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Eicherfreunde Nordhessen: Für alte Schlepper schlägt ihr Herz

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Von: Tanja Temme

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Wiedersehen: Walter Gerhardt (links) hat seinen Eicher-Trecker an Mike Ranft verkauft. Bei der Ausstellung entdeckte er das Schätzchen aus den 60er-Jahren wieder.
Wiedersehen: Walter Gerhardt (links) hat seinen Eicher-Trecker an Mike Ranft verkauft. Bei der Ausstellung entdeckte er das Schätzchen aus den 60er-Jahren wieder. © Tanja Temme

Tuckernde Motoren sind für sie ein Wohlklang und der Geruch von Diesel ein schöner Duft: Hunderte von Liebhabern alter Schlepper und Landmaschinen kamen am Wochenende beim Treffen der Eicherfreunde Nordhessen in Fuldabrück zusammen.

Fuldabrück – Zwei Tage drehte sich auf dem Gelände an der örtlichen Sporthalle alles um die alten Schätzchen. Der örtlichen Gegebenheiten wegen verzichteten die Veranstalter auf Vorführungen der alten Pflüge, Heuwender oder Miststreuer, gab es am Veranstaltungsort doch keine geeigneten Flächen dafür. Somit war es eine reine Ausstellung betagter Trecker, wobei die Oldtimer aus Bayern, die Eicher-Traktoren eben, im Mittelpunkt standen. Hundert der blauen Riesen hatten die Liebhaber in Reih und Glied an der Halle geparkt. „Der Älteste stammt aus dem Jahr 1939 und der Jüngste stammt aus der Zeit kurz vor der Jahrtausendwende“, berichtete Daniel Freitag, Vorsitzender des veranstaltenden Vereins.

Ganze zwölf Eicher-Schlepper kann der 47-Jährige auch sein Eigen nennen. „Wir hatten 1958 den ersten Eicher bei uns auf den Hof“, sagt er, da er damit sozusagen groß geworden sei, wäre seine Vorliebe für diese Marke entstanden. Grundsätzlich kann der Dörnberger aber auch andere verstehen, deren Herz für Deutz, Lanz oder Hanomag etwa schlägt. Denn was uns vereint, ist die Liebe für die Technik der alten Trecker, meint er und ergänzt, dass diese noch so sei, dass man selbst Hand anlegen könne. Deshalb hatten die Eicherfreunde auch kein Problem damit, dass 70 Exemplare anderer Fabrikate ebenfalls bei der Zusammenkunft gezeigt wurden. Besonderheit unter diesen war ein alter Kramer aus dem Jahr 1937, wie Freitag berichtete.

Vieles im Leben von Daniel Freitag dreht sich um Eicher-Trecker, deshalb hat sich der Vorsitzende der Eicherfreunde auch ein entsprechendes Tattoo stechen lassen.
Vieles im Leben von Daniel Freitag dreht sich um Eicher-Trecker, deshalb hat sich der Vorsitzende der Eicherfreunde auch ein entsprechendes Tattoo stechen lassen. © Tanja Temme

Ob mit Eicher oder Fendt – aus der Region, aber auch anderen Teilen Deutschlands waren die Treckerfreunde in den Fuldabrücker Ortsteil gekommen. So auch Reinhard Rumswinkel, der sich mit einem „16er Eicher“ vom Chiemsee aus auf den Weg gemacht hatte. „Da mein Trecker nur 20 km/h bringt, braucht man für so eine Tour schon etwas Geduld“, erklärte er. Ganze neun Tage war er deshalb mit seinem Gefährt und angehängtem Bauwagen unterwegs, musste er doch immerhin rund 600 Kilometer zurücklegen. „Für solche Touren muss man das Treckerfahren schon lieben, denn das Ruckeln merkt man schon nach ein paar Stunden Fahrt“, so der Bayer, der ohne lange zu überlegen sagen konnte, was für ihn die Liebe zu seinem Eicher-Trecker ausmacht. „Der besondere Klang des Motors fasziniert mich immer wieder“, meinte er und fügte an, dass Eicher ja im Vergleich zu anderen Schleppern luftgekühlte Zylinder als Besonderheit hätten.

Damit bei der Veranstaltung alles reibungslos über die Bühne ging, hatte der ausrichtende Verein einen Festwirt gebucht. Stände mit Ersatzteilen für die Trecker und Fanartikel waren bei dem Treffen auch dabei. Wie viele Besucher das Bulldog-Event tatsächlich angezogen hatte, konnte Freitag nicht sagen. Nur so viel: „Wir sind überaus zufrieden mit der Resonanz.“ In fünf Jahren soll es weitergehen, dann wollen die Eicherfreunde zum fünften Treckertreffen laden.

Von Tanja Temme

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