Autobahn 44

Bergshäuser Brücke rückt nach Süden - Anwohner werden entlastet

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Die neue Bergshäuser Brücke wird nun rund 700 Meter weiter südlich des alten Bauwerks gebaut. Das ist das Ergebnis der Variantenprüfung, die nun vom Bundesverkehrsministerium abgesegnet wurde. 

Die Bergshäuser Brücke (A 44) wird etwa 700 Meter weiter südlich vom jetzigen Standort neu gebaut. Das ist das Ergebnis der Variantenprüfung, die vom Bundesverkehrsministerium abgesegnet wurde. 

Die Bergshäuser Brücke (A 44) wird etwa 700 Meter weiter südlich vom jetzigen Standort neu gebaut. Das teilte gestern die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) mit. Der endgültigen Festlegung des Standorts für die neue Autobahnbrücke war eine gut zwei Jahre andauernde Variantenprüfung vorausgegangen. „Nun hat das Bundesverkehrsministerium die von der Deges und vom hessischen Verkehrsministerium vorgeschlagene Südverlegung der Trasse als Vorzugsvariante bestätigt“, teilt Deges-Sprecher Lutz Günther mit.

Der Brückenneubau werde eine Gesamtlänge von 1150 Meter haben, aktuell misst die Bergshäuser Brücke 700 Meter. Zudem werde der Neubau insgesamt sechsstreifig ausgebaut (drei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung). Nicht zuletzt müsse mit der Südverlegung der Trasse auch das Autobahnkreuz Kassel-Süd komplett neu gebaut werden. „Nur durch diese Trassenverlegung wird der wichtige und überregionale Verkehrsknotenpunkt künftige verkehrliche Anforderungen bewältigen können“, sagt Günther. Das gelte vor allem mit Blick auf den geplanten Weiterbau der A 44 von Kassel-Ost durch das Lossetal bis hin zur A 4 bei Herleshausen-Wommen.

Schwerpunkte bei der Variantenprüfung seien neben den verkehrlichen Aspekten und der technischen Realisierbarkeit auch der Lärmschutz für die Bevölkerung gewesen. „Die Südverlegung wirkt sich deutlich positiv auf den Lärmschutz aus“, sagt Günther. Auch ist nach bisherigen Überlegungen nicht wieder eine offene Stahlfachwerkkonstruktion geplant, sondern vielmehr eine eher „leise“ Stahlverbund-Konstruktion. Vorteil auch: Durch die Südverlegung wird nicht zuletzt die Zerschneidung des Ortsteils Bergshausen aufgehoben.

Eine große Rolle bei der Variantenprüfung habe auch der Artenschutz gespielt. Bereiche der Osthänge entlang der Fulda liegen im Vogelschutzgebiet „Fuldaaue um Kassel“. So waren in den Jahren 2018 und 2019 umfangreiche Kartierungen von besonders schützenswerten Arten, unter anderem auch Fledermäusen, erstellt worden. „Jedoch wurde festgestellt, dass die neue Linienführung keine relevanten Auswirkungen auf das Vogelschutzgebiet hat.“

Der Standort steht also. Noch in diesem Jahr will die Deges die Entwurfsplanung für den Bau beginnen. Ist diese abgeschlossen, kann das Planfeststellungsverfahren mit öffentlicher Beteiligung und Auslegung der Pläne angestoßen werden. „Wann anschließend Baurecht besteht, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen“, sagt Günther. Vorhersehbar aber ist, dass der weitere Planungs- und Genehmigungsprozess erneut mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird.

Für den Neubau der Bergshäuser Brücke mitsamt dem sechsstreifigen Ausbau des 5,2 Kilometer langen A 44-Abschnitts zwischen dem Dreieck Kassel-Süd und dem Kreuz Kassel-West (bislang geschätzte Baukosten: 217 Millionen Euro) besteht im aktuellen Bedarfsplan für Bundesfernstraßen ein sogenannter Vordringlicher Bedarf und somit ein gesetzlicher Planungsauftrag. Bereits im Dezember 2016 hatte das Bundesverkehrsministerium einer südlichen Verlegung der Trasse grundsätzlich zugestimmt, allerdings unter der Auflage, dass diese Variante im Vergleich zu anderen Varianten wirtschaftlich und rechtssicher geplant werden kann. Diesen Nachweis hat die Deges mit Beendigung der Variantenprüfung nun erbracht.

Von Boris Naumann

In Kassel ist auch die Fußgängerbrücke in Bettenhausen ein Thema: Die Bürgerinitiative (BI) „Wohnstraße“ beklagt die Sperrung der Brücke  und fordert vom Eigentümer eine Sanierung. 

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