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Erzieher am Limit: Krankheitswelle trifft Kitas

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Von: Theresa Novak

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Ruhig geht es in den Kindergärten im Landkreis Kassel in diesen Tagen oft zu: Der Grund sind die vielen kranken Kinder und Erzieher. Die Krankheitswelle ebbt zurzeit nicht ab.
Ruhig geht es in den Kindergärten im Landkreis Kassel in diesen Tagen oft zu: Der Grund sind die vielen kranken Kinder und Erzieher. Die Krankheitswelle ebbt zurzeit nicht ab. © Julia steinbrecht/dpa

Kreis Kassel – Gruppenräume sind verlassen, viele Garderobenhaken verwaist und am Nachmittag leuchtet nur in wenigen Räumen der Einrichtungen noch Licht: Die Kitas im Landkreis Kassel haben zurzeit mit einer Krankheitswelle zu kämpfen, die sowohl Erzieher als auch die Kinder trifft.

„Die Lage ist katastrophal“, sagt Cornelia Janke-Warneke, stellvertretende Leiterin der Kita Königsfahrt in Ahnatal. Ab Mitte Oktober hätten die Infekte stark zugenommen, den ganzen November über angehalten und auch jetzt sei die Situation nicht besser.

„Unsere Erzieher sind ständig am Limit, sie stecken sich bei den Kindern natürlich an.“ Als Konsequenz würden Öffnungszeiten verkürzt und Gruppen zusammengelegt.

Starker Husten und hohes Fieber seien unter anderem die Probleme, mit denen Kinder und Erzieher gerade zu kämpfen hätten. Eine Magen-Darm-Erkrankungswelle würde gerade abflauen und es gebe zwei Fälle von Hand-Fuß-Mund-Krankheit.

Katastrophal träfe es gut, stimmt Claudia Hesse, Kitaleiterin in Vollmarshausen zu. Da manche Kinder nach einer Krankheit oft noch nicht ganz fit wiederkämen, steckten sich die Erzieher häufig an. Das solle aber kein Vorwurf an die Eltern sein. „Die stehen ja auch unter Druck, weil sie meistens berufstätig sind. Natürlich möchten sie so wenig Tage wie möglich bei der Arbeit fehlen. Dafür habe ich Verständnis.“

Hesse schätzt, dass in der Hochzeit der Krankheitswelle unter den Erziehern nur noch die Hälfte der 25 Angestellten gesund und arbeitsfähig war. „Wir konnten das kompensieren, weil auch die Zahl der Kinder so niedrig war.“

Außerdem sei die Kita in Vollmarshausen personell gut gerüstet und könne deshalb auch mit Ausfällen gut umgehen. Grippe, Scharlach und Corona seien die Krankheiten, die kursieren. Das RS-Virus, das derzeit zu vielen Krankenhausaufenthalten führt, sei in der Kita Vollmarshausen noch kein Thema.

Auch in der Kindertagesstätte Tausendfüßler in Dörnhagen waren zwischenzeitlich „die Hälfte der Kinder krank“, sagt Leiterin Daniela Rizzo. Die Mitarbeiter hätten ebenfalls mit Infekten zu kämpfen. „Fachkräftemangel trifft Krankheitswelle“, fasst Rizzo die Lage zusammen. Angebote wie der Waldtag seien deshalb zum Beispiel ausgefallen. „Im Wald braucht man drei Leute, dafür hatten wir an einem Tag nicht genug Personal.“

Auch in den Caldener Kitas fehle zurzeit Personal, hauptsächlich wegen Erkältungskrankheiten. Ein Waldtag sei deshalb ausgefallen, sagt Erste Beigeordnete Susanne Ditzel.

Die städtischen Kitas in Naumburg haben zurzeit ebenfalls mit Personalausfällen zu kämpfen: „Nacheinander sind praktisch alle Mitarbeiterinnen einmal betroffen, sodass derzeit immer bis zu drei Kräfte fehlen“, sagt Hauptamtsleiter Thomas Fingerling.

„Die Personalausfälle können aber durch entsprechende Mehrarbeit der Kolleginnen aufgefangen werden, auch wenn dies natürlich eine zusätzliche Belastung ist.“ Bisher hätten alle Angebote aufrechterhalten werden können, Öffnungszeiten mussten nicht eingeschränkt werden.

Die Kinderzahlen sinken laut Fingerling trotz der Krankheitswelle, von der auch sie betroffen seien, „nicht unbedingt in einem größeren Umfang“. Die Erzieher hofften darauf, dass die Welle bis Weihnachten abebbt. (Theresa Novak)

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