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Bund schließt Stilllegung der Bergshäuser Brücke vor 2028 nicht mehr aus

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Von: Boris Naumann

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Das Luftbild zeigt die „alte“ Bergshäuser Brücke von oben mit Fulda und Bergshausen links im Bild.
Die „alte“ Bergshäuser Brücke von oben: Offiziell für den Verkehr nutzbar sein soll sie bis Ende 2028. Inzwischen hält das Bundesministerium auch eine frühere Stilllegung für nicht mehr ausgeschlossen. © Ruth Brosche

Das Bundesverkehrsministerium hält die vorzeitige Außerbetriebnahme der alten Bergshäuser Brücke für nicht mehr ausgeschlossen.

Kreis Kassel - Das zumindest geht sinngemäß aus einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs Oliver Luksic (FDP) an den Kasseler Bundestagsabgeordneten Timon Gremmels (SPD) hervor. Bislang war von einer Restnutzungsdauer bis Ende 2028 ausgegangen worden. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte die neue Bergshäuser Brücke – zumindest das erste Teilbauwerk – fertig sein, um Verkehrsbehinderungen zu vermeiden. Aber auch dieses Ziel scheint aktuell noch eher theoretischer Natur zu sein (HNA berichtete).

Vor diesem Hintergrund wird nun immer wahrscheinlicher, dass die A 49 zwischen Kassel-West und Kassel-Mitte erneut als Umleitungsstrecke für A 44-Verkehr in Betracht kommt – wenigstens für die Zeit, in der die alte Brücke bereits stillgelegt, die neue Brücke aber noch nicht fertig ist.

Tatsächlich würden „derzeit entsprechende vorübergehende Verkehrsführungsalternativen geprüft, geplant und auch baulich vorbereitet“, heißt es in einem Schreiben aus dem Haus des Bundesverkehrsministers Volker Wissing (FDP). Dabei handele es sich im Wesentlichen um die Umleitungsstrecke über die A 49.

Schon einmal war die A 49 im Zuge der Sanierung der Bergshäuser Brücke im Jahr 2019 als Umleitungsstrecke ausgewiesen gewesen – mit zum Teil erheblichen Verkehrsbehinderungen und zahlreichen Unfällen.

Weiter ins Detail geht der Brief Luksics (FDP) allerdings nicht. Weder geht das Schreiben auf die zu erwartende Verkehrsmehrbelastung auf der A 49 noch auf die wachsende Lärmproblematik für die Anwohner entlang der A 49 ein (Nieder- und Oberzwehren, Waldau).

Unbeantwortet bleibt auch die Bitte Gremmels nach einer ganz konkreten Neubewertung der noch zu erwartenden Restlebensdauer der alten Berghäuser Brücke. So wird lediglich indirekt die Möglichkeit einer verfrühten Stilllegung der alten Bergs-häuser Brücke wegen Baufälligkeit schon vor 2028 in Betracht gezogen.

Genau das war zuletzt die Sorge im Berliner Politikbetrieb gewesen: Auslöser dafür war die plötzliche Sperrung der A 45-Brücke über das Rahmedetal im Sauerland im Dezember 2021 gewesen. Seither herrscht dort rund um die 72 000-Einwohner-Stadt Lüdenscheid Verkehrschaos. Die Möglichkeit eines drohenden Verkehrsproblems bei Kassel scheint in Berlin also angekommen zu sein.

Doch könnte die Tatsache, dass schon jetzt Verkehrsführungsalternativen über die A 49 geprüft, geplant und baulich vorbereitet werden, auch für den Versuch sprechen, schon vor oder während des Brückenneubaus A 44-Verkehr wenigstens in Teilen auf die A 49 umzulenken, um mit dieser Entlastung die Lebensdauer der Bergshäuser Brücke zu verlängern. So war schon im Zuge der Sanierung der Bergs-häuser Brücke vor etwa drei Jahren verfahren worden. Eine entsprechende Anfrage der HNA liegt der Autobahngesellschaft des Bundes aktuell vor, eine Antwort steht noch aus. Staatssekretär Luksic insistiert indessen weiter auf einen zügigen Fortgang der Planungen der neuen Bergshäuser Brücke. Alle vorbereitenden Aufgaben seien darauf ausgerichtet, wenigstens das erste Teilbauwerk der Bergshäuser Brücke rechtzeitig vor dem Ende der Restnutzungsdauer des Altbaus bis Ende 2028 fertigzustellen, heißt es in dem Schreiben. Auch wenn bis dahin nur das erste Teilbauwerk fertig werden würde, könnte der gesamte A 44-Verkehr über diese neue Brücke rollen.

Entsprechend werde schon jetzt im Zuge der Entwurfs- und Genehmigungsplanung intensiv darauf geachtet, „Klagepotenziale rechtzeitig zu erkennen und planerisch zu minimieren“. Tatsächlich könnten Klagen nach Abschluss der Planfeststellung den Neubau der Bergshäuser Brücke noch einmal um Jahre verzögern.

Nicht zuletzt solle die Erarbeitung von Ausführungs- und Vergabeunterlagen bereits während der Planfeststellung beginnen. Weitere Beschleunigungsoptionen bis hin zur Art der Auftragsvergabe würden geprüft.

Von Boris Naumann

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