Spuren unter anderem an der Fulda

„Der Biber hat Nordhessen erobert“

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Der Biber wird so gut wie nie gesichtet, jedoch weisen Nagespuren auf die Tiere hin.

Fuldabrück. Der Biber breitet sich in Nordhessen aus. In den vergangenen fünf Jahren hat er die Region erobert, heißt es im Regierungspräsidium.

Wer zurzeit an der Fulda in Bergshausen entlangspaziert, kann frische Nagespuren eines Bibers entdecken. So wie an vielen Stellen in der Region. So wie auch kürzlich ein HNA-Leser. Das Tier selbst hat er zwar nicht gesehen – Biber sind sehr scheu –, dafür aber eindeutige Hinweise auf sein Vorkommen an einem Seitenarm der Fulda.

Dass der Biber in der Region angekommen ist, steht mittlerweile fest. In den vergangenen Jahren sind immer mal wieder Nagespuren entdeckt worden, die das beweisen: das erste Mal 2013 in Fuldabrück. Bei diesen Spuren handelte es sich um die ersten seit 400 Jahren, in denen der Biber als ausgestorben galt. Seitdem werden immer mal wieder Hinweise auf die Tiere gefunden.

„Wir sehen solche Spuren inzwischen an vielen Stellen entlang der Fulda und ihren Nebengewässern bis hin zur Diemel“, sagt Axel Krügener, zuständiger Sachbearbeiter beim Regierungspräsidium Kassel. „Das Tier hat in den vergangenen fünf Jahren Nordhessen erobert, es beginnt sich hier eine Biberpopulation aufzubauen.“

Unser Bild zeigt eine aktuelle Biber-Spur an der Fulda.

Um wie viele Tiere es sich insgesamt handelt, will der Experte nicht schätzen. „Das kann man so auch schlecht sagen, weil Jungtiere, die noch keinen festen Platz haben, umherwandern und deshalb an verschiedenen Orten ihre Spuren hinterlassen“, sagt Krügener.

Wer in Nordhessen Hinweise auf einen Biber findet, freut sich normalerweise darüber. „Bei uns werden die Tiere sehr positiv gesehen und das ist auch gut so.“ In anderen Regionen, wo der Biber bereits viele Schäden angerichtet hat, sei das unter Umständen nicht so.

„Auch hier bei uns kann es mit dieser Tierart irgendwann mal Probleme geben“, sagt Krügener. „Irgendwann werden sicher die ersten Obstbäume von einem Biber gefällt oder es gibt Probleme im Bereich von Kläranlagen. Das passiert, wenn Biber Dämme bauen, wodurch sich dann das Wasser bis zum Ablauf an Kläranlagen zurückstaut.

„Aber soweit sind wir noch nicht“, sagt Krügener. „Wenn es in der Zukunft durch die Biberpopulation zu Schäden kommen sollte, muss es eine Art Management dafür geben.“

Auch im Schwalm-Eder-Kreis ist der Biber wieder heimisch. In Bonaforth musste ein Biber von der Feuerwehr gerettet werden

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