation erworben, solch einen Betrieb zu führen.“ Vorher hatte Hess in der Martini-Brauerei in Kassel Brauer und Mälzer gelernt – genau wie sein Vater früher.

Als der sich dann 1995 nach weiteren Stationen unter anderem bei der Hütt-Brauerei und dem Brauhaus Bad Wildungen erst im Nebenerwerb selbstständig machte, trauten ihm viele Kollegen keinen Erfolg zu. „Einige haben gesagt, eine kleine Brauerei in Fuldabrück läuft niemals.“ Doch Hess hat auf sein Gefühl gehört. „Ich fand, die Fuldabrücker brauchen hier so was.“ Und die Kundschaft gibt ihm Recht. „Wir sind hier eine richtige Institution. Wenn es uns nicht mehr geben würde, würden wir schmerzlich vermisst, da bin ich sicher.“

Als Harald Hess damals die Brauerei eröffnet hat, hat er sein Bier noch allein gebraut. Durch das Wachstum des Betriebs entstand nach fünf Jahren eine vollwertige Stelle für einen Brauer und Mälzer, die seit 20 Jahren Ronald Jung aus Grebenau ausfüllt.

Doch die Arbeit für Harald Hess war dadurch nicht weniger geworden. „Meine Frau und ich haben nun andere Aufgaben“, erklärt er. „Wir organisieren und verwalten mehr. Früher standen wir hinterm Tresen, in der Küche und der Braustube.“

Hinterm Tresen steht Harald Hess immer noch ab und zu – mittlerweile unterstützen ihn neben Inhaber und Sohn Daniel Hess bis zu 14 Aushilfen.

Infos unter fuldabruecker-landbrauerei.de

Von Theresa Novak

Familienunternehmen, das aus Fuldabrück nicht mehr wegzudenken ist: Daniel, Harald und Angelika Hess freuen sich über das 25-jährige Bestehen ihres Betriebs.

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