Firma nennt schlechte Bedingungen als Grund

Arbeitsmarkt leergefegt: Pflegedienst aus Dörnhagen findet keine Mitarbeiter

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Pflegekräfte werden dringend gesucht, aber der Markt ist leer gefegt: Das Bild zeigt eine Pflegerin, die eine Frau im Rollstuhl durch ein Seniorenzentrum schiebt.

Felix Müller aus Dörnhagen leitet seit vier Jahren einen Pflegedienstleistungsbetrieb – und könnte mindestens drei Kräfte sofort einstellen. Doch das scheint zurzeit schier unmöglich.

„Wir finden einfach niemanden“, sagt der examinierte Altenpfleger. Seine Firma ist eigentlich dazu da, personelle Engpässe in stationären Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern oder psychiatrischen Einrichtungen zu überbrücken. Wenn also ein Pfleger in einem Heim irgendwo in Deutschland zum Beispiel durch Krankheit ausfällt, kann die Einrichtung bei Müllers Pflegedienstleistungsbetrieb, der HMP Halves und Müller GbR, nach Ersatz fragen. Dessen Angestellte arbeiten dann für die Zeit, in der sie gebraucht werden, in dem jeweiligen Pflegeheim.

Pflegenotstand auch im Kreis Kassel

„Wir wollen dem Pflegenotstand damit eigentlich ein Stück entgegenwirken und für kurzfristigen personellen Ersatz sorgen, wenn es nötig wird“, sagt Müller. „Doch wenn wir selber keine Leute haben, können wir das nicht.“

Als Gründe für das fehlende Personal vermutet Müller vor allem die Bedingungen, die mit einem Job als Alten- oder Krankenpfleger einhergehen. „Schlechte Bezahlung, schlechte Arbeitszeiten“, fasst er zusammen. Heutzutage müssten die Arbeitgeber um ihre Kräfte buhlen, die Arbeitnehmer dagegen „können pokern und die Stelle nehmen, die ihnen am besten gefällt und bei der sie die beste Bezahlung erwarten können. Viele haben mehrere Eisen im Feuer“.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Dass sich Arbeitssuchende bei seiner Firma bewerben, kommt zurzeit so gut wie gar nicht vor. Er muss sich selbst um Kräfte bemühen. Aber auch das klappt nicht. „Wir haben viele Adressen von potenziellen Bewerbern vom Arbeitsamt mitgeteilt bekommen und davon fast 70 angeschrieben. Kein Einziger hat geantwortet.“

Pflegedienst: Mitarbeiter durch Mundpropaganda

Seine bisherigen Mitarbeiter hat Müller alle eher zufällig oder durch Mundpropaganda gefunden. „Durch die Arbeit an verschiedenen Stellen in Deutschland lernt man oft Leute kennen, die vielleicht unzufrieden mit ihrem bisherigen Arbeitgeber sind und wechseln wollen, oder sich aus privaten Gründen verändern möchten“, sagt Müller. Bis vor Kurzem hatte er noch sieben Angestellte, jetzt sind es noch vier. Auf sieben würde der 36-Jährige gern wieder aufstocken, denn: „Aufträge haben wir eigentlich immer.“

Bis Ende des Jahres sind alle Kräfte der Firma im ganzen Bundesgebiet unterwegs und damit ausgebucht. „Wenn eine Einrichtung zum jetzigen Zeitpunkt Personal bräuchte, könnten wir es nicht stellen.“

Jobs in Fuldabrück: Bei Interesse können sich examinierte Alten-, Kranken-, oder Intensivpfleger direkt bei Felix Müller unter 0152/29945330 melden.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

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