Grund: herabfallende Betonteile

Bergshäuser Brücke: „Arbeiten waren abgesichert“ - Autobahn GmbH reagiert auf Vorwürfe

Brückenprüfer Matthias Wenderoth (von links), Bernhard Klöpfel und Thomas Ackermann von der Autobahn GmbH stehen vor der Bergshäuser Brücke
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Die Bergshäuser Brücke wird sie noch viele Jahre beschäftigen: Brückenprüfer Matthias Wenderoth (von links), Bernhard Klöpfel und Thomas Ackermann von der Autobahn GmbH.

Bei Arbeiten an der Bergshäuser Brücke sollen Betonteile herabgefallen sein. „Es hat zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden“, sagt Thomas Ackermann von der Autobahn GmbH.

Fuldabrück – Ackermann entgegnet damit der Aussage von Joachim Gries, Sprecher der Bürgerinitiative „Ruhe über Bergshausen“, der vor Kurzem in einer Bürgerversammlung zum Thema Bergshäuser Brücke einen Schuhkarton mit Betonteilen dabeihatte. Diese habe er auf und rund um den Radweg unter der Brücke gefunden – nachdem Arbeiten und Prüfungen an den Pfeilern stattgefunden hatten. Die Brocken seien teilweise aus 20 Metern Höhe herabgestürzt.

„Ja, die Teile lagen auf dem Boden“, sagt Bernhard Klöpfel, Leiter der Außenstelle Kassel der Autobahn GmbH. „Aber sie sind von den Facharbeitern nach dem Abklopfen in den Transportkorb gelegt, dann nach unten gefahren und dort abgelegt worden.“

Alle sechs Jahre steht die Hauptprüfung der Brücke an. Dabei würden beschädigte Stellen an den Betonpfeilern ausgemacht und abgeklopft. „Eben damit sie nicht irgendwann abplatzen und unkontrolliert herunterfallen“, sagt Klöpfel. Statisch seien die immer mal wieder auftretenden Schäden an den Pfeilern, die um die 2000 Tonnen wiegen, kein Problem.

Joachim Gries fragte während der Bürgerversammlung, in der die Bergshäuser Brücke ein großes Thema war, warum der Radweg für solche Prüfungen und Arbeiten nicht abgesperrt werde.

„Ja, das werden wir in Zukunft wohl auch so machen“, sagt Klöpfel. Man erreiche damit dann eine doppelte Absicherung: „Die Arbeiter, die von oben sehen, ob jemand den Radweg passiert. Hinzu komme dann die Absperrung.“

Klöpfel räumt ein, dass es möglich ist, dass „kleinere Betonteilchen bei den Arbeiten herunterrieseln könnten“. „Aber auch dabei gilt: Die Arbeiter hatten den Weg von oben zu jeder Zeit gut im Blick und haben gesehen, wenn jemand dort entlang ging oder fuhr. Die Brückenarbeiten waren sicher.“ Man stehe mit den Brückenprüfern in stetigem Kontakt. „Sie werden regelmäßig kontrolliert“, sagt Klöpfel.

Immer noch liegen einige Betonteile in der Nähe des Radwegs unter der Brücke. „Die werden irgendwann von der Autobahnmeisterei weggeräumt.“

Die Bergshäuser Brücke wird 700 Meter weiter südlich vom jetzigen Standort neu gebaut. Beginn soll 2025 sein. Die bisherige Schätzung der Gesamtkosten für den Neubau der Brücke mitsamt dem Ausbau des A 44-Abschnitts zwischen dem Dreieck Kassel-Süd und dem Kreuz Kassel-West liegt bisher bei 245 Millionen Euro.

Die Bürgerinitiative „Ruhe über Bergshausen“, deren Sprecher Joachim Gries ist, hat sich gegründet, um die Interessen der rund um die Brücke lebenden Bergshäuser zu vertreten. (Theresa Novak)

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