Experte vermutet entlaufenen Vogel

Fasan ist Attraktion in Fuldabrück

Einige Fuldabrücker haben ihn schon gesehen: Ein Fasan läuft zurzeit durch Dörnhagen.
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Einige Fuldabrücker haben ihn schon gesehen: Ein Fasan läuft zurzeit durch Dörnhagen.

Wer in Fuldabrück-Dörnhagen spazieren geht, dem läuft in letzter Zeit immer mal wieder ein Fasanenweibchen über den Weg. Gesehen wurde es unter anderem im Bereich Schöne Aussicht/Eichelgarten und auch in der Herkulesstraße am Waldrand.

Sichtlich unbeeindruckt von Menschen und Autos, schreitet der Fasan durchs Dorf und nutzt dabei sogar öfter auch die Bürgersteige. Woher das Fasanenweibchen kommt und wo es hingehört, weiß niemand. Auch nach einem Aufruf auf Facebook hat sich der mögliche Besitzer bisher nicht gemeldet.

Denn dass der Fasan jemandem gehört, ist laut Stefan Stübing, Vogelexperte bei der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, sehr wahrscheinlich. „Ich denke, er lebt eigentlich in einem Gehege und ist dort irgendwie herausgekommen. Dass er so unbeeindruckt auf der Straße und in der Nähe von Menschen herumläuft, zeigt, dass er Kontakte gewöhnt ist. Für einen wild lebenden Fasan wäre dieses Verhalten absolut untypisch.“

Da Fasane vergleichsweise kurze Strecken fliegen können, könne das Tier aus einem Gehege aus einem Ort auch 10 bis 15 Kilometer von Dörnhagen entfernt stammen. „Sie sind zwar keine guten Flieger, aber durchaus in der Lage, sich in der Luft einige Kilometer fortzubewegen“, sagt Stübing. Ursprünglich gab es in Europa gar keine Fasane, sagt der Vogelexperte. Die, die jetzt hier leben, wurden irgendwann einmal zum Beispiel von Jägern gekauft und in ihren Revieren ausgesetzt. Das werde auch heute noch gemacht. „Es gibt aber auch eine Legende, nach der die Fasane von den alten Römern aus Asien nach Mitteleuropa gebracht wurden. Ob das stimmt, weiß man aber nicht.“

Fasane mögen es warm. Deshalb seien sie eher in südlicheren Gefilden Hessens anzutreffen. „In Nordhessen gibt es eigentlich keine Fasanenbestände“, sagt Stübing. Da der Fasan, der zurzeit immer wieder in Dörnhagen gesichtet wird, sehr wahrscheinlich aus einem Gehege stammt, rechnet der Vogelexperte ihm keine guten Überlebenschance aus, sollte er nicht eingefangen werden.

„Die Gefahren lauern überall. Neben dem Habicht können auch Hunde und große Katzen dem Tier den Garaus machen.“ Um sich nachts zu schützen, fliegen Fasane normalerweise hoch in die Bäume und schlafen dort. „Tiere aus einem Gehege haben das aber meist nicht gelernt und bieten deshalb auch nachts einen Angriffspunkt, wenn zum Beispiel die Füchse unterwegs sind.“

Von Theresa Novak

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