Pläne bei Bürgerversammlung vorgestellt – Keine Lösung für Lärmproblem

Bürger glauben nicht an Zeitplan für Bergshäuser Brücke

Luftbild von der Bergshäuser Brücke
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In die Jahre gekommen: Die Bergshäuser Brücke ist marode und soll bis 2028 stillgelegt werden. Bis dahin soll dann auch der Neubau der Bergshäuser Brücke rund 700 Meter weiter südlich fertig sein.

Dass der Ersatzneubau für die Bergshäuser Brücke wie geplant bis 2028 fertig ist und die jetzige Brücke bis dahin außer Betrieb genommen wird, glaubt im Fuldabrücker Ortsteil Bergshausen wohl kaum jemand. Das wurde bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend klar. Dort war der sechsstreifige Ausbau der A 44 vom Autobahnkreuz Kassel-West bis zum Autobahndreieck Kassel-Süd mit Ersatzneubau der Bergshäuser Brücke ein viel diskutiertes Thema.

Fuldabrück – „Ich gehe mal davon aus, dass der Zeitplan nicht eingehalten wird“, sagte Dieter Richardt aus Bergshausen, nachdem die zum größten Teil schon bekannten Pläne von der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) und der Autobahn GmbH des Bundes vorgestellt wurden. „Das heißt, wir müssen noch sehr viele Jahre mit dem Lärm, der von der alten Brücke ausgeht, leben.“

Wolfram Eberhardt von der Deges räumte ein, dass der Zeitplan eventuell nicht eingehalten werden kann – vor allem, wenn „von welcher Seite aus immer gegen das Vorhaben geklagt wird“. Eine zugelassene Klage würde die Arbeiten verzögern. Inwieweit sei nicht vorhersehbar. „Wir versuchen natürlich alle Punkte mit Klagepotenzial auszuräumen“, sagte Eberhardt.

Die Bergshäuser sind über die eventuelle Verzögerung auch deshalb verärgert, weil sie seit Jahren unter dem Lärm, den der Verkehr auf der Brücke verursacht, leiden. Immer wieder fordern sie, dass Lärmschutzmaßnahmen am bestehenden Bauwerk umgesetzt werden. Ein konkreter Vorschlag: Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Brücke von jetzt erlaubten 80 km/h auf 60 km/h zu reduzieren. „Oder, den Lkw-Verkehr komplett von der Brücke zu nehmen“, sagt Joachim Gries, Sprecher der Bürgerinitiative „Ruhe über Bergshausen“. Er ist auch derjenige, der vor wenigen Tagen unter der Brücke nahe der Fulle-Marie herabfallende Betonbrocken beobachtet hat. „Die sind auf dem Radweg gelandet. Wenn jemandem aus 20 Metern Höhe solche Brocken auf den Kopf fallen, na dann gute Nacht.“

Gries hatte die Brückenteile zur Veranschaulichung mit zur Bürgerversammlung gebracht. Sie seien bei Kontrollen und damit verbundenen Arbeiten herabgestürzt. „Das ist sowas von gefährlich und keinen interessiert das“, sagt Gries.

Bernhard Klöpfel von der Autobahn GmbH des Bundes zeigte sich erschrocken über diese Gefahr. „Mir ist das Ganze gerade neu, aber ich werde mich darum kümmern.“ Sowas gehöre sich nicht und die Bürgerinitiative bekomme bald eine Rückmeldung dazu. „Natürlich müssen solche Arbeiten abgesichert sein, ich weiß nicht, was da los war.“

Der geforderten Geschwindigkeitsbegrenzung, die die Brücke entlasten und den Lärm reduzieren würde, räumten Deges und Autobahn GmbH keine Chance ein. „Das wird bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde in Frankfurt entschieden. Und deren Verantwortliche haben auch den allgemeinen Verkehrsfluss im Blick.“ (Theresa Novak)

Herabfallende Betonbrocken gefährden laut Joachim Gries, Sprecher der Bürgerinitiative „Ruhe über Bergshausen“, Radfahrer und Fußgänger.

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